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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: A cappella; Acadĭa; Acajouholz; Acanthĭas; Acanthŏdes; Acanthopterȳgii; Acanthus; Acapúlco

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Acadia - Acapulco.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Acacĭa'

den Blumenköpfen, filzigen oder kahlen, lang zugespitzten Hülsen und braunen Samen, in Ägypten, besonders aber in Kordofan und Senaar und ganze Wälder bildend in Abessinien, auch in Asien bis Ostindien, liefert Gummi und in der indischen Varietät die gerbsäurereichen Bablahhülsen; doch werden auch die Hülsen der afrikanischen Varietät als Garrat zum Gerben benutzt. A. fistula Schweinf. (A. Seyal Del., var. fistula, Ssoffar), merkwürdig durch die langen, starken, am Grund infolge eines Insektenstichs konstant zwiebelig angeschwollenen und hier hohlen, elfenbeinweißen Dornen, in Nubien und Senaar, liefert rötliches Gummi und bildet mit A. stenocarpa Hochst. (Talch, Talha, Kakul) ausgedehnte Wälder im Gebiet des Atbara und der Zuflüsse des Bahr el Azrak. A. horrida Willd. (langdornige Akazie, Kapschotendorn), am Kap und in Arabien, liefert wenig wertvolles Kapgummi und Gerberrinde. A. Julibrissin Willd., 6-8 m hoher, unbewehrter Strauch mit großen, eleganten, doppelt gefiederten Blättern und rosenroten Blüten, stammt aus Persien und wird als Zierpflanze kultiviert. A. Farnesiana Willd. (Antillenkassie), ein dorniger Strauch mit doppelt gefiederten Blättern und gelben Blütenköpfchen, aus dem tropischen Amerika, wird in den Tropen, in Italien und Südfrankreich (jährlich 10-20,000 kg) der köstlich duftenden Blüten halber kultiviert, die aus Südfrankreich als Kassiablüten weit verschickt und in der Boukettbinderei und Parfümerie benutzt werden. Die gerbsäurereichen Hülsen kommen als Bablah in den Handel; die Wurzel dient auf den Antillen zum Gerben und Schwarzfärben. A. lophanta Willd., unbewehrt, baumartig, 3-4 m hoch, mit doppelt gefiederten Blättern und hellgelben Blüten in langen und leichten Büscheln, auf dem Australkontinent, wird in mehreren Varietäten als Zierpflanze kultiviert; eine der beliebtesten Zimmerpflanzen. A. decurrens Willd., ein unbewehrter Baum mit doppelt gefiederten Blättern und kleinen, gelben, in Trauben stehenden Blütenköpfchen, in Neusüdwales, Victoria, Südaustralien etc., liefert Kino und eine vortreffliche Gerberrinde (Black Wattle Bark), zu deren Gewinnung der Baum, ebenso A. penninervis, welches die Goldwattlebark liefert, bereits in ausgedehnten Schälwäldern kultiviert wird. Diese Schälwälder geben 14mal größern Ertrag als unsre Eichenschälwälder. Andre australische Arten liefern ebenfalls wertvolle Gerberrinden (vgl. Mimosarinden), manche, namentlich A. pycnantha Benth., außerdem ein bräunliches Gummi. Die Arten mit Phyllodien werden vielfach ihrer Schönheit, ihres originellen Habitus oder des Blütendufts halber als Zierpflanzen kultiviert, namentlich A. armata R. Br., A. floribunda Willd., A. hastulata Sm., A. lineata Cunningh., A. longifolia Willd., A. vestita Ker. u. a. Einige Akazienarten, wie A. Lebbeck Willd. auf Réunion, A. melanoxylon R. Br., in Tasmania, A. mollissima Willd. in Victoria und A. excelsa Benth., in Queensland, liefern sehr hartes und festes Arbeits- und Kunstholz. Vgl. B. Seemann, Die in Europa eingeführten Akazien (Hannov. 1852). - Akazienbaum, unechte Akazie, Schotendorn, s. Robinia.

Acadĭa (Akadien), der indische Name für die jetzt Neuschottland genannte Provinz in Britisch-Nordamerika, welche bis 1713 die französische Provinz A. bildete. Die Acadian Highlands der nordamerikanischen Geographen sind namentlich die beiden Höhenzüge, welche Neuschottland durchziehen, von welchen der südlichere, aus Granit bestehende kahl ist, während der aus kristallinischen Gesteinen gebildete ↔ nördliche Zug (die Cobequid Mountains) dichten Wald trägt. Zwischen beiden breitet sich ein fruchtbares Thal aus. Keiner der Berge übersteigt die Höhe von 360 m. Im weitern bezeichnet man damit aber das nordöstliche Glied des Gebirgssystems der Alleghanies (s. d.).

Acajouholz (spr. -schu-), das Holz von Anacardium occidentale (weißes Mahagoniholz), auch s. v. w. Kailcedraholz; in Frankreich s. v. w. Mahagoniholz. Acajounüsse, Acajougummi, s. Anacardium, auch Semecarpus.

Acanthĭas, s. Haifische.

Acanthŏdes, s. Fische.

Acanthopterȳgii, s. Stachelflosser.

Akanthusblatt.
Textfigur: Akanthusblatt.

Acanthus L. (Bärenklau), Gattung aus der Familie der Akanthaceen, hohe, mehr oder weniger distelartige Kräuter oder Sträucher mit meist großen, buchtig und oft mehr oder weniger stachlig gezahnten oder fiederschnittigen Blättern und ansehnlichen, in endständige Ähren gestellten Blüten mit oft großen und stachlig gezahnten Deckblättern. Die Gattung ist in den tropischen und subtropischen Klimaten der Alten Welt vertreten. A. mollis L. (weiche oder echte Bärenklau), bis 1 m hoch, besitzt über 50 cm lange, fiederspaltige Blätter mit buchtig gezahnten, nicht stachligen Lappen, weißliche oder rötliche Blüten und eine rötlichbraune, glänzende Kapsel. Sie findet sich in Südeuropa, nördlich bis Istrien, und wurde schon im Altertum als Zierpflanze kultiviert. Das Akanthusblatt fand in stilisierter Form (Fig. a von vorn, b von der Seite) auch in der Kunst, an den Kapitälern der korinthischen und römischen Säulen, an den Konsolen der römischen Kunst und Renaissance sowie an den Ornamenten ihrer Friese und Gesimse vielfache Anwendung. Bei den mittelalterlichen Ornamenten dienten mehr die kleinern, weniger schönen Blätter der südeuropäischen A. spinosa L. zum Muster. Früher waren Blätter und Wurzeln wegen ihres Schleimgehalts als Branca ursina (Bärenklau) offizinell. Das Akanthusholz, aus welchem die Alten Statuen verfertigten, stammte wohl von der Acacia vera und A. arabica oder einem andern stachlichten Baum.

A cappella (ital.), "im Kapellstil", mehrstimmige Gesangsmusik ohne Instrumentalbegleitung; vgl. Kapelle.

Acapúlco, Seestadt im mexikan. Staat Guerrero südwestlich von Mexiko, am Stillen Meer gelegen, hat einen der herrlichsten Häfen der Welt, in welchem 500 Schiffe dicht am Ufer sicher vor Anker liegen können. In der Nähe liegt das Fort San Carlos. Das Klima ist sehr heiß und ungesund; kleinere Erdstöße sind nicht selten, von zwei bedeutenden Erdbeben (1799 und 1837) wurde die Stadt fast vollständig zerstört. Die Zahl der Einwohner (meist indianische Mischlinge) beträgt jetzt etwa 3000. A. hatte seine Glanzzeit, als es (seit 1572) den Handel des spanischen Mutterlands mit den Philippinen vermittelte. Danach lange Zeit verfallen und vernachlässigt, ist A. durch die seit Entdeckung der Goldfelder Kaliforniens von San Francisco nach Panama

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 75.