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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Arese-Visconti; Aretalog; Aretäos; Arete; Arethusa

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Arese-Visconti - Arethusa.

Voigt, Beiträge zur Mythologie des A. und der Athene ("Leipziger Studien", Bd. 4, S. 225 ff.).

Wie A. im Kultus sehr zurücktrat, so ist er auch in der bildenden Kunst der Griechen weniger als andre Götter des Olymp behandelt worden. Unter den verloren gegangenen Werken waren die Statue von Alkamenes im Arestempel zu Athen und der sitzende Areskoloß des Skopas, welcher später nach Rom versetzt wurde, am meisten berühmt. Erhalten haben sich wenige größere Monumente, das bedeutendste ist die Statue des sitzenden A. in der Villa Ludovisi zu Rom (vgl. Abbildung), welche der Kunstrichtung des Lysipp angehört und den Gott in Liebesgedanken versunken, daher von Eroten (einer zu Füßen, ein zweiter früher neben der linken Schulter) umspielt, darstellt. Hier hat A. einen dem Hermes verwandten, nur etwas derbern Typus, kurz gelocktes Haar und etwas kräftigere Formen als die jugendlichern Götter Apollon, Dionysos und Hermes, ist aber, wie in der Zeit der reifen Kunst stets, unbärtig, während ihn die ältere Kunst und später die römische ebenso konstant vollbärtig auffaßten. Unsicher ist die Deutung des gewöhnlich als Achill erklärten A. Borghese im Louvre, welcher stehend und nur mit dem Helm bekleidet dargestellt ist. In der römischen Kunst erscheint A. stets vollgerüstet und meist stehend; auf Münzen bezeichnet ein lebhafter Schritt den Gradivus, ein Legionsadler und andre Feldzeichen den Stator und Ultor (der sie dem Feind wieder abgewonnen), Viktorien, Trophäen und Ölzweig den Victor und Pacifer. Sehr beliebt war die Gruppierung mit Aphrodite, welche statuarisch und in Wandgemälden gern verwertet wurde; in römischer Zeit ist A., zur Rhea Silvia niedersteigend, öfters behandelt worden.

^[Abb.: Ares (Rom, Villa Ludovisi).]

Arese-Visconti, Francesco, Graf, ital. Staatsmann, geb. 12. Aug. 1805 zu Mailand, studierte in Pavia Rechtswissenschaften, beteiligte sich 1830 bei der von Mazzini angezettelten Schilderhebung, konnte jedoch nach der Schweiz entfliehen, wo er bei der ihm befreundeten Königin Hortense im Schloß Arenenberg ein Asyl fand. Nach kurzem Aufenthalt in Paris ging A. als Freiwilliger 1832 mit der Fremdenlegion nach Algerien, lebte, nach Europa zurückgekehrt, wieder in Arenenberg und begleitete 1836 auf Wunsch der Königin Hortense ihren Sohn, den spätern Kaiser Napoleon III., in die Verbannung nach Nordamerika. Die allgemeine Amnestie Kaiser Ferdinands 1838 gestattete dem Grafen die Rückkehr in die Heimat wo ihn Massimo d'Azeglio bald für die Pläne Karl Alberts gewann. Nach Ausbruch der Revolution in Mailand 1848 kämpfte A. als Freiwilliger gegen die Österreicher und flüchtete nach dem unglücklichen Ausgang des Kriegs mit seiner ganzen Familie nach Piemont, wo er von Genua ins Parlament gewählt wurde. Aus dieser Zeit datieren seine geheimen Missionen bei Napoleon, mit dem er schon damals den Plan faßte, die Österreicher aus Italien zu vertreiben. A. war damals lange Zeit Gast des Kaisers in den Tuilerien. Im J. 1854 wurde A. Senator und siedelte nach Turin über, wo er seitdem zu den intimsten Ratgebern Cavours zählte. A. war es welcher die geheimen Verhandlungen Piemonts mit Napoleon wegen der Teilnahme am Krimkrieg führte und 1859 nach Cavours Rücktritt den Kaiser zum Verzicht auf eine weitere Intervention in Italien bewog. Im J. 1864 war es wiederum A., welcher die bekannte Septemberkonvention wegen Roms und wegen der Verlegung der Hauptstadt von Turin nach Florenz mit dem Kaiser vereinbarte. Den letzten diplomatischen Dienst bei Napoleon erwies A. seinem König 1866, indem er des Kaisers Billigung der italienisch-preußischen Allianz und der Abtretung Venetiens erwirkte. Nach 1866 trat A. ins Privatleben zurück. Er starb 25. Mai 1881 in Florenz, wo er seit 1866 privatisierte. Im Parlament saß A. stets auf der Rechten. A. hinterließ drei Söhne, von denen einer, Graf Marco, seit Jahren dem Parlament als Deputierter der Rechten angehört.

Aretalog (griech.), Tugendschwätzer.

Aretäos, Arzt, aus Kappadokien gebürtig, lebte in Rom zu Ende des 1. und Anfang des 2. Jahrh. n. Chr., war der eklektischen Schule zugethan und galt nächst Hippokrates für den besten Beobachter der Krankheiten. Die Ergebnisse seiner langjährigen Erfahrungen legte er in einem Werk nieder, dessen vier erste Bücher von den Ursachen und Zeichen der akuten und chronischen Krankheiten, die vier andern von der Heilung derselben handeln. Ausgaben lieferten Wiggan (Oxf. 1723), Boerhaave (Leid. 1731), Kühn in den "Medici graeci" (Leipz. 1828), Ermerius (Utr. 1848), Adams (Lond. 1856); eine deutsche Übersetzung Mann (Halle 1858). Vgl. Locher, A. aus Kappadokien (mit Übersetzung, Zür. 1847).

Arete (griech.), Tugend, auch als Personifikation.

Arete, Gemahlin des Phäakenkönigs Alkinoos, welche dem Odysseus wohlgesinnt war.

Arethusa, eine der Nereiden, Nymphe der berühmten Quelle A. auf der Insel Ortygia bei Syrakus, die einen unterirdischen Zusammenhang mit dem Alpheios (s. d.) im Peloponnes haben sollte. A. wurde zu Syrakus göttlich verehrt. Später galt A. auch für die Muse des Hirtengedichts (vgl. Musen). Den Namen A. führten übrigens noch zahlreiche andre Quellen, z. B. eine auf Ithaka (jetzt Lebado), auf Euböa bei Chalkis, bei Theben in Böotien, bei Argos im Peloponnes etc.