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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Antigrăphon; Antigŭa

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Antigraphon - Antigua.

keiten gegen ihn begannen. In Kleinasien gewann er das anfangs Verlorne durch seine Söhne Demetrios und Philippos wieder; Demetrios befreite auch 307 Athen und Megara von der Herrschaft des Kassandros und entriß Kypros dem Ptolemäos, woraus A. und Demetrios den Königstitel annahmen in der Hoffnung, das Reich Alexanders unter ihrem Zepter zu vereinigen. Im J. 306 drang A. bis an den Nil vor, während sein Sohn Ägypten mit der Flotte bedrohte, wurde jedoch zum Rückzug genötigt. Des Demetrios Angriff auf Rhodus, das ihm den Beistand wider Ägypten verweigert hatte, scheiterte 304. Glücklicher war A. in Griechenland, wo Kassandros bald um Frieden bitten mußte. A. verlangte unbedingte Unterwerfung. Da suchte Kassandros bei Lysimachos in Thrakien Hilfe, und 302 kam zwischen diesem und Ptolemäos und Seleukos ein Bündnis gegen A. zu stande. Bei Ipsos in Phrygien erfolgte 301 die Entscheidungsschlacht, in welcher der 82jährige A. Reich und Leben verlor. Das Reich Asien stürzte mit dem, der es aufgerichtet hatte. A. war nicht frei von Härte, Grausamkeit und wilder Eroberungslust; aber seine Verachtung feiler Schmeichelei und asiatischer Üppigkeit, seine Besonnenheit im Glück und unüberwindliche Kaltblütigkeit im Unglück, verbunden mit außerordentlicher Feldherrnklugheit, erheben ihn dennoch weit über die meisten seiner Zeitgenossen.

2) A. I., Gonatas (entweder von Gonnoi in Thessalien, seinem Erziehungsort, oder ein makedonisches Wort, s. v. w. eine das Knie schirmende Eisenplatte), König von Makedonien, Enkel des vorigen, Sohn des Demetrios Poliorketes und der Phila, Antipatros' Tochter, einer der edelsten Fürsten des Altertums, geb. 320 v. Chr., blieb, als sein Vater 287 nach Asien ging, im Peloponnes als Befehlshaber zurück und erbte 283 von ihm das Königreich Makedonien, erlangte aber erst 276 nach mannigfachen Kämpfen seine Anerkennung. Als Regent vereinigte er Kraft mit Milde. Er schlug Antiochos I. aus Syrien zurück und besiegte die einbrechenden Gallier, konnte sich aber gegen Pyrrhos, der 273 in Makedonien einfiel, nur in einigen Seestädten behaupten, bis ihm das Vordringen des Pyrrhos nach dem Peloponnes Gelegenheit gab, das Verlorne wiederzugewinnen. Nach Pyrrhos' Tod strebte er hauptsächlich nach Vereinigung Griechenlands mit Makedonien; allein ein Angriff Alexanders, des Sohns des Pyrrhos, würde ihm noch einmal sein Reich entrissen haben, wenn ihn nicht ein Sieg seines Sohns rechtzeitig befreit hätte. A. starb 239. Züge seines ritterlichen, großmütigen Sinnes gibt Plutarch im "Leben des Demetrios und Pyrrhos". Ihm folgte sein Sohn Demetrios II.

3) A. II., Doson ("der geben will, aber nicht gibt"), König von Makedonien, Sohn des Demetrios von Kyrene und der Olympias, ein durch Thatkraft und Klugheit ausgezeichneter Regent, führte nach Demetrios' II. Tod (229 v. Chr.) anfänglich für dessen Sohn Philipp, dann als Selbstherrscher die Regierung, vermählt mit Chryseis, der Witwe seines Vorgängers. Er hatte mit den Dardanern und Ätoliern und mit innern Unruhen zu kämpfen. Vom Achäischen Bund gegen den spartanischen König Kleomenes zu Hilfe gerufen, segelte A. im Spätsommer 223 mit 24,000 Mann nach dem Isthmus; Kleomenes mußte vor der Übermacht zurückweichen, und auf dem Bundestag in Ägion wandelte sich ganz Hellas in einen Staatenverein um, als dessen Haupt- und Oberfeldherrn man A. anerkannte. A. besiegte hierauf die Spartaner in einer entscheidenden Schlacht bei Sellasia (221) in Lakonien, betrat als Sieger das seit der Heraklidenzeit nie mehr eroberte Sparta und zwang die Stadt zum Beitritt zu dem Makedonischen Bunde, der jetzt außer den Ätoliern ganz Griechenland umfaßte. Eines Illyriereinfalles wegen nach Makedonien zurückgekehrt, starb A. 221. Ihm folgte Philipp, der 16jährige Sohn Demetrios' II.

4) Sohn Aristobulos' II., der letzte König der Juden aus dem Geschlecht der Makkabäer, regierte 39-37 v. Chr. Mit seinem Vater 63 von Pompejus als Gefangener nach Rom geschickt, entfloh er 56, ward 55 von neuem gefangen und erlangte 42 abermals die Freiheit. Im J. 40 setzte er sich mit parthischer Hilfe in Jerusalem fest, und sein Gegner Herodes, der Schützling der Römer, mußte nach Rom fliehen, nachdem Hyrkanos abgesetzt und verstümmelt worden war. Nachdem aber der römische Legat die Parther geschlagen hatte, ward A. von den Triumvirn für einen Feind des römischen Volks erklärt und 39 Herodes zum König in Judäa ernannt. Dieser eroberte in dreijährigem Kampf Judäa und nach hartnäckiger Verteidigung auch 37 Jerusalem. A., der sich feigherzig ergab, ward auf Antonius' Befehl in Antiochia hingerichtet.

5) A. Karystios, griech. Grammatiker und Sammler, aus Karystos auf Euböa gebürtig, lebte um 250 v. Chr. und verfaßte außer andern Schriften eine Sammlung: "Wunderbare Geschichten", die meist aus angeblich Aristotelischen Schriften und andern ähnlichen verlornen Werken gezogen sind und von J. ^[Johann] Beckmann (Leipz. 1791), Westermann in den "Scriptores rerum mirabilium graeci" (Braunschw. 1839) und von Keller in "Rerum naturalium scriptores graeci minores", Bd. 1 (Leipz. 1877), herausgegeben wurden.

6) A. Sochäus, aus Socho in Judäa gebürtig, jüd. Religionslehrer und dritter Präsident des Hohen Rats zu Jerusalem nach dem babylonischen Exil, gest. 264 v. Chr., lehrte, daß man Gott aus kindlicher Furcht und Liebe, ohne Rücksicht auf einstige Vergeltung dienen müsse, welche Lehre von seinem Schüler Zadock und den Sadduzäern später zur Leugnung der Auferstehung von den Toten angewendet worden sein soll.

Antigrăphon (griech.), Gegen-, Abschrift; Abdruck.

Antigŭa, britisch-westind. Insel, nördlich von Guadeloupe, 257 qkm (4,6 QM.) groß, von ovaler Gestalt, hat felsige, mit zahlreichen Buchten versehene Küsten und wird von den Sheekerleybergen, deren höchste Spitze der 405 m hohe Boggies' Hill ist, im S. und SW. durchzogen. Flüsse und Bäche fehlen, und nur wenige Quellen sind vorhanden, so daß die Bewohner gezwungen sind, ihren Wasservorrat in Zisternen zu sammeln. Vulkanische Gesteine herrschen vor, wenn auch ohne hervortretende Vulkankegel; aber Kalk- und Sandsteine überlagern sie zum Teil. Der Boden ist fruchtbar. Das Klima ist für Westindien trocken, und obschon jährlich an 700 mm Regen fallen, so ist doch Dürre nicht selten. Auch Orkane und Erdbeben (das jüngste im Herbst 1874) verheeren zuweilen die Insel. Die Bewohner (1882: 34,231) sind vorwiegend Neger. Sie leben meist als kleine Grundbesitzer in der Nähe der großen Plantagen, auf denen sie Arbeit finden. In religiöser Beziehung teilen sie sich unter Anglikaner, Herrnhuter und Wesleyaner. Zuckerbau ist die wichtigste Beschäftigung (Ernte 1880: 36,324 hl Zucker, 20,835 hl Melasse, 17,663 Lit. Rum); aber auch Tamarinden, Arrowroot und etwas Baumwolle kommen zur Ausfuhr, die sich im Jahresdurchschnitt von 1877 bis 1881 auf 231,922 Pfd. Sterl. belief, wogegen die Einfuhr