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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Amyntor - Anacardium.

bindung trat. A. II. (393-369) war ein sehr unbedeutender Fürst. Seine Schwäche und der Widerstand einer altmakedonischen Partei gegen die hellenisierende Richtung des Hofs führten zu großer Verwirrung und zu heftigen Thronstreitigkeiten. A. wurde eine Zeitlang aus seinem Reich vertrieben und endlich auf Anstiften seiner Gemahlin Eurydike von Ptolemäos ermordet.

Amyntor, Gerhard von, s. Gerhardt.

Amyot (spr. amioh), Joseph, gelehrter franz. Jesuit, geb. 1718 zu Toulon, ging 1750 als Missionär nach China, wo er 1794 starb. A. war einer der ersten, durch welche wir genauere Nachrichten über die Völker Ostasiens erhielten. Seine Hauptarbeiten über die Altertümer, Geschichte, Sprache und Künste der Chinesen finden sich in den "Mémoires concernant l'histoire, les sciences et les arts des Chinois" (Par. 1776-1814, 16 Bde.). Sein "Dictionnaire-tatar-mantchou-français" wurde von Langlès herausgegeben (Par. 1789, 3 Bde.).

Amyraut (spr. -roh, Amyraldus), Moses, reform. Theolog, in Saumur zuerst Pfarrer, seit 1633 Professor der Theologie, suchte in seinem "Traité de la prédestination" (1634) die strenge Dordrechter Theorie von der Gnadenwahl durch Aufstellung eines "Universalismus hypotheticus" zu mildern, d. h. durch die Lehre von einem Gnadenwillen Gottes, alle Menschen unter der Bedingung des Glaubens zu beseligen. Auf verschiedenen französischen Nationalsynoden angeklagt, wurde er immer wieder freigesprochen. Gegen die Lehre des 1664 verstorbenen Amyraldus wandte sich aber der Consensus helveticus (s. d.). Vgl. Schweizer in den "Theologischen Jahrbüchern" 1852.

Amyris L. (Balsampflanze, Salbenbaum), Gattung aus der Familie der Burseraceen, Sträucher und Bäume des tropischen und subtropischen Amerika, mit wechsel- oder gegenständigen, ein- bis dreizähligen oder unpaarig gefiederten Blättern, achselständigen oder terminalen Blütenrispen und einsamiger Steinfrucht. A. balsamifera L., ein Baum in den Wäldern Jamaicas, mit zweipaarigen Blättern. Alle Teile sind aromatisch und werden zu Bädern, Bähungen u. dgl. angewendet. Aus der Rinde fließt ein scharfer, wohlriechender Balsam. Aus dem Holz, das als jamaicanisches oder amerikanisches Rosenholz, auch als Bois de Citron nach Europa gebracht wird, erhält man ein ätherisches, dem Oleum Rhodii sehr ähnliches Öl. Das Holz, welches schwächer als das echte Rosenholz riecht, blaßrot oder gelblich, dunkelrot geädert ist, wird zu Drechsler- und eingelegten Arbeiten verwendet. Man leitet dies Holz auch von A. silvatica Jacq., in Westindien und Südamerika, ab, und von A. elemifera Royle, in Mexiko, soll das jetzt kaum noch in den Handel kommende mexikanische oder Veracruz-Elemi abstammen.

Amyris insānit (lat.), "Amyris ist närrisch geworden", nach dem sybaritischen Bürger Amyris benannte Redensart des Pausanias, wird in Bezug auf einen anscheinend etwas Widersinniges Beginnenden gebraucht.

An, ein in der Buchhaltung gebräuchlicher Ausdruck, welcher 1) bei der Formierung der Journalposten der doppelten Buchführung vor den Kreditor gesetzt wird und verständlicher mit C zu bezeichnen wäre, 2) alle auf der Debetseite eines Buches bewirkten Eintragungen einleitet. Der Gegensatz ist Per (s. d.).

Ana, griech. Präposition, bedeutet in Zusammensetzungen auf, an, hinauf, auch Wiederholung, Umgestaltung, Aufhebung, Zurücknahme; auf Rezepten: von jedem Ingrediens gleich viel (^^).

Ana, als Endung zu einem Eigennamen gefügt, bezeichnet eine Sammlung von Aussprüchen, Witzworten, Urteilen, Notizen oder Anekdoten, welche den Träger jenes Namens entweder unmittelbar angehen, oder auf ihn als Quelle zurückgeführt werden. Sie können daher je nach der Bedeutung der Quelle und der Zuverlässigkeit der Überlieferung sehr wichtig sein, sowohl politisch als litterarisch, wie z. B. die "Menagiana" (Par. 1715, 4 Bdchn.), "Huetiana" (1722), "Walpoliana" (Lond. 1804), "Parriana" (Aussprüche Sam. Parrs, das. 1828-29, 2 Bde.), "Johnsoniana" (1836), "Boswelliana" (1874) u. a. Diese Litteratur scheint zuerst in Frankreich mit den "Scaligerana" (Haag 1666-69, 2 Tle.) aufgekommen zu sein; sie fand auch in Deutschland ("Taubmanniana", "Gallettiana" u. a.), Dänemark, Holland, England und Nordamerika Nachahmung und Glück, da sie sich vor der Zensur durch den großen Namen eines Verstorbenen sichern konnte. Auch Luthers Tischreden würden hierher gehören. Eine reiche Sammlung der A. gab Garnier (Par. 1789-91, 10 Bde.) heraus. Vgl. Ludewig, Le livret des A. (Dresd. 1837, nachgedruckt und vermehrt in Namurs "Bibliographie des ouvrages d'A.", Brüss. 1839).

Anaa, eine der französisch-austral. Tuamotuinseln, 20 qkm mit 958 Einw., worunter 35 Europäer; Hauptstation der katholischen Mission und französischer Gendarmerieposten.

Anabaena, s. Azolla.

Anabaptisten, s. Wiedertäufer.

Anabas, Kletterfisch.

Anabăsis (griech.), das Emporsteigen, insbesondere eine Reise oder ein Feldzug nach einer höher gelegenen Gegend, ist Titel zweier berühmter griechischer Geschichtswerke: 1) die A. des Kyros, von Xenophon (s. d.), worin der Zug der 10,000 Griechen gegen Artaxerxes und deren Rückzug nach der Schlacht bei Kunaxa beschrieben ist (401 v. Chr.); 2) die A. des Alexander, von Arrianos (s. d.), welche die Feldzüge des Eroberers in Asien zum Gegenstand hat.

Anabates (Anabat), s. v. w. Apobates.

Anabiōtisch (griech.), wiederbelebungsfähig, im Gegensatz von tot, nennt Preyer diejenigen Pflanzen und Tiere, welche sich, sei es im embryonischen oder ausgewachsenen Zustand, in einem durch äußere Verhältnisse erzwungenen Scheintod befinden, wenn ihnen durch Mangel an Wasser oder Wärme die Möglichkeit der freien Entfaltung ihrer Lebensthätigkeiten zeitweise entzogen ist. A. sind also die im Trocknen gehaltenen Pflanzensamen und tierischen Keime, ferner die Rädertierchen und andre Infusorien, welche eintrocknen und nach der Befeuchtung wieder aufleben, oder die Tiere, welche, ohne Schaden zu nehmen, durch und durch zu Eis frieren können, was selbst bei Fischen und Fröschen zu wiederholten Malen konstatiert worden ist. Der übergang aus diesem Zustand zur völligen Entwickelung der Lebensthätigkeit heißt Anabiose. Vgl. Preyer, Naturwissenschaftliche Thatsachen und Probleme (Berl. 1880).

Anacahuitholz, von einer unbekannnten ^[richtig: unbekannten] Spezies der Gattung Crescentia L. stammendes Holz, wurde seit 1861 nach Europa gebracht und gegen Lungenschwindsucht empfohlen, nach zahlreichen Versuchen aber als völlig wirkungslos wieder aufgegeben.

Anacanthini, Weichflosser.

Anacardium Rottb. (Nierenbaum), Gattung aus der Familie der Anakardiaceen, Bäume und Sträucher mit großen, gestielten, einfachen, ganzrandigen, lederartigen Blättern, zweihäusigen Blüten in terminalen, zusammengesetzten Trauben und