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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Ashford - Asiatische Gesellschaften.

carum" (das. 1843) und die mit Übersetzung und Anmerkungen versehene Ausgabe des "Itinerary of Rabbi B. Benjamin of Tudela" (das. 1840).

Ashford (spr. aschfŏrd), Stadt in der engl. Grafschaft Kent, am obern Stour, 20 km südwestlich von Canterbury, mit gotischer Kirche (Turm aus der Zeit Eduards VI.), großen Werkstätten der Südostbahn, Marmorschleifereien und (1881) 9693 Einw.

Ashland, Stadt im amerikan. Staat Pennsylvanien, Grafschaft Schuylkill, inmitten einer der ergiebigsten Steinkohlenregionen, mit (1880) 6052 Einw.

Ashley (spr. äschli), Anthony, Lord, s. Shaftesbury 2).

Ashley (spr. äschli), Anthony Evelyn Melbourne, engl. Schriftsteller und Politiker, geb. 24. Juli 1836 als jüngerer Sohn des Grafen von Shaftesbury, besuchte die Schule zu Harrow und studierte in Cambridge, wo er 1858 graduierte. Im J. 1863 wurde er Sachwalter in London, und 1863-74 fungierte er als Schatzmeister der Grafschaftsgerichtshöfe von Dorsetshire. Zu Lord Palmerston stand er in nähern Beziehungen und war eine Zeit lang dessen Privatsekretär. Im J. 1874 bewarb er sich vergeblich um einen Parlamentssitz für die Insel Wight, wurde aber noch im Mai d. J. für Poole gewählt und gehört dem Unterhaus seit 1880 für Wight an. Er schloß sich der liberalen Partei an, wurde im April 1880 zum Parlamentssekretär des Handelsamts und im Mai 1882 zum Parlaments-Unterstaatssekretär im Kolonialministerium ernannt. Er veröffentlichte eine wertvolle Biographie Palmerstons ("Life of Henry John Temple, Viscount Palmerston", Lond. 1876, 2 Bde.).

Ashmole (spr. äschmol), Elias, engl. Altertumsforscher und Heraldiker, geb. 23. Mai 1617 zu Litchfield in Staffordshire, praktizierte zuerst als Advokat, war während des Bürgerkriegs Hauptmann im Dienste des Königs und Zivilbeamter zu Worcester. Im J. 1649 ließ er sich in London nieder, erhielt nach Karls II. Thronbesteigung die Stelle eines königlichen Heraldikers zu Windsor, wurde später Mitglied der Royal Society und starb 18. Mai 1692. Berühmt sind sein "Theatrum chymicum britannicum" (1652) und seine "Geschichte des Hosenbandordens". Seine reiche Sammlung von antiquarischen, numismatischen und litterarischen Schätzen ward 1679 größtenteils ein Raub der Flammen. Den Rest derselben vermachte A. der Universität Oxford, wo sie im Ashmolean Museum aufgestellt ist.

Ashtabula, Stadt im amerikan. Staat Ohio, am Eriesee, mit kleinem Hafen und (1880) 4445 Einw.

Ashton in Makerfield (spr. äscht'n in mehkerfihld), Stadt in Lancashire (England), 6 km südlich von Wigan, mit Kohlengruben, Fabriken und (1881) 9825. Einw.

Ashton under Lyne (spr. äscht'n önder lain), eine der ältesten Städte Lancashires, 5 km von Manchester, mit (1881) 37,027 Einw., die mit den nahe dabei gelegenen Städten Staleybridge und Dukinfield einen der am dichtesten bevölkerten Bezirke der Grafschaft einnimmt. Baumwoll- und Wollspinnerei ist Hauptindustriezweig. In der Nähe sind ergiebige Kohlengruben. Dabei der Fabrikort Hurst (6382 Einw.).

Asiāgo, Distriktshauptort in der ital. Provinz Vicenza, auf einem 990 m hohen Berge gelegen, Hauptort der sogen. Sette comuni (s. d.), mit einem alten Bergschloß, Strohhutflechterei, bedeutendem Viehhandel und (1881) 2016 Einw.

Asiarchen (griech.), die jährlichen Bevollmächtigten der bedeutendsten Städte in Asia proconsularis, welche die öffentlichen Spiele zu Ehren der Götter und der römischen Kaiser anordnen und auf ihre Kosten ausführen mußten. Sie hatten ihren Sitz in solchen Städten, wo die Festspiele stattfanden und die Tempel der betreffenden Götter standen (vgl. Apostelgesch. 19, 31). Sie wurden von den Städten gewählt und vom Prokonsul bestätigt. Den A. entsprachen für andre römische Provinzen die Bithyniarchä, Galatarchä, Lyciarchä u. a.

Asiatische Banise, Name eines seiner Zeit vielgelesenen Romans von H. A. v. Ziegler (s. d.).

Asiatische Brüder, geheime Gesellschaft, welche 1780 in Österreich entstand und mit ähnlichen Tendenzen wie die Rosenkreuzer sich über Deutschland verbreitete.

Asiatische Gesellschaften, Vereinigungen von Gelehrten zur Erforschung der Geographie und Geschichte, der Religion, der Sitten, Sprachen und Litteraturen Asiens. Die ältesten derartigen Gesellschaften haben sich in Asien selbst und zwar in Ostindien unter den Anregungen europäischer Eroberungen und Kolonisation gebildet. Voran steht die Bataviansch Genootschap van Kunsten en Wetenschappen, zu Batavia 1779 gegründet, welche "Verhandelingen" (seit 1779, mit schätzenswerten Beiträgen zur Kenntnis der südasiatischen Inselwelt) herausgibt, früher auch eine "Tijdschrift voor Nederlandsch Indië" (seit 1842) erscheinen ließ, an deren Stelle 1853 die "Tijdschrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde" trat. Wenig jünger ist die Asiatic Society of Bengal, welche 1784 von W. Jones begründet wurde und die berühmten "Asiatic Researches" (Kalk. 1788-1836, 20 Bde.) herausgab, an deren Stelle seit 1832 das "Journal of the Asiatic Society" erscheint, seit 1865 in zwei Sektionen (eine naturwissenschaftliche und eine philosophisch-historische) geteilt und von den Sitzungsberichten ("Proceedings") begleitet. Eine Abteilung für die Erforschung der physikalischen Verhältnisse Indiens gab besondere "Transactions" (1829-32, 2 Bde.) heraus. Unter Aufsicht dieser Gesellschaft, aber auf Kosten der Ostindischen Kompanie, später der englischen Regierung, erscheint seit 1846 zu Kalkutta die "Bibliotheca indica", eine Sammlung wichtiger Quellenschriften zur Kenntnis des Orients. Sehr viele hervorragende Werke, zum Teil mit englischen Übersetzungen, sind in diesem schon über 500 Hefte zählenden großartigen Sammelwerk zum erstenmal veröffentlicht worden. Im Januar 1884 beging die Asiatic Society in Kalkutta die Feier ihres 100jährigen Bestehens, zu welcher Hörsch, der damalige Ehrensekretär der Gesellschaft, einen "Centenary Report" verfaßte. Im 19. Jahrh. wurden viele derartige Gesellschaften in Europa, namentlich in England und Frankreich, gegründet, als deren bedeutendste die folgenden zu nennen sind: Die Société asiatique zu Paris, welche, 1821 von S. de Sacy, Klaproth, A. Rémusat, Chézy u. a. gegründet, ein reiches Museum enthält, seit 1822 das "Journal asiatique" herausgibt und orientalische Werke hat drucken lassen, z. B. die wichtige "Collection des auteurs orientaux" u. a. Die Royal Asiatic Society of Great Britain and Ireland zu London, von Colebrooke 1823 eröffnet, bestätigt 1824, verfügt ebenfalls über ein bedeutendes Museum und eine reiche Bibliothek. An Stelle ihrer "Transactions" (Lond. 1824-34, 3 Bde.) trat seit 1833 das ungemein reichhaltige "Journal of the Royal Asiatic Society". Mit ihr verbunden wirkte seit 1828 ein Oriental translation Committee durch Herausgabe von Übersetzungen orientalischer Werke. Hierauf erfolgte die Gründung der American Oriental Society zu Boston 1842, deren seit 1850 in New York und New Haven aus-^[folgende Seite]