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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Arktuation; Arkwright; Arlanc; Arlberg; Arlecchīno; Arles

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Arktuation - Arles.

Arktuation (lat.), bogenförmige Krümmung.

Arkwright (spr. árk-reit), Sir Richard, Mechaniker, geb. 23. Dez. 1732 zu Preston in Lancashire, ließ sich 1760 in Bolton le Moors als Barbier nieder und erwarb durch ein Haarfärbemittel ein kleines Vermögen. Er widmete sich nun unter Beihilfe des Uhrmachers John Kay in Warrington mechanischen Arbeiten und konstruierte 1768, angeregt durch eine kurz zuvor bekannt gewordene Erfindung von Hargraves, eine Spinnmaschine. Im J. 1769 nahm er das erste Patent darauf, welches 1774 noch auf zehn Jahre verlängert wurde, nachdem er verschiedene Verbesserungen an dem Krempel- und Spinnprozeß gemacht hatte. Er begab sich mit Kay und Smalley von Preston 1768 nach Nottingham, wo er bei Strutt u. Need, den Inhabern einer ansehnlichen Strumpffabrik, die erforderlichen Geldmittel fand. Die erste Spinnerei, welche er in Nottingham errichtete, wurde durch Pferde betrieben. Da sich aber diese Betriebsart als zu kostspielig erwies, legte er 1771 eine zweite großartige Faktorei zu Cromford in Derbyshire an, deren Maschine durch ein Wasserrad in Bewegung gesetzt wurde. Die Arkwrightsche Spinnmaschine war eine Verbindung von Wyatts Walzenpaaren zum Strecken der Krempelbänder oder Lunten mit der viel früher in Deutschland benutzten Flügelspindel des Jürgensschen Flachsspinnrads, und da ihr A. gleich anfänglich die Einrichtung zum Betrieb durch Wasserkraft gegeben hatte, so nannte er sie als erste derartige Ausführung Waterspinnmaschine und das damit gesponnene und wegen stärkerer Fadendrehung hauptsächlich für Kette geeignete Garn Watergarn (water twist). Obschon später diese Maschine mehrfache Verbesserungen erfahren hat, so liegt doch ihr Prinzip der jetzigen Spinnerei noch zu Grunde. A. wurde von den Arbeitern, später auch von den Manufakturisten vielfach angefeindet, und 1781 griffen letztere durch eine Klage die Gültigkeit des Arkwrightschen Patents an. Der Richterspruch fiel gegen A. aus, und in der That scheint ein von Kay vor 1768 für einen gewissen Highs oder Hayes aus Bolton angefertigtes Modell die Quelle von Arkwrigths Erfindungen gewesen zu sein. Jedenfalls aber war A. ein talentvoller und außerordentlich thätiger Mann, der durch Ausdauer und kühnen Unternehmungsgeist, ungeachtet seiner mangelhaften Erziehung, große Erfolge errang. Bei seinen ausgebreiteten Verbindungen die Mängel seiner Bildung fühlend, suchte er sich noch im Alter Sprachkenntnisse anzueignen. Im J. 1786 wurde A. Obersheriff von Derbyshire und bald darauf in den Ritterstand erhoben. Er starb 3. Aug. 1792 in Cromford.

Arlanc (spr. -lāng), Stadt im franz. Departement Puy de Dôme, Arrondissement Ambert, an der Dolore, hat Mineralquellen, Spitzenfabrikation und (1876) 1840 Einw.

Arlberg, ein kristallinischer Gebirgsstock der Algäuer Alpen, welcher sich, 1797 m hoch, als gewaltiger Keil in die Kalkalpen eindrängt und die Grenze bildet zwischen Tirol und Vorarlberg (dem Land "vor dem A."). Über denselben führt eine Straße aus dem Rosanna- oder Stanzer Thal (Inn) in der Paßhöhe von 1699 m nach dem Klosterthal (Ill). Es ist dies notorisch einer der unwirtlichsten Pässe Tirols; der Winter hat dort regelmäßig eine Dauer von 7 bis 8 Monaten, die Temperatur sinkt bis -36° C., und der Schnee liegt durchschnittlich nahe an 7 Monate lang 4 m hoch. Auf der Höhe des Arlbergs zu St. Christoph errichtete 1386 ein Findling, Heinrich, die "St. Christophbrüderschaft" zur Rettung verunglückter Wanderer; Kaiser Joseph II., welcher sie auflöste, ließ dafür eine neue Straße anlegen, die 1824 in ihrer gegenwärtigen Gestalt hergestellt wurde. Diese Straße, welche von Bludenz über den A. nach Landeck und Innsbruck führt, war lange Zeit die einzige, welche Vorarlberg mit den übrigen Teilen der Monarchie indirekte Verbindung setzte; sie blieb aber infolge der klimatischen Verhältnisse oft monatelang gesperrt, so daß der Verkehr der Vorarlbergs mit Österreich dann seinen Weg über Bayern zu nehmen hatte. Der Gedanke an eine engere Verknüpfung des Landes mit dem benachbarten Tirol (Innsbruck; mittels eines Schienenwegs wurde schon 1864 gefaßt und dann 1869 die Vorarlberger Bahn von Bludenz bis zum Bodensee als Teilstrecke einer zu erbauenden Arlbergbahn (mit Tunnel durch den A.) in Angriff genommen. Die Verhandlungen wegen der letztern zogen sich indessen hin, und erst im Mai 1880 war der Plan festgestellt und die Ausführung desselben gesichert. Der Bau begann; bereits 15. Nov. 1883 erfolgte der Durchschlag des Tunnels, und 20. Sept. 1884 wurde die Arlbergbahn eröffnet. Dieselbe ist 135,8 km lang und zerfällt in zwei Sektionen: die Thalbahn Innsbruck-Landeck (71,3 km) und die Gebirgsstrecke Landeck-Bludenz (64,5 km); letztere bildet den Schwerpunkt der technischen Frage. Hier führt die Bahn durch das Stanzer (Rosanna-) Thal und steigt nach Zurücklegung einer Strecke von 28,4 km zur Station St. Anton auf, dem 1302 m hohen östlichen Eingang des Haupttunnels. Letzterer durchfährt die Arlbergalp, mit 2 pro Mille (1:500) auf 4070 m Länge bis zum Kulminationspunkt in 1310 m Seehöhe ansteigend und dann mit 15 pro Mille (1:67) auf 6200 m Länge bis zu dem in 1215 m Seehöhe gelegenen westlichen Tunnelportal bei Langen abfallend. Während auf der offenen Strecke die Bahn eingeleisig angelegt wurde, erhielt der Tunnel zwei Geleise. An das westliche Portal schließt sich die 25,8 m lange westliche Zufahrtsstrecke. Die Kosten des gesamten Baues wurden durch Gesetz auf 35,6 Mill. Fl. (durchschnittlich 260,620 Fl. pro Kilometer) präliminiert, wovon auf den Haupttunnel 16,216,000 Fl. oder 1580 Fl. pro Meter entfielen. Die Wegabkürzungen, welche durch die Arlbergbahn für den Verkehr aus Südungarn über Pusterthal-Brenner-Innsbruck erzielt werden, betragen 217 km oder 43 Proz. gegen die bisherige Route über Kufstein, für Güter, welche von Venedig, Triest, Fiume über Innsbruck, Steinbrück oder Marburg nach Bregenz in die Schweig nach Süddeutschland oder Nordfrankreich befördert werden, 140-284 km, für solche, welche vom Adriatischen Meer nach Amsterdam und Antwerpen bestimmt sind, unter Benutzung der Pontebbalinie 91-154 km. Vgl. Markovits, Die Arlbergbahn und die Handelsverbindungen der österreichisch-ungarischen Monarchie (Wien 1880); Reiseführer von Koch v. Berneck, Pitra, Hörmann (1884). Vergleiche mit andern Alpenbahnen s. unter Alpenstraßen.

Arlecchīno (ital., spr. -lekihno), komische Maske, s. Harlekin.

Arles (spr. árl), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Rhônemündungen, links am Rhône und an der Eisenbahn von Lyon nach Marseille, 24 km vom Meer, ein jetzt ziemlich öder Ort mit engen und schmutzigen Straßen, besitzt zahlreiche Überreste antiker Pracht, unter denen hervorzuheben sind: das Amphitheater, von 140 und 103 m Durchmesser (größer als das von Nîmes), aus 2 Geschossen mit je 60 Arkaden bestehend und ca. 25,000 Zuschauern Platz gewährend (seit 1846 restauriert und gegenwärtig an Festtagen Schauplatz für Stierkämpfe);