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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Al marco; Alma-Tadema; Alma mater; Almanach; Almandin; Almandinspinell; Almansa; Almansor; Almás

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Alma mater - Alma-Tadema.

endlich der Oberrichter Vaca de Castro mit der Vollmacht zur Unterdrückung der Parteizwiste und Herstellung der gesetzlichen Ordnung aus Spanien anlangte. Diego wurde zur Unterwerfung aufgefordert und, da er sie verweigerte, von de Castros Truppen in einer blutigen Schlacht bei Chupas 16. Sept. 1542 besiegt und gefangen. Er und 40 seiner Genossen mußten das Blutgerüst besteigen.

Alma mater (lat., "gütige Mutter"), bei den alten Römern Bezeichnung der nährenden, segenspendenden Göttermutter (öfter magna mater, "große Mutter"); gegenwärtig im amtlichen Latein der Universitäten wie in scherzhafter studentischer Rede oft den Hochschulen, auch wohl alten berühmten Schulen (wie Pforta, Meißen etc.) pietätvoll beigelegt.

Almanach (v. arab. al manha, "Geschenk, Neujahrsgeschenk"), ursprünglich Bezeichnung astronomischer Ephemeriden oder kalenderartiger Tafeln mit beigefügten astrologischen und sonstigen Notizen. Der Name kam vom Orient aus gegen das Ende des Mittelalters auch im Abendland in Gebrauch. Der erste gedruckte A. war der "Pro annis pluribus" betitelte von Georg Purbach, der um 1460 in Wien lebte. Dann berechnete Johann Regiomontanus im Auftrag des Königs Matthias Corvinus 1474 einen A., der in deutscher und lateinischer Sprache im Druck erschien. Seit 1491 gab der Buchdrucker Engel zu Wien regelmäßig Almanache heraus, dann seit 1554 Stöfler in Tübingen. Exemplare von diesen Almanachen finden sich jetzt äußerst selten. Jährlich erscheinende Almanache scheinen erst im Lauf des 16. Jahrh. aufgekommen zu sein. Im 17. Jahrh. fing man an, den gewöhnlichen Kalendernotizen, astrologischen Beigaben und Prophezeiungen auch anderweitige Nachrichten hinzuzufügen. So gab der A. royal, welcher von 1679 an zu Paris erschien, Notizen über den Postenlauf, die Hoffeste, die Messen und Märkte, Münzplätze etc., denen seit 1699 noch die Genealogie des königlichen Hauses, ein Verzeichnis der höhern Geistlichkeit u. dgl. hinzugefügt wurden. In Deutschland fand dies bald Nachahmung. Daneben traten aber auch Almanache auf, welche mehr für das Volk berechnet waren und anstatt jener offiziellen Mitteilungen kleine Erzählungen, Anekdoten, Gedichte etc. den eigentlichen kalendarischen Nachrichten beigaben. Bald wurden die letztern überhaupt Nebensache, da man sie in die eigentlichen Kalender verwies, und die Almanache wurden infolge davon periodisch erscheinende Bücher, deren Inhalt lediglich der Unterhaltung und Belehrung in allerlei Künsten, Fachwissenschaften etc. dienen sollte. Nach der Verschiedenheit derselben erscheinen nun genealogische, historische, diplomatische, nautische, landwirtschaftliche etc. und rein litterarische Almanache, von welch letztern besonders die Musenalmanache (s. d.) und die ihnen verwandten Taschenbücher (s. d.) hervorzuheben sind. Vgl. auch Kalender.

Almandin, s. v. w. edler Granat.

Almandinspinell, s. Spinell.

Almansa, Bezirksstadt in der span. Provinz Albacete, an der Eisenbahn von Madrid nach Alicante, in weiter Getreideebene gelegen, mit (1878) 7960 Einw. Hier 25. April 1707 Sieg der Franzosen und Spanier unter Berwick über die Engländer, Holländer und Portugiesen unter Galloway.

Almansor, zweiter Kalif aus dem Haus der Abbassiden; s. Manssur.

Al marco, nach der Mark, d. h. nach dem Gewicht, im Gegensatz zu al numero oder al pezzo, d. h. "nach der Zahl" oder "nach dem Stück", im deutschen Gold- und Silberhandel früher die Bezeichnung für die kölnische Mark fein, also für 24 Karat fein Gold und 16 Altlot fein Silber = 233,855 g, jetzt für 500 g. Ist das Gold oder das Silber nicht fein, also legiert, so wird das Minus des Gehalts dem Gewicht abgerechnet, so daß der Preis auch bei dem schlechtesten Gold und Silber sich doch immer für die übliche Gewichtseinheit fein versteht. Auch abgegriffene, aus dem Umlauf zum vollen Nominalwert verwiesene, verrufene Geldsorten oder solche fremde Silber- und Goldmünzen, welche im gewöhnlichen Verkehr keinen Kurs haben, werden a. m. berechnet. So haben z. B. Dukaten neben dem Kurs der vollwichtigen Stücke auch noch einen Preis a. m., welcher vorzüglich für die zu leichten, beschnittenen gilt, von denen der Orient besonders durch die Leipziger Messe und die italienischen Plätze jährlich große, in die Millionen gehende Massen nach Deutschland bringt. Die russischen Imperialen werden ebenfalls a. m. gehandelt. Kleine Silbermünzen werden stets a. m. ausgeprägt, indem man aus der Gewichtseinheit so viele schlägt, als dieselbe im ganzen halten soll, ohne daß es gerade möglich wäre, den einzelnen Stücken genau denselben Gehalt und dasselbe Gewicht zu geben. Bei Fertigung von Geldpaketen, Geldrollen, Beuteln und Säcken wird der ungezählten Summe gemeiniglich das Gewicht hinzugeschrieben, um ohne zeitraubendes Nachzählen auf die Richtigkeit des Inhalts schließen zu können. Jeder Empfänger hat die Pflicht, das Gewicht zu prüfen; unterläßt er dies, so kann er keinen Ersatz für Manko erhalten.

Almás (spr. -masch), Name vieler Orte in Ungarn. Am bedeutendsten: 1) (Duna-A.) Dorf im Komitat Komorn, an der Donau, mit Brüchen von ausgezeichnetem rotweißen Marmor, Schwefelquellen, römischen Altertümern und (1881) 904 Einw. - 2) Markt im Komitat Bács-Bodrog, mit (1881) 8000 deutschen, ungar. und kroat. Einwohnern, Getreidebau, Viehzucht und Bezirksgericht. - 3) (Homorod-A.) Dorf im Komitat Udvarhely (Siebenbürgen), mit einer Salzquelle, großer Tropfsteinhöhle und (1881) 1921 Einw.

Alma-Tadema, Lourens, Genremaler, geb. 8. Jan. 1836 zu Dronryp in Friesland, erhielt seine Gymnasialbildung zu Leeuwarden, wo er besonders klassische Studien trieb, und widmete sich 1852 nach einem kurzen Aufenthalt in Amsterdam und im Haag der Malerei auf der Antwerpener Akademie, besonders unter der Leitung von Hendrik Leys, dessen archaisierende Richtung auf die seinige von entscheidendem Einfluß wurde. Er begann eine selbständige Thätigkeit 1861 mit einem historischen Genrebild: die Erziehung der Söhne Klothildens, und der Erfolg, der diesem Erstlingswerk zu teil wurde, veranlaßte ihn in seinen spätern Jahren noch häufig, Motive aus der fränkischen Geschichte zu wählen, wobei er eine umfassende Kenntnis der archäologischen Details bekundete. Die gleiche Kenntnis bildet auch einen der Hauptvorzüge der ethnographischen Genrebilder aus dem ägyptischen, griechischen und römischen Altertum. Die Reihe derselben begann 1863 mit: wie man sich vor 3000 Jahren in Ägypten unterhielt. Es folgten 1864: Fredegunde und Prätextatus, 1865: galloromanische Weiber und Catullus bei Lesbia, 1866: der Eintritt in ein römisches Theater, der römische Tanz, Agrippina mit der Asche des Germanicus, 1867-69: die Mumie, Tarquinius Superbus, die Siesta, Phidias am Fries des Parthenon arbeitend und der pyrrhichische Tanz. In diesen Gemälden entwickelte er besonders in der Nachahmung der Stoffe, des Marmors, der Bronzen, Mosaiken, der antiken Originalen