Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Atheïst; Athelstan; Athēn

995

Atheist - Athen.

Atheïst, Anhänger des Atheismus.

Athelstan, s. v. w. Ethelstan.

Athēn (hierzu Karte "Umgebung von Athen"), im Altertum die berühmte Hauptstadt Attikas, der hochgefeierte Mittelpunkt althellenischer Kultur, gegenwärtig die Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Griechenland, liegt am Saronischen Golf (Busen von Ägina), der Ostküste des Peloponnes gegenüber, zwischen dem Zusammenfluß der kleinen, im Sommer fast vertrocknenden Flüsse Kephissos und Ilissos. Von der See, mit deren drei Buchten Piräeus, Munychia und Phaleron (von denen nur die erstere noch brauchbar ist) die Stadt einst durch feste Mauern verbunden war, ist sie etwa 4 km entfernt. Wenn man in den kleinen, doch sehr sichern Hafen des Piräeus einfährt, gewahrt das Auge eine von mäßigen Bergen begrenzte weite Ebene, deren Länge 23 und deren Breite 6-9 km betragen mag. Der Berg zur rechten Hand ist der wegen seines Honigs berühmte Hymettos. Das Tiefland wird von einem Olivenwald durchschnitten, der, schmal, aber lang, etwa 2 km vom Piräeus anfängt. Östlich von diesem Olivenwald und 2 km vom Fuß des Hymettos erhebt sich isoliert ein mäßiger Felsenhügel, den uns der die Spitze krönende Tempel der Athene als die Akropolis, die alte Burg von A., bezeichnet. Von ihr als dem eigentlichen Kern der Stadt gehen wir bei der topographischen Beschreibung des alten A. aus.

Das alte Athen (Athenä).

(Vgl. obenstehenden Plan von Alt-Athen.)

Die Akropolis soll von Kekrops gegründet worden sein und daher in der mythischen Geschichte den Namen Kekropia geführt haben. Auf einem steilen, bis 156,6 m ü. M. und etwa 90-100 m über die Stadt sich erhebenden Felsen ruhend, bildete sie eine natürliche Festung und war außerdem durch eine Mauer geschützt, welche, von Pelasgern aus der Nordseite angefangen, von Kimon (461 v. Chr.) um die Südseite herumgeführt wurde. Die Burg schloß eine Menge der ausgezeichnetsten Kunst- und Bauwerke ein. Den Eingang bildeten auf der Westseite die berühmten Propyläen, ein Prachtthor mit 9 m hohen Säulen, welches Perikles 436-431 mit einem Aufwand von 2012 Talenten (ca. 9½ Mill. Mk.) von Mnesikles aus weißem Marmor errichten ließ. Von der Stadt aus führte zu denselben (an Stelle des alten schmalen, durch neun Thore verteidigten Burgweges, des sogen. Enneapylon) eine breite, gewundene, mit durch Querrillen für Pferde und Wagen gangbar gemachten Marmorplatten belegte Fahrstraße, auf welcher der panathenäische Festzug zum Tempel der Schutzgöttin der Stadt hinaufstieg. Das Thor hatte zur Seite vorspringende Flügelgebäude, rechts auf einer Bastion einen um 432 erbauten Tempel der Athene Nike, welcher, ein kleiner, zierlicher Marmorbau mit sechs ionischen Säulen, seit 1835 durch die Anstrengungen von Roß, Schaubert und Hansen sich wieder aus den Ruinen erhoben hat, und links eine Gemäldehalle (Pökile), von der noch Mauern erhalten sind. In den innern Burgraum eingetreten, gelangte man auf der rechten Seite zu der Hauptzierde der Akropolis, zu dem kolossalen Parthenon, einem Tempel der Athene Parthenos, welchen Perikles von Iktinos und Kallikrates an der Stelle eines ältern, von den Persern zerstörten Athenetempels um 444 v. Chr. erbauen ließ (s. Tafel "Baukunst IV", Fig. 6). Der Tempel, aus pentelischem Marmor erbaut, ist 71,3 m lang, 30,8 m breit, 19,8 m hoch und mit der Vorderseite nach O. gekehrt. Er ruht auf einer hohen Plattform, hat ringsum eine einfache Säulenhalle (Peripteros), an der Fronte 8 Säulen, an jeder Langseite 17 Säulen dorischer Ordnung, jede 10,3 m hoch und von 1,78 m im Durchmesser. Der Tempel war mit den herrlichsten Bildwerken

^[Abb.: Plan des alten Athen.]