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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Analyseur; Analysieren; Analysis; Analytik; Analytische Sprachen; Anam

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Analyseur - Anam.

(Berl. 1870); Städeler, Leitfaden für die qualitative A. (8. Aufl., Zür. 1883); Wittstein, Anleitung zur A. von Pflanzen und Pflanzenteilen auf organische Bestandteile (Nördling. 1868); Hoppe-Seyler, Handbuch der physiologischen und pathologischen chemischen A. (3. Aufl., Berl. 1870); Gorup-Besanez, Anleitung zur qualitativen und quantitativen chemischen A. (3. Aufl., Braunschw. 1871); Bolley, Handbuch der technisch-chemischen Untersuchungen (5. Aufl., Leipz. 1879); Duflos, Handbuch der angewandten A. (4. Aufl., Bresl. 1871); Hager, Untersuchungen (2. Aufl., Leipz. 1881 ff., 2 Bde.); Kerl, Leitfaden bei qualitativen und quantitativen Lötrohruntersuchungen (2. Aufl., Klausthal 1877); Scheerer, Lötrohrbuch (2. Aufl., Braunschw. 1857). - II. Quantitative A.: Fresenius, Anleitung zur quantitativen chemischen A. (6. Aufl., Braunschw. 1872-84, 2 Bde.); Rammelsberg, Leitfaden für die quantitative chemische A. (2. Aufl., Berl. 1863); Rose, Ausführliches Handbuch der analytischen Chemie (6. Aufl., Leipz. 1867-71, 2 Bde.); Sonnenschein, Handbuch der analytischen Chemie; quantitative A. (Berl. 1871); Bunsen, Gasometrische Methoden (2. Aufl., Braunschw. 1877); Winkler, Technische Gasanalyse (Freiberg 1884). Maßanalyse: Mohr, Lehrbuch der chemischen Titriermethode (5. Aufl., Braunschw. 1877); Fleischer, Titriermethode (3. Aufl., Leipz. 1884); Rieth, Die Volumetrie (Bonn 1871); Derselbe, Volumetrische A. (Hamb. 1883). - III. Gerichtliche A.: Duflos, Prüfung chemischer Gifte (Bresl. 1867); Derselbe, Handbuch der angewandten gerichtlichen chemischen A. der chemischen Gifte das. 1873); Dragendorff, Gerichtlich-chemische Ermittelung von Giften (2. Aufl., Petersb. 1876); Otto, Anleitung zur Ausmittelung der Gifte und zur Erkennung der Blutflecke (6. Aufl., Braunschw. 1882). "Zeitschr. für analytische Chemie", hrsg. von Fresenius (Wiesbad., seit 1864); "Repertorium für analytische Chemie", redigiert von Skalweit (Hamb., seit 1881).

Analyseur, s. Polarisationsapparate.

Analysieren (griech.), eine Analyse machen.

Analysis (griech.), ein Ausdruck, der in der Mathematik in verschiedener Bedeutung angewandt wird. Zunächst bedeutet er eine geometrische Methode (geometrische A.), deren Erfindung Platon zugeschrieben wird, und die den Gegensatz zur Synthesis bildet. Während diese von dem Gegebenen und Bekannten ausgeht und zu dem Unbekannten und Gesuchten gelangt, nimmt die A. das Gesuchte als gegeben an, zergliedert dasselbe und untersucht seine Bedingungen, bis sie zu Bekanntem gelangt, von dem aus nun die Synthesis den umgekehrten Weg gehen kann. Ganz verschieden von der geometrischen A. ist die analytische Geometrie (vgl. Geometrie). Unter A. versteht man ferner die gesamte Lehre von den veränderlichen Größen, zu ihr rechnet man auch die analytische Geometrie; außerdem aber zerfällt sie in die niedere oder algebraische A., auch die A. endlicher Größen genannt, und in die höhere A. oder die A. unendlicher Größen, welche die Differential-, Integral- und Variationsrechnung umfaßt. Ziemlich unbestimmt begrenzt ist das Gebiet der algebraischen A., die sich in der Hauptsache mit der Darstellung der Funktionen in Form unendlicher Reihen, unendlicher Produkte oder Kettenbrüche beschäftigt, also mit Aufgaben, die auch in der höhern A. behandelt werden; nur bedient sie sich nicht des Algorithmus der letztern, sondern elementarer Betrachtungen. Von Lehrbüchern dieser Disziplin sind zu nennen: Euler, Introductio in analysin infinitorum (Laus. 1748; deutsch von Maser, Berl. 1884); Cauchy, Cours d'Analyse (Par. 1821; deutsch von Huzler: "Lehrbuch der algebraischen A.", Königsb. 1828); Schlömilch, Handbuch der algebraischen A. (6. Aufl., Jena 1881). Über Differentialrechnung, Integralrechnung und Variationsrechnung vgl. die betreffenden Artikel.

Analytik (griech.), nach dem Vorgang von Aristoteles in seinem "Organon" der elementare Teil der Logik, umfaßt die Regeln des Denkens und wird durch Auflösung (Analysieren) der Verstandesthätigkeit in ihre einzelnen Momente gewonnen. Unbestimmte A. heißt in der Mathematik der Teil der Algebra, der von Auflösung der unbestimmten algebraischen Aufgaben handelt, bei denen weniger Gleichungen als unbekannte Größen gegeben sind. Für ihren Erfinder gilt der Alexandriner Diophantos, nach dem sie auch früher die diophantische Analysis genannt wurde.

Analytische Sprachen nennt man seit A. W. Schlegel solche Sprachen, die, wie die meisten modernen im Gegensatz zu den ältern synthetischen Sprachen, anstatt der alten Flexionsformen vorherrschend zusammengesetzte Ausdrücke gebrauchen. So sagt man im Französischen in drei Wörtern j'ai été für das lateinische fui; im Deutschen "der Lehrer des Knaben" für das lateinische magister pueri etc.

Anam (Ngannam, "beruhigter Süden"), ein unter franz. Protektorat stehendes Kaiserreich auf der Ostküste von Hinterindien (s. Karte "Hinterindien"). Die Grenzen sind nur nach dem Meer zu und in gewissem Maß gegen das französische Kochinchina hin fest bestimmt. Ganz unsicher ist die Nordgrenze, welche zwischen 21½ und 23⅓° nördl. Br. nur aus rohen chinesischen Karten bekannt ist; vollkommen unbekannt ist aber die Westgrenze, welche man im nördlichen Teil auf die gleichfalls unbekannte Wasserscheide zwischen dem Mekhong und dem Meer verlegt, weiter südlich aber so weit westwärts hinausschiebt, daß sie dem 106½.° östl. L. v. Gr. folgt. Das Areal läßt sich bei so unsichern Grenzen nur schätzen und zwar nach neuern Angaben auf 440,500 qkm (8000 QM.), wovon auf Kochinchina nebst Laostaaten 275,300 qkm (5000 QM.) und auf Tongking 165,200 qkm (3000 QM.) entfallen. Das Reich A. umfaßt in diesem Umfang Kochinchina mit Ausschluß der 1862 und 1867 an Frankreich abgetretenen sechs Provinzen von Niederkochinchina, das 1802 eroberte, 1883 von Frankreich besetzte Tongking im N. und Tschampa im S., wozu noch die tributären Laostaaten und das Gebiet der unabhängigen Moistämme kommen. Da die Wasserscheide im größern südlichen Teil des Landes sich unweit der Küste hinzieht, so können hier keine Flüsse von Bedeutung sein. Die dem Mekhong westwärts zufließenden Gewässer sind fast völlig unbekannt, ebenso der aus Jünnan kommende, bei seiner Mündung (bei Vinh) in den Golf von Tongking ziemlich ansehnliche Suong-Ka. Der Hauptfluß Tongkings ist der Songka oder Rote Fluß, der gleichfalls aus Jünnan kommt, den Schwarzen und den Klaren Fluß aufnimmt und dann ein großartiges Delta bildet, durch welches er mit dem nächstgroßen Fluß des Landes, dem Thaibinh oder Bakha, zusammenhängt. A. liegt ganz in der heißen Zone; die Jahresisotherme von 23° C. durchschneidet es in seinem mittlern Teil von O. nach W. Der Südwestmonsun bringt in Kochinchina im April die trockne Jahreszeit, der von NO. im Oktober den Regen; die höhern Gebirgsländer im N. mögen hierin, wie in Vorderindien, einigen Unterschied zeigen. An Metallen (Gold, Silber, Kupfer, Quecksilber), Kohlen und Edelsteinen ist der Norden reich. In den Gebirgen hausen Tiger, Büffel, Rhinozerosse,