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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Antimakassars; Antimensium; Antimēren; Antimetabŏle; Antimōn; Antimonbasen; Antimonblende; Antimonblüte; Antimonchlorid

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Antimakassars - Antimonchlorid.

seiner Dichtungen (gesammelt von Stoll, Dillenb. 1845, und in Bergks "Poetae lyrici graeci"; Übersetzung nebst Biographie von W. E. Weber, 1826) zeigen eine harte und gesuchte, oft auch schwülstige Sprache und bekunden mehr Kunst und Gelehrsamkeit als Dichterkraft. Als Grammatiker veranstaltete er eine Rezension der Homerischen Gedichte.

Antimakassars, s. Makassaröl.

Antimensium (griech.), in der griechischen Kirche das vom Bischof geweihte Altartuch, welches, über den Altartisch gebreitet, denselben zum Opferaltar macht, an dem die Messe gefeiert werden kann.

Antimēren (Gegenstücke), s. Tier.

Antimetabŏle (griech.), Redefigur, s. Antithese.

Antimōn (Spießglanz, Spießglas, Spießglanzkönig, Antimonium, Stibium) Sb, chem. Element, welches früher zu den Metallen, jetzt zu den Nichtmetallen gerechnet wird, findet sich selten gediegen (Andreasberg, Přibram, Allemont, Schweden), meist mit Schwefel verbunden als Antimonglanz (Grauspießglanz) Sb2S3 ^[Sb_{2}S_{3}] mit 71,76 Proz. A., oft silber- und goldhaltig, mit Schwefel und Eisen verbunden als Berthierit FeSSb2S3 ^[FeSSb_{2}S_{3}] mit 56,7 Proz. A. und in zahlreichen Nickel-, Kupfer-, Blei- und Silbererzen (Nickelantimonkies, Antimonkupferglanz, Bournonit, Federerz, Sprödglaserz, Schilfglaserz, Weißgüldigerz, Fahlerz, Rotgüldigerz), dann als Antimonarsen, Antimonnickel, Antimonsilber, oxydiert als Antimonblüte (Weißspießglanz) Sb2O3 ^[Sb_{2}O_{3}], Antimonoxyd mit 83,56 Proz. A., und Antimonblende (Rotspießglanz) Sb2O3 ^[Sb_{2}O_{3}], 2Sb2S3 ^[2Sb_{2}S_{3}], Antimonoxyd mit Schwefelantimon mit 75,3 Proz. A. Gewonnen wird das A. durch Reduktion aus Antimonblüte (s. d.), bei uns aber meist aus Grauspießglanzerz oder aus dem durch Ausseigerung dieses Erzes gewonnenen Schwefelantimon und zwar auf ähnliche Weise wie das Blei aus Bleiglanz. Bei der Niederschlagsarbeit wird das Schwefelantimon oder das rohe Erz mit Eisen erhitzt, wobei sich Schwefeleisen bildet und metallisches A. abgeschieden wird. Vorteilhaft setzt man hierbei schwefelsaures Natron und Kohle zu, weil das gebildete Schwefelnatrium mit dem Schwefeleisen eine leicht schmelzbare Schlacke bildet, von der sich das A. bei niedriger Temperatur trennen läßt. Immerhin bleibt auch dann noch der Verlust durch Verdampfen von A. ziemlich beträchtlich. Bei der Röstarbeit wird das Erz oder das daraus gewonnene Schwefelantimon im Flammofen geröstet und das Röstprodukt, die Spießglanzasche, die wesentlich aus Antimontetroxyd besteht, mit kohlensaurem Natron und Kohle in Tiegeln reduziert. Das rohe A. enthält stets Arsen, Kupfer, Blei, Eisen, auch wohl etwas Schwefel und wird gereinigt, indem man es wiederholt mit Schwefelantimon und schließlich mit kohlensaurem Natron und etwas Salpeter oder mit Antimonoxyd schmelzt, weil die genannten Metalle größere Verwandtschaft zum Schwefel oder Sauerstoff besitzen als das A. Zur völligen Reinigung des Antimons von Arsen schmelzt man es mit Schwefelantimon und kohlensaurem Natron und dann noch zweimal mit kohlensaurem Natron, wobei erforderlich ist, daß das A. stark eisenhaltig sei.

Reines A. ist glänzend silberweiß, grobblätterig kristallinisch, vom spez. Gew. 6,71-6,86, Atomgewicht 122; es ist härter als Kupfer, sehr spröde und leicht pulverisierbar; es verändert sich nicht an der Luft, schmilzt bei 425°, verflüchtigt sich in starker Hitze, verbrennt an der Luft zu Antimonoxyd, löst sich in heißer Salzsäure und in Königswasser zu Antimonchlorid, wird von heißer konzentrierter Schwefelsäure in schwefelsaures Antimonoxyd und von Salpetersäure in Antimonoxyd verwandelt; mit Salpeter verpufft es im glühenden Tiegel zu antimonsaurem Kali. Mit Chlor und Schwefel verbindet es sich direkt. Äußerlich gleicht das A. völlig den Metallen, aber in seinem chemischen Verhalten bildet es mit Phosphor und Arsen eine natürliche Gruppe; es ist dreiwertig und bildet mit Sauerstoff antimonige Säure (Antimonoxyd) H3SbO3 ^[H_{3}SbO_{3}] und Antimonsäure H3SbO4 ^[H_{3}SbO_{4}], von denen aber nur die Anhydride Sb2O3 ^[Sb_{2}O_{3}] und Sb2O5 ^[Sb_{2}O_{5}] bekannt sind, und mit Wasserstoff den Antimonwasserstoff H3Sb ^[H_{3}Sb].

Das A. dient zur Darstellung mehrerer offizieller Antimonpräparate und Farben; aus Antimonchlorid durch Zink als schwarzes Pulver gefällt, wird es als Eisenschwarz zum Bronzieren benutzt. Man überzieht auch Kupfer und verkupfertes Eisen mit A., um es vor Rost zu schützen; hauptsächlich aber verwendet man A. zu Legierungen. Der Spießglanz war schon im Altertum bekannt und wurde im Orient, wie noch jetzt, zum Bemalen der Augenbrauen benutzt. Dioskorides und Plinius erwähnen ihn als Heilmittel, letzterer unter dem Namen stibium, während er in der lateinischen Übersetzung Gebers antimonium genannt wird. Die Benennung Spießglas gebraucht zuerst Basilius Valentinus, der in seinem "Triumphwagen des Antimons" (1460) viele Präparate desselben beschreibt und auch die Darstellung des Antimons, diese aber nicht als etwas Neues, angibt. Das Schwefelantimon wurde früh zur Scheidung des Goldes und Silbers benutzt, auch die Antimonpräparate fanden schon im Mittelalter medizinische Verwendung. Gegenwärtig liefern Ungarn, England, Spanien, der Harz, Italien, Frankreich und Kanada das meiste A. In Frankreich verarbeitet man Weißspießglanz aus Algerien, in England solchen aus Borneo und Antimonglanz aus China und Australien.

Antimonbasen, s. Basen.

Antimonblende (Rotspießglanzerz, Pyrostibit), Mineral aus der Ordnung der Sulfosalze, kristallisiert monoklinisch, findet sich meist nadel- oder haarförmig, derb, ist kirschort ^[richtig: kirschrot] mit Diamantglanz, schwach durchscheinend, besteht aus Antimonoxyd mit Schwefelantimon Sb2O3 ^[Sb_{2}O_{3}], 2Sb2S3 ^[2Sb_{2}S_{3}], mit 75,31 Proz. Antimon und 5 Proz. Sauerstoff und findet sich in Ungarn, Frankreich, Ostkanada, besonders aber in Toscana, von wo es als Antimonerz nach Marseille gebracht wird.

Antimonblüte (Weißspießglanzerz, Weißantimonerz, Valentinit), Mineral aus der Ordnung der Anhydride, kristallisiert rhombisch, findet sich auch derb und eingesprengt in stängeligen und körnigen Aggregaten, ist gelblich- oder gräulichweiß, aschgrau, mit Perlmutter- und Diamantglanz, halbdurchsichtig bis durchscheinend, Härte 2,5-3, spez. Gew. 5,6, besteht aus Antimonoxyd Sb2O3 ^[Sb_{2}O_{3}] mit 83,56 Proz. Antimon, findet sich in Rheinpreußen, Ungarn, Frankreich, Algerien, besonders in der Provinz Konstantine, von wo es als Antimonerz nach Frankreich gebracht wird, und auf Borneo. Das Antimonoxyd tritt auch in tesseralen Formen auf und findet sich so als Senarmontit in oft etwas krummflächigen Kristallen, auch derb, Härte 2-2,5, spez. Gew. 5,22-5,30, in Ungarn, Ostkanada und Konstantine.

Antimonchlorid (Antimontrichlorid, Antimonchlorür, Chlorantimon) SbCl3 ^[SbCl_{3}] erhält man bei der Einwirkung von Chlor auf überschüssiges Antimon oder beim Auflösen von Antimonoxyd oder Schwefelantimon in Salzsäure, Verdampfen der Lösung und Destillation; es verflüchtigt sich und setzt