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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Anderthalbchlorkohlenstoff; Andes; Andesīn; Andesite; Andira

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Anderthalbchlorkohlenstoff - Andira.

Lehrer an der Elementarschule zu Stockholm. Er begleitete 1851-53 als Botaniker die Erdumsegelung der schwedischen Fregatte Eugenie, wurde 1855 zum Adjunkt und botanischen Demonstrator in Lund, 1856 zum Professor und Intendanten der botanischen Sammlungen der Akademie der Wissenschaften sowie zum Lehrer an der Bergianischen Gartenschule in Stockholm ernannt. Er starb 27. März 1880 daselbst. Er schrieb: "En verldsomsegling" (Stockh. 1853-1854, 3 Bde.; deutsch: "Eine Weltumsegelung", Leipz. 1854); "Salices Lapponiae" (Upsala 1845); "Conspectus vegetationis Lapponiae" (das. 1846); "Cyperaceae Scandinaviae" (Stockh. 1849); "Gramineae Scandinaviae" (das. 1852); "Om Galapagos-Öarnas vegetation" (das. 1854); "Inledning till botaniken" (das. 1851-53, 3 Bde., u. öfter).

2) Karl Johan, Afrikareisender, geb. 1827 in der schwed. Provinz Wermland, ging 1850 als Begleiter des englischen Reisenden Galton nach Südafrika, drang mit demselben in das Land der Dama und Ovampo vor und erschloß so ein noch wenig bekanntes Gebiet in ethnographischer und naturwissenschaftlicher Beziehung. Das erstrebte Ziel, der Ngamisee, wurde indessen erst auf einer zweiten Reise 1853 erreicht, auf welcher A. auch den Tioge, den nördlichen Zufluß des Sees, befuhr. Nachdem er die Herausgabe seines Reisewerks "Lake Ngami, or Discoveries in South Africa" (Lond. 1856, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1858) in England besorgt hatte, kehrte er 1856 nach Südafrika zurück, übernahm erst die Stelle eines Bergwerksaufsehers am Swakop und wandte sich dann (1858) der Erforschung des Cuneneflusses zu. Auf dieser Reise entdeckte er 22. März 1859 den großen nach SO. fließenden Okavango. A. verheiratete sich 1860 in der Kapstadt und ließ sich als Elfenbeinhändler zu Otjimbingue im Gebiet der Dama nieder, unter denen er bedeutenden Einfluß hatte, so daß er sie wiederholt gegen die Namaqua in den Kampf führte, wobei ihm in einer förmlichen Schlacht 1864 das Bein zerschmettert wurde. Die Frucht seiner spätern Reisen war das Werk "The Okavango River" (Lond. 1861; deutsch, Leipz. 1863). Fortwährend mit Jagden, Kreuz- und Querzügen im Hereroland beschäftigt, drang er 1867 nochmals nach dem Cunene vor, den er diesmal auch erreichte; aber kurz darauf erlag er (5. Juli) im Ovampoland einer langwierigen Dysenterie. Vgl. die von Lloyd herausgegebenen "Notes of travel in South Africa" (Lond. 1875).

Anderthalbchlorkohlenstoff, s. Kohlenstoffchloride.

Andes (Anden), eigentlich die Gebirgskette in Südamerika, welche sich in der Ostprovinz des alten Inkareichs oder im O. der alten Stadt Cuzeo hinzieht; im weitern Sinn (Las Cordilleras de los A.) das ganze südamerikanische Meridiangebirge; s. Kordilleren. Der Name wird vom altperuanischen Anti ("Osten") abgeleitet; nach andern kommt er von Antâ-suyu, was in der Quichuasprache "Metalldistrikt" bedeutet, und womit alle Provinzen bezeichnet wurden, welche sich an die Kordilleren anlehnen. Der Name A. wurde von den ersten Erforschern auch für das Felsengebirge Nordamerikas angewandt, indessen hat sich die Bezeichnung ohne den Zusatz Las Cordilleras ausschließlich für die Westgebirge Südamerikas eingebürgert.

Andesīn, Mineral aus der Ordnung der Silikate (Feldspatgruppe), kristallisiert triklinisch, findet sich aber meist nicht kristallisiert, eingewachsen in Gesteinen. Er ist dem Albit sehr ähnlich, seiner chemischen Zusammensetzung nach eine Mischung von Albit mit Anorthit, also ein Kalknatronfeldspat Na2Al2Si6O16+CaAl2Si2O8 ^[Na_{2}Al_{2}Si_{6}O_{16}+CaAl_{2}Si_{2}O_{8}], worin sich Natrium zu Kalk wie 1:1 bis 3:1, Al_{2}:Si wie 1:3,33 bis 1:4,4 verhält. Scharfe Grenzen gegen die kalkreichen Oligoklase und die natronreichern Labradorite existieren nicht. Er findet sich häufig in den vulkanischen Gesteinen der Andes, im Syenit der Vogesen, im Porphyr des Esterelgebirges, in Doleriten und Basalten. S. Feldspat.

Andesite, gemengte kristallinische Gesteine von porphyrartiger Struktur, jungvulkanischer Entstehung, ihrem Siliciumgehalt nach im allgemeinen zwischen den Trachyten und Basalten die Mitte haltend. Es sind Gemenge von Plagioklas (daneben wohl auch Sanidin), Hornblende und Augit. Von den beiden letztgenannten Spezies wiegt die eine gewöhnlich sehr entschieden vor, wonach man Hornblende- und Augitandesite unterscheidet. Ferner stellt sich in gewissen Varietäten, namentlich der Hornblendeandesite, Quarz ein (quarzführender Hornblendeandesit, Dacit), teils makroskopisch oder unter dem Mikroskop deutlich erkennbar, teils latent in der Grundmasse enthalten und nur durch den hohen, den des sauersten Feldspats übertreffenden Siliciumgehalt nachweisbar. Von accessorischen Bestandteilen sind außer dem Augit in den Hornblendeandesiten und Hornblende in den Augitandesiten Apatit, Magneteisen, Biotit, Tridymit aufzuführen. Die mittlere chemische Zusammensetzung schwankt (wie die kleine Tabelle zeigt) namentlich mit Rücksicht auf die bald vorhandene, bald fehlende Quarzführung bedeutend.

Dacit Hornblendeandesit Augitandesit

Kieselsäureanhydrid 66 61 57

Thonerde 15 17 16

Eisenoxyd und Oxydul 6 8 13

Kalk 6 6 6

Magnesia 2 1 2

Kali 1 3 2

Natron 4 4 4

Dem Obsidian und Bimsstein ähnliche Gesteine stellen die glasartigen Modifikationen der A. dar. Die A. sind das Strommaterial teils älterer (tertiärer und diluvialer), teils rezenter Vulkane, unter denen der Antisana in Ecuador hervorgehoben zu werden verdient, weil er um 1750 einen Quarz makroskopisch enthaltenden Andesit geliefert hat, welcher Nachweis für jungvulkanisches Material um so wertvoller ist, als quarzführende Trachyte bloß aus geologischer Vorzeit bekannt sind. Auch die Laven von Santorin sind andesitischer Natur und zeichnen sich ebenfalls durch auffallend hohen Gehalt an Silicium aus, obgleich auskristallisierter Quarz nicht nachweisbar ist. Sonstige Fundorte für A. sind: Siebenbürgen, Ungarn, die Euganeen, das Siebengebirge (der Andesit der Wolkenburg, ein typischer, quarzfreier Hornblendeandesit), Eifel, Auvergne, die Andes in Süd- und Zentralamerika, Kalifornien, Kamtschatka, Java. Unter Propylit versteht man verwandte, aber durch höheres Alter ausgezeichnete Gesteine. In Ungarn, wo sich die relativen Altersverhältnisse der betreffenden Gesteine verfolgen lassen, sind die Propylite die ältesten, ihnen folgen die Dacite und diesen erst die quarzfreien Hornblende- und die Augitandesite. Ebenso sind die früher Trachydolerit genannten Gesteine mit den Andesiten zu vereinen.

Andira Lam., Sträucher mit unpaarig gefiederten Blättern, rosenroten oder violetten Blüten in