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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Auge

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Auge (der niedern Tiere).

sten H eingeschlossen in Form einer sekundären elektrischen Maschine M (elektrodynamischen Kraftmaschine), welche mittels Schnecke S und Schneckenrad die Räder R_{1} R_{2} in Bewegung setzt. Diese greifen in die Sprossen einer leiterförmigen Zahnstange L ein und klettern so, das Fördergestell mitnehmend, an derselben auf und ab. Die Elektrizität wird von einer primären elektrischen Maschine (Induktionsmaschine) durch die Leiter L und die Leitrollen r einerseits und die bei x befestigten Bandseile D anderseits geleitet, welche zugleich auch zur Ausbalancierung des Gewichts des Fördergestelles mittels Gegengewichte dienen. Vgl. Riedler, Personen-, Lastenaufzüge und Fördermaschinen (im Bericht über die Weltausstellung in Philadelphia 1876, Heft 20); Hauer, Die Fördermaschinen der Bergwerke (Leipz. 1874); Weißbach, Ingenieurmechanik, 3. Teil, 2. Abteil. (Braunschw. 1880). - In der Weberei bezeichnet man mit Aufzug bisweilen die Kette.

^[Abb.: Fig. 5. Pneumatischer Aufzug.]

Auge (Oculus), das Sehwerkzeug der Tiere, wird in seiner einfachsten Form bei manchen niedern Tieren durch einen farbigen Fleck dargestellt, an den ein Nerv (Sehnerv) herantritt, so daß eine Empfindung, wenn auch nicht eine dem wirklichen Sehen gleichkommende, wenigstens durch die im Licht enthaltenen Wärmestrahlen hervorgebracht werden kann. Ein unzweifelhaft zum Sehen dienendes A. läßt sich aber dann annehmen, wenn die Nervenendigung an der äußersten Spitze von Farbstoff frei bleibt und so allein der Lichtwirkung ausgesetzt wird. Ist zudem das Ende des Nervs in ein Stäbchen (Sehstäbchen) ausgezogen, so sind alle Bedingungen für ein Sehorgan erfüllt, denn auch die kompliziertesten Augen bestehen im wesentlichen aus einer Anzahl solcher von Pigment zum Teil umhüllter, stäbchenförmiger Nervenendigungen. Zur Sammlung der Lichtstrahlen befindet sich an sehr vielen Augen eine durchsichtige sogen. Linse vor den Stäbchen, außerdem treten namentlich bei den höhern Tieren noch besondere Schutzorgane (Augenlider, Thränenapparat etc.) hinzu. Wie alle übrigen Sinnesorgane, bildet auch das A., wenigstens im Embryo, zu einer gewissen Zeit einen Teil der äußern Haut, liegt jedoch beim erwachsenen Tier meist unterhalb derselben; die alsdann besonders durchsichtige, sich über dasselbe hinziehende Hautstelle wird Hornhaut genannt. Auch diese kann (z. B. bei Gliederfüßlern) linsenartig gewölbt sein und so zur Konzentrierung des Lichts beitragen. Lagerung und Zahl der Augen wechseln im Tierreich ungemein: es gibt Tiere mit Augen am Kopf und außerdem am Rücken (gewisse Schnecken) oder an der Spitze der Arme (Seesterne) etc. Nicht wenige Tierarten sind durch ihren Aufenthalt an lichtarmen Orten blind geworden und haben dann gewöhnlich die Tast-, Riech- und Hörorgane stärker entwickelt. Bei blinden stieläugigen Krebsen sind mitunter noch die Augenstiele erhalten, die Augen selbst aber rückgebildet. Von besonderm Interesse sind die Augen der Gliederfüßler (Arthropoden) und Wirbeltiere. Bei erstern unterscheidet man einfache und zusammengesetzte Augen. Jene (Ocellen, Punktaugen, Nebenaugen, Fig. 1) bestehen aus wenigen Nervenstäbchen, auf welche durch die linsenförmige Hornhaut ein umgekehrtes Bildchen des zu sehenden Gegenstandes entworfen wird und mittels des an die Stäbchen sich anschließenden Sehnervs im Gehirn zur Wahrnehmung gelangt. Hier geschieht also das Sehen wie bei den Wirbeltieren. An den zusammengesetzten Augen (Fig. 2), die namentlich bei manchen Insekten auffällig groß sind, besteht die stark gewölbte Hornhaut aus Tausenden von kleinen, mehreckigen Flächen (Facetten); zu jeder gehört ein lichtleitender (Kristallkegel) und lichtempfindender Apparat, und zwar ist jener so eingerichtet, daß nur der senkrecht auf die Facette von außen treffende Lichtstrahl ungehindert zu dem in der Tiefe des Auges befindlichen Sehstäbchen des

^[Abb.: Fig. 1. Punktauge einer Käferlarve.]

^[Abb.: Fig. 2. Facettenauge einer Libelle.]