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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ahrĭman; Ahrweiler; Ahrweine; Ahumāda; Ahurei; Ahus; Ahwās; ; Aiamat; Aiantien; Aias

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Ahriman - Aias.

Ahrĭman, in der von Zoroaster gestifteten Nationalreligion des alten Iran der Name des bösen Prinzips. A. ist die in den spätern persischen Religionsbüchern auftretende Namensform; die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen Areimanios; im Zendavesta kommt noch die vollere Namensform Anro-mainyus vor, was den "Angst verursachenden Geist", nach einer andern Ableitung den "schlagenden oder todbringenden Geist" bedeutet. In den Gâthâs, dem ältesten Teil des Zendavesta, wird er nur einmal ausdrücklich genannt, doch ist schon in den Gâthâs die Rede von den "beiden Geistern", die einander in Gedanken, Worten und Werken entgegengesetzt sind und die guten und bösen Wesenheiten geschaffen haben. Nach dem 1. Kapitel des Vendidad hat Ahuramazda (Ormazd) der Reihe nach 16 Länder geschaffen, A. aber jedesmal in dieselben den Keim des Unglücks und Verderbens gelegt. Nach dem 19. Kapitel des Vendidad hat A. einen vergeblichen Versuch gemacht, den Zoroaster (Zarathustra) zum Abfall von Ormazd zu verleiten, und Zoroaster seinerseits geht ihm und seiner bösen Schöpfung mit Opfer und Gebet zu Leibe. Dem Gebot des A. sind nach dem Zendavesta alle andern bösen Geister, deren verschiedene Arten unterschieden werden, unterthan, und die "schlechten Geschöpfe": Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer, sind von ihm geschaffen. Nach den Angaben der spätern Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Cyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Cyklus beginnt der Kampf zwischen A. und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre währt. Dann wird A. vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.

Ahrweiler, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Koblenz, an der Ahr, durch eine Zweigbahn bei Remagen mit der Eisenbahn Köln-Bingerbrück verbunden, mit Amtsgericht, schöner kath. Pfarrkirche, weiblicher Erziehungsanstalt der Ursulinerinnen auf dem Kalvarienberg, Privatirrenanstalt, Gerberei, Mühlenbetrieb, vorzüglichem Rotweinbau (besonders bei dem zur Stadtgemeinde gehörigen Walporzheim) und (1880) 3928 meist kath. Einwohnern. Unfern der besuchte Badeort Neuenahr.

Ahrweine, im Ahrthal im preuß. Regierungsbezirk Koblenz (s. Ahr) gebaute Weinsorten, werden bis Ahrweiler auf sanften Hügeln, von dort an auf sehr steilen Schieferbergen mit Aufwand von viel Fleiß und Kunst gebaut. Der Weinbau keiner Gegend Deutschlands kann in dieser Hinsicht mit demjenigen an der Ahr verglichen werden. Der Rebsatz besteht größtenteils aus spätem Burgunder; in den geringern Lagen des Unterahrthals wird auch der Frühburgunder mit Vorteil angebaut. Das Areal des Ahrweinbaus umfaßt 920 Hektar mit ca. 11 Mill. Rebstöcken. Man baut fast ausschließlich Rotweine, welche unter dem Kollektivnamen Ahrbleicharte oder Ahrbleicher in den Handel kommen. Sie besitzen eine ganz eigentümliche dunkel blaurote Farbe, Süßigkeit und Blume, bisweilen einen etwas erdigen Geschmack, viel Körper und eine dem Burgunder ähnliche, sehr angenehme Milde, sind aber nicht sehr haltbar und daher zu weiter Versendung wenig geeignet. Ausgezeichnet durch Feuer und Blume ist der Walporzheimer (Domley, Gärkammer), die Krone der A. Nächstdem werden besonders die Sorten von Bodendorf, Heimersheimerberg, Wadenheim, Ahrweiler, Laach, Altenahr geschätzt. Früher kelterte man die Trauben sofort und erhielt mithin einen hellrötlichen Wein (daher der Name Ahrbleichart), während man sie jetzt vor dem Keltern gären läßt, um den Farbstoff der Hülsen auszuziehen und einen dunkelroten Wein zu erhalten (vgl. Wein). Man benutzt die Ahrtrauben auch vielfach zur Bereitung von Champagner und Claret, und diese Weine können in ihrer Blume und Feinheit mit den besten in der Champagne bereiteten rivalisieren. Sie gehen unter der Etikette Sparkling Hock of Walporzheim meist nach England.

Ahumāda, Don Pedro Giron, Marques de las Amarillas, Herzog von, span. General und Staatsmann, geb. 1788 zu San Sebastian, ward 1806 Offizier in der königlichen Garde und leistete im Unabhängigkeitskampf als Chef des Generalstabs des spanischen Heers wichtige Dienste, obgleich sein Stolz sich ungern unter den Oberbefehl Wellingtons beugte. Nach der Rückkehr Ferdinands VII. zog er sich, wegen seiner Hinneigung zum gemäßigten Konstitutionalismus verdächtig, auf seine Güter zurück. Nach dem Ausbruch der Revolution von 1820 wurde er 19. März Kriegsminister, trat jedoch, von den Radikalen angefeindet, weil er sich ihren Ausschreitungen widersetzte, im August wieder zurück. Ferdinand VII. ernannte ihn 1833 in seinem Testament zum Mitglied des für die Zeit der Minderjährigkeit seiner Tochter ernannten Regentschaftsrats. In diesem betrieb er mit besonderm Eifer die Errichtung einer ersten Kammer mit erblichen Mitgliedern und verlor dadurch seine Popularität. Doch that er sich in der Procereskammer, deren Präsident er geworden, als Redner hervor und wurde von der Königin-Regentin zum Herzog von A. erhoben. Als Toreno 1835 an die Spitze der Verwaltung kam, übernahm A. das Portefeuille des Kriegs. Aber seine Entwürfe scheiterten an der finanziellen Bedrängnis und an der Unfähigkeit seiner Subalternen. Als A. seinen kriegsunerfahrenen Sohn zum Generalkapitän von Andalusien und Militärgouverneur von Cadiz ernannt hatte, griff ihn die Presse wegen Nepotismus so heftig an, daß er sein Amt niederlegte und nur noch an den Verhandlungen der Ersten Kammer teilnahm. Ermüdet und vom Volkshaß verfolgt, zog er sich endlich von den öffentlichen Geschäften zurück und verließ nach Wiederaufrichtung der Konstitution von 1812 sein Vaterland. Er ließ sich in Bordeaux nieder, kehrte aber später nach Cadiz, dann nach Madrid zurück, wo er 14. Mai 1842 starb.

Ahurei (Aurai), Hafen, s. Oparo.

Ahus (spr. ohus), Flecken im südlichen Schweden, Län Christianstad, nahe der Mündung der Helge, bildet den Hafen der Stadt Christianstad. Hier 1027 Schlacht zwischen Knut d. Gr. und Olaf Haraldson.

Ahwās, ehedem eine bedeutende Stadt in der pers. Provinz Chusistan, am Karun, südlich von Schuschter, war die glänzende Residenz des letzten Partherkönigs, Artaban IV. (bis 226 n. Chr.), und auch später noch, unter den Arabern, durch ihren Handel blühend, geriet aber seit dem 10. Jahrh. in Verfall und ist jetzt ein ärmlicher Ort von etwa 50 Familien. Die Trümmer der alten Stadt bilden eine 15-18 km lange Reihe von Schutthügeln.

, s. Faultier.

, franz. Stadt, s. Ay.

Aiamat, Negervolk, s. Felup.

Aiantien, s. Aias 2).

Aias (lat. Ajax), Name zweier Helden im Trojanischen Krieg: 1) A. der Kleine, Sohn des Oileus, König der Lokrer. Nach Homer kämpft er,