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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Albreda - Albuquerque.

berner Einfassung. Großkreuze und Komture erster Klasse tragen einen achteckigen Silberstern. Dem Kreuz ist ein frei stehender, grün emaillierter Eichenkranz beigefügt. Das Ordensband ist dunkelgrün mit weißen Randstreifen. Affiliiert ist dem Orden das Albrechtskreuz von Silber (s. Tafel "Orden"). -

2) Anhaltinischer Hausorden Albrechts des Bären, gestiftet 18. Nov. 1836 von den damaligen drei regierenden Herzögen, in fünf Klassen: Großkreuze, Komture erster und zweiter Klasse und Ritter erster und zweiter Klasse zerfallend. Die Dekoration ist ein ovaler goldener Reif, in welchem der Bär mit Krone und Halsband auf einer Mauer nach links aufsteigt; unter der Öse das askanische Wappen, auf dem Reif die Devise: "Fürchte Gott und befolge seine Befehle", auf dem Revers: "Albrecht der Bär, regierte 1123-70". Großkreuze und Komture erster Klasse tragen dazu einen Stern. Das Band ist grün mit roter Einfassung.

Albrēda, Hafen und Handelsplatz im Mandinkareich Barra in Westafrika, an der Mündung des Gambia, mit 7000 Einw. Die dortige französische Faktorei ward durch Vertrag vom 7. März 1857 an die Engländer abgetreten.

Albret, Jeanne d', s. Johanna d'Albret.

Albrizzi, Teotochi Isabella, Gräfin, geb. 1763 zu Korfu aus einer griechischen Familie, war zu Venedig in erster Ehe mit dem Patrizier Antonio Marin vermählt und heiratete nach dessen baldigem Tode den Staatsinquisitor Giuseppe A. Beschützerin und Freundin von Ugo Foscolo, war sie durch ihr Talent, ihren Geist und ihre Schönheit eine allgemein gekannte und bewunderte Persönlichkeit. Die Dichter Alfieri und H. Pindemonte, der Bildhauer Canova wie Lord Byron huldigten der ausgezeichneten Frau, und ihr litterarischer Zirkel ward von allen berühmten Gelehrten und Künstlern Italiens wie des Auslands, die nach Venedig kamen, besucht. Sie starb daselbst 1836. L. Carrer schrieb ihre Lobrede. Sie selbst hat eine "Vita di Vittoria Colonna" und einen Band anziehender "Ritratti" (Schilderungen etc.) veröffentlicht. Eine Auswahl ihres Briefwechsels gab Barozzi (Flor. 1872) heraus.

Albuēra, La, Dorf in der span. Provinz Badajoz, bekannt durch den Sieg der vereinigten Engländer, Spanier und Portugiesen unter Beresford über die Franzosen unter Soult, der Badajoz entsetzen wollte, 16. Mai 1811.

Albufeda, s. Abulfeda.

Albufēra, Strandsee in der span. Provinz Valencia, 22 km lang und 7 km breit, durch eine schmale, mit Seekiefern bedeckte Landzunge vom Meer getrennt, reich an Wasservögeln und Fischen. Marschall Suchet, der 9. Jan. 1812 durch Kapitulation mit dem englischen General Blake sich in den Besitz von Valencia gesetzt hatte, erhielt von Napoleon I. dafür den Titel eines "Herzogs von A."

Albŭla, Paß und Fluß im schweizer. Kanton Graubünden. Der Paß (2313 m), zwischen den Hochgebirgsgruppen des Piz Kesch und des Piz d'Err eingesenkt, verbindet Ponte im Oberengadin mit Bergün im Albulathal, das zum Rheingebiet gehört, hat aber, wie der Flüelapaß, obgleich schon früher einigermaßen fahrbar, erst 1864-65 eine ordentliche Fahrstraße erhalten. Bei dem Bergwirtshaus Weißenstein beginnt der Fluß A., dessen oberste Thalstufe (s. Bergün) von der folgenden durch eine tiefe Schlucht getrennt ist. Nach Aufnahme zweier großer Alpenflüsse, des Davos und Oberhalbsteiner Rheins, zwängt sich derselbe durch eine zweite wilde Schlucht (s. Schyn) und mündet bald darauf unterhalb Tusis in den Hinterrhein. Seine Länge beträgt 31,6 km.

Album (lat., das "Weiße"), bei den alten Römern eine weiße Tafel, um Bemerkungen, Verzeichnisse, Bekanntmachungen etc. darauf zu verzeichnen. So gab es ein A. des Pontifex, worauf die Annales maximi (die Jahreschronik) verzeichnet wurden, ein A. der Prätoren für öffentliche Edikte, ein A. für die Namenlisten der Senatoren, der Richter, der geistlichen Kollegien, der Heeresabteilungen wie nachher in der christlichen Zeit der Kleriker und noch gegenwärtig der Mitglieder der Universitätsfakultäten. Im spätern Mittelalter bezeichnete man mit dem Namen A. ein Buch weißer, zusammengehefteter Blätter, welches den Zweck hatte, Einzeichnungen verschiedener Personen, auch Sprüche und Sentenzen derselben aufzunehmen. Zu den Albums dieser Art gehören die Gedenkbücher, wie sie schon in mittelalterlichen Klöstern zur Einzeichnung der Gäste auflagen, die Wappen- und Emblemen- oder Devisensammlungen der Renaissance, namentlich aber die Stamm- oder Gesellenbücher, wie sie im Zeitalter des Humanismus Studenten, Gelehrte und Künstler anlegten, und deren Name die Benennung A. auch bald verdrängte. Der Buchhandel bereitete seit jener Periode derartige Bücher vor; man stattete sie mit Bildwerken aus, welche Bezüge auf die Einzelnen zuließen, und gab den bedruckten Blättern weiße zum Beschreiben bei. Dergleichen Stammbücher sind vom historischen Standpunkt aus oft merkwürdig als Sammlungen von Autographen berühmter Personen; vom künstlerischen Standpunkt betrachtet, enthalten sie meist Dilettantenarbeit. In der spätern Zeit artete das Stammbuchwesen in Spielerei aus und wurde Modesache in der Welt der Mädchen und Frauen; gegenwärtig ist es fast gänzlich verlassen, an die Stelle des Stammbuchs ist das Photographienalbum getreten. Neuerlich ist das Wort A. von Frankreich aus als Titel für poetische Anthologien (meist illustriert), für Sammlungen von Zeichnungen namhafter Künstler oder von Stichen, Radierungen, Photographien etc. namhafter Kunstwerke und litterarisch-artistischer Erzeugnisse ähnlicher Art in Gebrauch gekommen; so das "Düsseldorfer Künstleralbum" (1851-66), fortgesetzt als "Deutsches Künstleralbum" (1866-76), das "Wiener Künstleralbum" (1857-61), ferner die Albums aus den Werken von Leonardo da Vinci, Raffael, Correggio, Tizian, Veronese, Murillo, Rembrandt, Eyck, Dürer, Kaulbach, Richter etc. Ähnliche Arten von Albums in der Bedeutung von Sammlung oder Auswahl bilden das Briefmarkenalbum und das neuerdings aufgekommene Musikalbum.

Albūmen, s. Same.

Albumīn, s. v. w. Eiweiß.

Albumināte (Albuminkörper), s. v. w. Eiweißkörper, s. Proteinkörper.

Albuminurīe (griech.), s. Eiweißharnen.

Albuñol (spr. -njol), Bezirksstadt in der span. Provinz Granada, am Mittelmeer, mit einem Hafen, Wein- und Obstbau, Ausfuhr von Wein, Rosinen und Mandeln und (1877) 8923 Einw.

Albuquerque (spr. -kérke), 1) feste Bezirksstadt in der span. Provinz Badajoz, unweit der portugiesischen Grenze, mit dem Stammschloß der berühmten Herzogsfamilie gleichen Namens und (1878) 7214 Einw. -

2) Städtchen im amerikan. Territorium Neumexiko, am Rio Grande und der Atchison-Topeka- und Santa Fé-Bahn, auch Endstation der Atlantic- und Pacificbahn, Mittelpunkt eines metallreichen Distrikts und ausgedehnter Weidegründe, mit 3000 Einw.