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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Amerika

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Amerika (Bewässerung).

deten Halbkultur bis in die Länder jenseit des Polarkreises." Die Wasserscheide zwischen den einzelnen von N. nach S. aufeinander folgenden Becken wird durch Erhebungen des Bodens gebildet, zuweilen so unbedeutenden, daß zur Regenzeit die Gewässer des einen Beckens in die des andern überfließen, ja selbst, wie zwischen dem Becken des Amazonenstroms und dem des Orinoko, eine fortwährende Wasserverbindung durch eine Bifurkation stattfindet. Es sind im ganzen fünf solcher Ebenen oder Becken zu nennen und zwar (von N. nach S.): die Nordhälfte der großen Ebene von Nordamerika, die Becken des Mackenzie-, Nelson- und Missinippiflusses umfassend; die Südhälfte derselben oder das Becken des Mississippi; das Becken des untern Orinoko und die Ebenen von Venezuela; das Becken des Amazonenstroms; die Ebenen des Rio de la Plata und Patagoniens. Die große Ebene Nordamerikas, östlich von den Rocky Mountains, dehnt sich in ihrem westlichen höhern Teil in der Nähe jenes Gebirges, nur lokal von vereinzelten Bergzügen unterbrochen, vom Golf von Mexiko bis zum Eismeer aus, und die Grenze zwischen ihrem nördlichen und südlichen Teil ist hier lediglich durch die Wasserscheide zwischen den Flüssen bezeichnet, welche auf der einen Seite gegen N. und NO. zum Eismeer und zur Hudsonsbai, auf der andern gegen S. durch den Mississippi zum Golf von Mexiko abfließen. Diese Wasserscheide liegt ungefähr unter 49° nördl. Br. auf einer sich vom Fuß der Rocky Mountains zwischen dem obern Missouri und dem Saskatschawan gegen O. ungefähr bis zum 99.° westl. L. ausbreitenden Hochebene, welche in der Nähe der Rocky Mountains wahrscheinlich noch eine Meereshöhe von 1600 m besitzt, gegen O. aber in den Landhöhen von Minnesota allmählich absinkt. Weiter östlich sind beide Teile der großen nord amerikanischen Ebene durch eine weite, beckenförmige Einsenkung in dem Plateau, in welchem sie im W. ineinander übergehen, geschieden. Diese Depression zieht sich mit ihrem Nordrand von dem nördlichen Ufer des Obern Sees gerade nach O. und schließt sich westlich vom St. Johnssee dem Bergland von Labrador an, die Wasserscheide zwischen dem Becken der Kanadischen Seen und des St. Lorenz und dem südlichen Teil der Hudsonsbai bildend. Der Südrand der Depression beginnt ebenfalls an den Ufern des Obern Sees, zieht sich südwärts hart an den Ufern des Michigansees bis zu dessen südlichstem Winkel hin, von da östlich über die Michiganhalbinsel zum südlichsten Punkte des Eriesees, dessen südlichen Gestaden er in geringer Entfernung bis nahe zum 79.° westl. L. folgt, worauf er in östlicher und nordöstlicher Richtung fortzieht, bis er nahe unter 71° westl. L. auf das Gebirge von Neuengland trifft, durch welches hier wie weiter nach N. durch das Bergland von Labrador diese merkwürdige Einsenkung geschlossen wird. Nahe ihrem südlichen Rand in ihrem tiefsten, stellenweise weit unter den Meeresspiegel hinabreichenden Teil enthält sie die größten Süßwasserseen der Erde, die Kanadischen Seen, die zusammen eine Fläche einnehmen, welche (253,300 qkm) diejenige Großbritanniens übertrifft. Sie liegen in zwei Terrassen übereinander, der Obere See, 186 m, der Michigan- und Huronsee, 180 m, und der Eriesee, 175 m, auf der obern, der Ontariosee, 76 m ü. M., auf der untern. Alle sind durch schmale Kanäle miteinander verbunden, wovon aber nur der zwischen dem Huron- und Michigansee, die Straße von Michillimakinak, gut schiffbar ist. Der den Obern See mit dem Huron verbindende Kanal hat auf 60 km etwa 10 m Gefälle, in der Mitte aber die Stromschnellen von St. Mary's, welche sich über eine Strecke von etwa 3 km ausdehnen. Die Verbindung zwischen dem Huron- und Eriesee bildet zuerst der Fluß St. Clair, der nur für Boote fahrbar ist, bis zum See St. Clair, darauf der Abfluß desselben, der Detroitfluß. Der Eriesee steht mit dem Ontariosee durch den Niagarastrom in Verbindung, der 45 km lang ist und ungefähr in der Mitte seines Laufs die berühmten Niagarafälle bildet, in denen sich der Fluß von der obern Terrasse 40 m senkrecht herabstürzt. Obwohl äußerst zahlreiche Flüsse sich in diese Seen ergießen, so haben sie doch nur einen Abfluß, durch den St. Lorenz, der dem Ozean nächst dem Amazonenstrom von allen Flüssen der Erde die größte Wassermenge zuführt. Die Nordhälfte der nordamerikanischen Ebene, die sich im N. der eben bezeichneten Grenzlinie ausbreitet, ist in ihrem südwestlichen Teil am höchsten und sinkt von da an allmählich herab, einerseits gegen O. zum südlichen Teil der Hudsonsbai, anderseits gegen N. zum Eismeer. Die fast nur durch die Richtung der fließenden Gewässer bezeichnete Wasserscheide zieht sich vom Fuß der Rocky Mountains zwischen den Quellen des Saskatschawan- und des Athabascaflusses hin, läuft von dort in nordöstlicher Richtung zum Wollastonsee und darauf nach NNO. zum arktischen Hochland, welches den Winkel zwischen dem nördlichen Teil der Hudsonsbai und dem Arktischen Eismeer ausfüllt. Die zur Hudsonsbai abfallende Ebene, welche unter 50° nördl. Br. von W. nach O. sich an 2200 km, unter 57° nördl. Br. aber nur etwa noch 740 km weit ausdehnt bei einer größten Breite von nahe an 1480 km, ist im W. eine weite, sandige Prärie, in der Mitte unebenes und felsiges Land voller Seen, im O. niedriges Flachland. Ihre bedeutendsten Flüsse sind der Nelson und der Churchill. Der erstere, in seinem obern Lauf Saskatschewan genannt, entspringt in den Rocky Mountains, fällt in den Winnipegsee, den größten See dieser Ebene, und verläßt diesen unter dem Namen Nelson am Nordwestende, um in die Hudsonsbai zu münden. Der Churchill oder Missinippi entspringt aus dem Methyesee, nimmt die Gewässer des Deer- und Wollastonsees auf und mündet in dieselbe Bai. Die nördlich zum Eismeer abfallende Ebene, das Becken des Mackenzieflusses, im S. unter 59° nördl. Br. über 750 km breit und von N. nach S. über 1110 km lang, enthält ebenfalls eine große Zahl Seen, worunter der Große Sklaven-, der Große Bären- und der Athabascasee die bedeutendsten sind. Der in seinem südlichen Quellarm, dem Athabasca, aus einem Gebirgssee in den Rocky Mountains entspringende Mackenzie ergießt sich in den Athabascasee, fließt aus diesem unter dem Namen des Sklavenflusses in den Großen Sklavensee und aus diesem endlich als Mackenziefluß gegen NW. in das Nördliche Eismeer. Die Südhälfte der nordamerikanischen Zentralebene, welche sich zum Mexikanischen Golf hinabsenkt, der Nordhälfte an Größe ungefähr gleich ist und größtenteils aus dem Becken des Mississippi besteht, umfaßt beinahe ein Fünftel des ganzen Flächeninhalts von Nordamerika, und zwar nimmt das Flußgebiet des Mississippi ca. 3,150,000 qkm (57,000 QM.) ein, wird also nur von den Gebieten der beiden südamerikanischen Riesenströme und des Ob, des größten Asiatischen Stroms, übertroffen. Den niedrigsten Teil dieser Ebene bildet das Bett des Mississippi, dessen Quellsee nur 512 m ü. M. liegt. Von den Ufern des Mississippi erhebt sich das Land nach W. und O., nach jener Richtung bei einer mitt-^[folgende Seite]