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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Assyrische Altertümer; Ast; Astaboras; Astacus; Astarte; Astasie; Astatisch; Asteïsmus; Asten

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Assyrische Altertümer - Asten.

verdankt man besonders Rawlinson, Hincks, Talbot, G. Smith, Ménant, Lenormant, Place, Schrader und Oppert, welch letzterer auch (neben M. v. Niebuhr, Brandis, Rawlinson, Layard u. a.) für die Chronologie Bedeutendes geleistet hat (s. Keilschrift und die dort angeführte Litteratur).

Vgl. Botta und Flandin, Monuments de Ninivé (Par. 1847-50, 5 Bde.); Layard, Niniveh and its remains (Lond. 1849, mit Atlas von 100 Tafeln; deutsch, Leipz. 1850) und Discoveries in the ruins of Niniveh and Babylon (Lond. 1853; deutsch, Leipz. 1856); Oppert, Expédition scientifique en Mésopotamie (Par. 1857-64, 2 Bde.); Place, Ninivé et l'Assyrie (das. 1867-69, 2 Bde.); Lenormant, Lettres assyriologiques (das. 1871-79, 4 Bde.); Oppert, Die Grundzüge der assyrischen Kunst (Basel 1872); M. v. Niebuhr, Geschichte Assurs und Babels (Berl. 1857); Oppert, Histoire des empires de Chaldée et d'Assyrie (Versaill. 1865); Rawlinson, The five great monarchies of the ancient eastern world (4. Aufl., Lond. 1879, 3 Bde.); Lenormant, Manuel d'histoire ancienne de l'Orient (9. Aufl., Par. 1882, 3 Bde.; deutsch bearbeitet von Busch, 2. Aufl., Leipz. 1873, 2 Bde.); Ménant, Annales des rois d'Assyrie (Par. 1875); Hommel, Abriß der babylonisch-assyrischen Geschichte (Leipz. 1880); "Revue d'Assyriologie", herausgegeben von Oppert und Ledrain (Par. 1884 ff.).

Assyrische Altertümer, s. Ninive.

Ast, in der Botanik jeder Pflanzenteil, der aus einem früher vorhandenen Pflanzenteil mittels einer Knospe entsprungen ist und mit jenem in morphologischer Beziehung als ein Organ von gleicher Art und Bedeutung erscheint, demselben daher auch in der Regel mehr oder weniger ähnlich ist. Wenn man einen Unterschied zwischen Zweigen und Ästen macht, so versteht man unter letztern die unmittelbar aus dem Stamm oder der Hauptwurzel ausgehenden ersten Verteilungen, unter den Zweigen aber die weitern Verteilungen der Äste. Der Winkel, den ein Ast mit dem Stamm, ein Zweig mit dem Ast aufwärts bildet, heißt Astwinkel (Astachsel, Astgabel, lat. ala, axilla). Die Anordnung der Äste ist beim Stamm wie bei der Wurzel nicht ohne Regelmäßigkeit, und diese Verhältnisse sind für jede Pflanze charakteristisch.

Ast, Georg Anton Friedrich, Philolog und Philosoph, geb. 29. Dez. 1776 zu Gotha, studierte seit 1798 in Jena, ward 1802 Privatdozent daselbst, 1805 ordentlicher Professor der Philologie zu Landshut, siedelte 1826 mit der Universität nach München über und starb daselbst als Mitglied der Akademie der Wissenschaften 31. Okt. 1841. Im Geist Schellings schrieb er: "Handbuch der Ästhetik" (Leipz. 1805); "Grundriß der Ästhetik" (Landsh. 1807; Auszug: "Grundlinien der Ästhetik", das. 1813); "Grundriß der Geschichte der Philosophie" (2. Aufl., das. 1825); "Grundlinien der Philosophie" (2. Aufl., das. 1809); "Grundlinien der Grammatik, Hermeneutik und Kritik" (das. 1808); "Hauptmomente der Geschichte der Philosophie" (Münch. 1829) u. a. Als Philolog widmete A. seine Thätigkeit dem Platon; außer der Bearbeitung einzelner Schriften desselben, namentlich des "Phaedrus" (Leipz. 1810) und der "Politia" (das. 1814, 2 Bde.), und einer Einleitung in das Studium des Philosophen ("Platons Leben und Schriften", das. 1816) verdankt man ihm eine Ausgabe sämtlicher Werke Platons mit lateinischer Übersetzung und reichhaltigen Kommentaren (das. 1819-32, 11 Bde.), welcher zuletzt noch das "Lexicon Platonicum" (das. 1835-38, 3 Bde.) folgte.

Astaboras, Fluß, s. Atbara.

Astacus, Krebs.

Astarte (hebr. Aschtoret), Göttin der Phöniker, das weibliche Gegenbild der Baaltis oder Aschera (s. d.), jungfräulich und der Zeugung feindlich, eine Göttin des Kriegs und des Todes. Sie hatte Tempel zu Tyros und Sidon, auf Kypros und Kythera, zu Karthago etc. Als Kriegsgöttin erscheint sie mit dem Speer bewaffnet und bald auf einem Löwen, bald auf einem Stiere reitend. Wie Moloch (s. d.), dessen weibliches Seitenstück sie darstellt, tritt sie auch mit einem Kuhkopf auf; endlich trägt sie bisweilen die Mondsichel auf dem Haupte, denn der Mond war das Gestirn der Göttin. Ihren Priestern war Ehelosigkeit, ihren Priesterinnen strengste Keuschheit zur Pflicht gemacht; in ihren Tempeln brannte, wie in denen des Moloch, ein ewiges Feuer, und wie diesem Jünglinge, so wurden ihr Jungfrauen geopfert. Das wohlgefälligste Opfer war aber, wenn Priester und Nichtpriester der jungfräulichen Göttin zu Ehren sich selbst entmannten, und dies geschah vornehmlich während ihres großen Festes, das im Frühling gefeiert wurde. In der spätern Zeit gab es Tausende von verschnittenen Dienern in den Tempeln der A.; andre zogen in weiblicher Kleidung bettelnd und ihr Fleisch peinigend durch das Land. Wie aber Baal und Moloch, die wohlthätige und die verderbliche Naturkraft, in der Person des Melkart (s. d.) vereinigt erscheinen, so verschmelzen auch Aschera, die Göttin der Zeugung und Fruchtbarkeit, und A., die todbringende Kriegsgöttin, zu Einem göttlichen Wesen, das abwechselnd Segen und Verderben, Liebesgenuß und Krieg, Geburt und Tod brachte. Gleich dem Melkart (Sonnengott) war nämlich auch A. (Mondgöttin) eine wandernde Göttin; als solche heißt sie bei den Karthagern Dido ("die Schweifende"), der Menschenopfer durch Feuer dargebracht wurden. Bei Neumond war sie im Westen in der Finsternis verschwunden, und die Tyrer begingen dann den "bösen Abend", ein Trauerfest; aber Melkart sucht die Entwichene und findet sie endlich, worauf sich beide vermählen und die strenge Kriegsgöttin A. sich in die freundliche, der Zeugung günstige Aschera verwandelt. Bei den Griechen wurde die umherwandernde A., welche auf dem Stiere reitet und mit der Mondsichel dargestellt wird, zur Europa, welche der Stier-Zeus aus Phönikien entführt, und welche Kadmos (s. d.) vergeblich sucht.

Astasie (griech.), Unstetheit, Unruhe.

Astatisch (griech., "unstet, leicht beweglich") nennt man eine Magnetnadel, welche durch den Erdmagnetismus nur mit sehr geringer Kraft in ihrer Gleichgewichtslage festgehalten wird; man erreicht dies, indem man in der Nähe einen Magnet derart anbringt, daß derselbe die Wirkung des Erdmagnetismus nahezu aufhebt, oder indem man zwei Magnetnadeln an einer und derselben vertikalen Achse so befestigt, daß der Nordpol der obern Nadel über dem Südpol der untern liegt. S. Magnetismus, Galvanometer.

Asteïsmus (griech.), "städtische" Feinheit, namentlich der Rede, Witz; auch s. v. w. Paralipse (s. d.).

Asten, Friedrich Emil von, astronom. Rechner, geb. 26. Jan. 1842 zu Köln, studierte seit 1862 in Bonn Astronomie, veröffentlichte zwei kleine Aufsätze über den Kometen III von 1864, promovierte 1865 mit einer Dissertation über den großen (Donatischen) Kometen von 1858 und ging 1866, beständig leidend, nach Köln zurück. Im J. 1867 trat er in Verbindung mit dem "Berliner Jahrbuch", übernahm mit Becker die Vorausberechnung der Ephemeride des Enckeschen Kometen, und 1868 wurde ihm und Becker die Neu-^[folgende Seite]