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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Absonderung

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Absonderung (in der Geologie, Botanik).

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Absonderung'

gesetzbuch bei dem Konkurs einer Handelsgesellschaft die Gläubiger derselben aus dem Gesellschaftsvermögen abgesondert befriedigt werden und nur wegen des Ausfalls ihre Befriedigung aus dem Privatvermögen der Gesellschafter suchen können. Den einzelnen Landesgesetzgebungen ist aber vorbehalten, zu bestimmen, ab und inwieweit den Privatgläubigern der Gesellschafter ein Absonderungsrecht in Bezug auf das Privatvermögen derselben zusteht. Vgl. Deutsches Handelsgesetzbuch, § 122; Deutsche Konkursordnung, §§ 39 ff., 108 ff., 116 ff., 193 ff.

Absonderung (naturwissenschaftlich). 1) In der Geologie heißt A. die innere Zerklüftung der Gesteinsmassen, soweit dieselbe nicht durch einfach mechanische sedimentäre Ablagerung der Massenteilchen bedingt ist, auf welche Schichtung (s. d.) und wohl auch Schieferung (s. d.) zurückzuführen sind. Die A. ist zwar bei Sedimentgesteinen nicht ausgeschlossen (quaderförmige und säulenförmige der Sandsteine), besonders aber doch für die kristallinischen Gesteine charakteristisch. Äußerlich der Schichtung und Schieferung am ähnlichsten ist die plattenförmige A. (Phonolith, Porphyr, seltener Basalt). Sie hängt gewöhnlich mit einer Parallel- oder Fluidalstruktur der Bestandteile zusammen, die sich bei mikroskopischer Untersuchung zu erkennen gibt. Die bank- oder quaderförmige A. ist nur durch die größern Dimensionen von der vorigen verschieden, doch findet kein eigentlicher Übergang statt (Granit, Syenit). Zeigt der Verlauf der Trennungsebenen keinen durchgreifenden Parallelismus mehr, so erhält man die unregelmäßig polyedrische A. oder unregelmäßige Zerklüftung. In hohem Grad charakteristisch, besonders für die Basalte, ist die säulenförmige A., wodurch die Gesteinsmasse in mehr oder weniger regelmäßige Säulen zerteilt ist. Die Zahl der Seiten und die Dimensionen sind verschieden; am häufigsten findet man fünf- und sechsseitige Säulen. Innerhalb einer und derselben Gesteinsmasse sind die Dimensionen gewöhnlich ziemlich gleichmäßig. Die Säulen stehen im allgemeinen senkrecht auf den Begrenzungsflächen: in Gängen sind sie wie Holzscheite zwischen den Gangflächen rechtwinkelig gegen dieselben gelagert; in Decken oder Strömen stehen sie lotrecht; bisweilen findet man eine meilerartige Gruppierung oder ein strahlenförmiges Divergieren der Säulen. Dabei sind dieselben nicht immer gerade gestreckt, sondern in größern Massen gleichmäßig, auch wohl S-förmig gebogen. Oft tritt zu der säulenförmigen auch eine transversale A. hinzu, wodurch die Säulen in gleichmäßigen oder ungleichmäßigen Abständen quer zerteilt werden. Diese Querteilung ist nicht selten sphäroidisch, so daß die Säulenstücke mit konvexer und konkaver Endfläche aufeinander passen; zuweilen zeigen sie oben und unten konvexe Endigung (Käsegrotte bei Bertrich). Die bekanntesten und großartigsten Vorkommnisse von Säulen basaltischer Gesteine in Europa sind der sogen. Riesendamm an der Nordküste der Grafschaft Antrim auf Irland, die Insel Staffa mit der Fingalshöhle, der Mendeberg, Scheidskopf, Dungkopf und andre Basaltberge der Rheinprovinz, Herrnhaus bei Steinschönau und Wargotsch bei Aussig in Böhmen. So regelmäßig wie bei den Basalten findet sich die Säulenbildung bei keinem andern Gestein. Beim Trachyt, Phonolith und Porphyr ist sie gewöhnlich nur eine unregelmäßig säulenförmige oder pfeilerförmige A. Nicht selten ist noch die kugelige A. (Basalt, Diabas, Granit, Syenit), die oft erst mit der Verwitterung des Gesteins deutlich hervortritt und im frischen ↔ Gestein nicht oder nur andeutungsweise wahrnehmbar ist. Die verschiedenen Absonderungsformen werden im allgemeinen als Kontraktionswirkungen aufgefaßt, bedingt entweder durch Austrocknen oder durch Erkaltung der Gesteinsmassen; doch hat Lang wenigstens für die säulenförmige A. der Basalte mit großem Glück den Versuch gemacht, die A. als eine Folge des Drucks zu deuten, der nach ihm bei der Verfestigung der Silikate entstehen muß, für welche er (ähnlich wie bei Wasser und Eis) eine Ausdehnung beim Übergang aus dem flüssigen in den festen Aggregatzustand annimmt. Vgl. Lang, Parallelfaserung und Säulenabsonderung (Stuttg. 1875).

2) In der Botanik versteht man unter A. (Ausscheidung, Sekretion) die Bildung solcher flüssigen oder festen Substanzen in der Pflanze, welche, einmal erzeugt, nicht wieder in den Stoffwechsel zurückkehren, sondern dauernd und unverändert dort bleiben, wo sie entstanden sind, oder selbst verloren gehen. Absonderungen sind im Pflanzenreich weit verbreitet und können sowohl innerhalb der Zellen als auch außerhalb solcher, auf der freien Oberfläche eines Pflanzenteils und in Zwischenzellräumen in den Geweben entstehen. Häufig findet man einzelne zerstreut unter den übrigen liegende, mit dem Sekret, gewöhnlich ätherischem Öl, gefüllte Zellen (Ölzellen); anderwärts kommen schlauchförmige Gefäße, wie die durch Wurzel, Stengel und Blatt laufenden Milchsaftgefäße, vor. Häufig sind die Sekrete in besondern Zwischenzellräumen der Gewebe niedergelegt und dann meistens wieder ätherische Öle. Jene sind entweder kleine, kugelförmige Höhlungen, wie in der Schale der Apfelsinen und Zitronen, oder sie bilden lange, kanalförmige Gänge, die sogen. Öl- oder Harzgänge, die bei vielen Nadelhölzern in der Rinde entlang bis in die Blätter oder auch im Holz hinlaufen. Seltener sind solche Zwischenzellkanäle von Gummi erfüllt, wie in den Stämmen und Blattstielen mancher Farnkräuter, der Cycadeen und in der grünen Schale der Mandel. Endlich können sie auch Milchsaft (s. d.) enthalten, und solche Milchsaftgänge findet man in Stengeln und Blättern, z. B. beim Froschlöffel (Alisma), beim Sumach (Rhus) und bei vielen exotischen Bäumen. Bei allen diesen der A. dienenden Zwischenzellgängen sind die Zellen, welche die Wand des Ganges bilden, von den übrigen verschieden durch Kleinheit, zarte Membranen und reichliches Protoplasma. In der Jugend in der Mitte aneinander stoßend, weichen sie später unter Vermehrung voneinander, wodurch sich der Kanal bildet, der schon von diesem Zeitpunkt an mit dem Sekret erfüllt erscheint, obgleich von letzterm niemals etwas in den Wandzellen selbst zu finden ist. Jene Substanzen sind daher im strengen Sinn Ausscheidungsprodukte aus diesen Wandzellen. Die auf der freien Oberfläche der Pflanzenteile sich bildenden Absonderungen sind zunächst in vielen Fällen Desorganisationsprodukte gewisser Epidermiszellen, zumal eigentümlicher Haarbildungen, welche im jugendlichen Zustand die betreffenden Teile überziehen und, indem sie sich auflösen, jenen klebrigen und meist aromatisch duftenden Balsam- oder Harzüberzug erzeugen, mit denen die Knospen und die jungen ausschlagenden Triebe und Blätter vieler Pflanzen, z. B. die der Pappeln, Birken, Erlen, sehr auffallend bedeckt sind. Die Zellmembranen jener Haarbildungen quellen nämlich schleimartig auf und verfließen, wodurch die Zellen zerstört werden, während das in denselben enthaltene ätherische Öl oder Harz sich dem Schleim beimengt. In andern Fällen entstehen die Absonderungen dieser

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 60.