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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Abominabel - About.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Abomé'

Einw., die lebhaften Handel, durch maurische Kaufleute sogar mit Tripolis, treiben. Der Hafen der Stadt ist das 156 km entfernte Whydah, an der Guineaküste. Eine 1860 in A. von den Jesuiten errichtete Missionsstation ist wieder eingegangen.

Abominabel (lat.), verabscheuungswürdig.

Abominārium (lat.), Ritualbuch der Bannformeln.

Abondance (franz., spr. -dāngs), Überfluß, Überfülle.

Abonnement (franz., spr. -māng), die Vorausbezahlung auf den Genuß einer Sache gegen Verringerung des gewöhnlichen Preises, namentlich beim Theater, bei Konzerten, Schaustellungen, bei Bücherverleihern, auch beim Mittagstisch. A. suspendu (aufgehobenes A.) tritt ein, wenn die Theaterdirektion für einzelne Fälle die Abonnenten ihrer Rechte für verlustig erklärt, wozu sie sich jedoch vorher die Befugnis ausbedungen haben muß. - Bei der Steuer in Frankreich ist A. s. v. w. Steuerabfindung, bei welcher der Pflichtige eine Pauschalsumme statt der mit zu großen Kosten oder Beschwerlichkeiten genau zu bemessenden Steuer entrichtet.

Abonnént (franz. Abonné), jemand, der sich die Teilnahme an einem Genuß oder den Besitz eines periodischen Werks, ein er Zeitschrift etc. durch Unterzeichnen oder Vorausbezahlen (Abonnieren) gesichert hat.

Abony, Markt im ungar. Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskún, an der Ungarischen Staatsbahn, hat ergiebigen Feldbau und (1881) 11,186 ungar. Einwohner.

Abordieren (franz.), anlanden; anreden; ein Schiff entern; Abordage (spr. -ahsch), Landung.

Aborigĭner (v. Lat.), im allgemeinen die Ureinwohner eines Landes (die ab origine, von Anfang an, das Land bewohnten, also gleich dem griechischen Wort Autochthonen); nach römischen Sagen eins der Urvölker Italiens, aus welchem die Bevölkerung von Latium erwachsen sein soll. Diese A. wohnten angeblich um den Berg Velino und den See Celano bis Carseoli und Reate. Von da durch die Sabiner verdrängt, zogen sie den Anio hinab und verdrängten ihrerseits die im Nordosten Latiums angesiedelten Sikuler, worauf sie den Namen Latiner annahmen. Die A. verehrten den Janus (als Sonnengott) und den Saturnus mit seiner Gemahlin Ops, beide Beschützer des Ackerbaus, was auf eine gewisse Kultur schließen läßt. Als Könige werden Saturnus, Picus, Faunus und Latinus genannt. Der Name dieser A. wird auch nach griechischer Etymologie als Abkömmlinge der Abori (Umbri, Ombri) gedeutet.

Abortieren (v. lat. abortus), fehlgebären, zu früh niederkommen; s. Fehlgeburt und Frühgeburt.

Abortivei, s. Mole.

Abortivkur, diejenige Art der Behandlung von Krankheiten, wodurch diese schon im Anfang gewissermaßen erstickt werden sollen. Die Absicht, durch eine A. eine Krankheit zu "koupieren" (abzuschneiden), wird heute immer seltener, da die Erfahrung gelehrt hat, daß die entzündlichen Prozesse, Lungenentzündung, Typhus etc., sich durch gewaltsame Eingriffe, als große Blutentziehungen, Erbrechen, starke Abführmittel, nicht nur nicht ersticken lassen, sondern dem Kranken durch diese Mittel nicht selten schwer geschadet wird. Auch Schleimhautentzündungen, wie Tripper und Blennorrhöe der Bindehaut, lassen sich durch starke Höllensteinätzungen nicht koupieren, sondern werden nur desto heftiger, so daß der Versuch einer A. nur noch bei Krankheiten Anwendung findet, für welche es spezifische Heilmittel gibt, wie z. B. Chinin bei Wechselfiebern, Quecksilber bei Syphilis.

Abortivmittel (lat. Abortiva), eigentlich alle Heilmittel, welche eine Krankheit schon in ihrem Keim ↔ ersticken sollen (s. Abortivkur); dann aber fruchtabtreibende Mittel (Pellentia), s. Frühgeburt.

Abortus (lat.), Fehlgeburt (s. d.). - In der Botanik das Unterbleiben der Ausbildung gewisser Organe der Pflanze, z. B. der Staubgefäße einer Blüte, welche dann durch A. eingeschlechtig, weiblich ist. Als Mißbildung (Monstrosität) wird A. hervorgerufen durch ungünstige Verhältnisse des Standorts oder der Ernährung an gewissen Individuen einer Art, die für gewöhnlich davon nicht betroffen wird. So ist der Blumenkohl eine durch Fehlschlagen der Blüten entstandene Mißbildung der Kohlpflanze (Brassica oleracea).

About (spr. ábu), Edmond, franz. Schriftsteller, geb. 14. Febr. 1828 zu Dieuze in Lothringen, ward auf dem Lycée Charlemagne und auf der Normalschule in Paris, seit 1851 auf der französischen Schule zu Athen gebildet. Während seines Aufenthalts in Griechenland verfaßte er eine Denkschrift: "L'île d'Egine" (Par. 1854), und trieb mit Eifer archäologische Studien. Nach Paris 1853 zurückgekehrt, widmete er sich ausschließlich schriftstellerischen Arbeiten. Schon seine Erstlingswerke: "La Grèce contemporaine" (1853, 7. Aufl. 1879) und der Roman "Tolla Feraldi" (1855) nebst der kunstkritischen Schrift "Voyage à travers l'exposition des beaux-arts" (1855), errangen ihm eine hervorragende Stellung unter den zeitgenössischen Autoren. Es folgten die anziehenden Novellen "Les mariages de Paris" (1856) und die Romane: "Le roi des montagnes" (1856), "Germaine" (1857) und "Les échasses de maître Pierre" (1858). Ein Aufenthalt in Rom (1858) veranlaßte die Schrift "La question romaine" (Brüss. 1859; 2. Aufl., Par. 1861), die zum erstenmal Gelegenheit gab, A., was später beinahe ein Gemeinplatz wurde, mit Voltaire zu vergleichen. Seit 1861 schrieb er für die "Opinion nationale" unter dem Titel: "Lettres d'un bon jeune homme à sa cousine Madeleine" wöchentliche Berichte, die sich über die politischen und sozialen Tagesfragen ergingen und später auch gesammelt erschienen (3. Aufl. 1863). Keinen Anklang fand er mit seinen dramatischen Produkten. Dagegen gewann er durch seine Erzählungen stets von neuem die Gunst des Publikums. Wir nennen: "L'homme à l'oreille cassée" (1862); "Le nez d'un notaire" (1862); "Le cas de Mr. Guérin" (1862); "Madelon" (1863), die ganz besonderes Aufsehen machte; "Trente et quarante" (1865); ferner die vorwiegend didaktisch gehaltene Novelle "La vieille roche" (1865, 3 Bde.); "L'Infâme" (1867); "Les mariages de province" (1868) und "Le Fellah" (1869), eine Schilderung Ägyptens, das A. bei Gelegenheit der Eröffnung des Suezkanals besucht hatte. A. gehörte zu den wenigen jüngern Schriftsteller von Begabung, welche sich dem Kaiserreich angeschlossen hatten, und erfreute sich der besondern Gunst des Kaisers Napoleon III., der ihn auch zu den Hoffesten nach Compiègne lud. Beim Ausbruch des deutsch französischen Kriegs folgte er der Armee Mac Mahons als Berichterstatter des "Soir" in das Elsaß, doch machten die ersten Siege der Deutschen seiner Thätigkeit ein schnelles Ende. Unter der neuen Ordnung der Dinge nahm er dann im "Soir" seine Angriffe gegen die Ultramontanen wieder auf und spielte den gemäßigten Republikaner, seit 1875 insbesondere als Chefredakteur des von ihm und Francisque Sarcey gegründeten "XIX. Siècle", in welchem er namentlich einen erbitterten und erfolgreichen Krieg gegen die Regierung vom 16. Mai 1877 geführt hat. Sein neuester, gegen die skandalösen Erfolge

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 51.