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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Augusta; Augusta historia und Augustae historiae scriptores; Augustales

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Augusta - Augustales.

ein Pedant. Er war ein großer Kunstfreund, besaß eine der vorzüglichsten Kapellen und hat selbst Klaviersachen und vortreffliche Lieder komponiert. Vgl. Eichstädt, Memoria Augusti, ducis Saxoniae, principis Gothanorum etc. (2. Aufl., Erf. 1823).

[Württemberg.] 10) A. Friedrich Eberhard, Prinz von Württemberg, preuß. General, zweiter Sohn des Prinzen Paul von Württemberg, geb. 24. Jan. 1813, trat 1829 in württembergische, 1830 als Rittmeister bei der Garde du Korps in preußische Kriegsdienste, ward 1838 Oberst, führte 1840-44 das Gardekürassierregiment und, nachdem er 1850 zum Generalleutnant befördert worden, 1854-56 die 7. Division, erhielt 1856 das Kommando der Gardekavallerie und wurde 1858 zum kommandierenden General des Gardekorps ernannt, das er während der Feldzüge von 1866 und 1870/71 befehligte. Im J. 1866 war das Gardekorps der Armee des Kronprinzen zugeteilt. Es siegte 28. Juni bei Soor und stürmte am folgenden Tag Königinhof. Am Sieg bei Königgrätz hatte dasselbe hervorragenden Anteil, indem es durch die Erstürmung von Chlum die Entscheidung herbeiführte. Im J. 1870 gehörte das Gardekorps zuerst zur Armee des Prinzen Friedrich Karl; in der Schlacht bei Gravelotte verursachte A. durch einen voreiligen Angriff auf St.-Privat dem Korps ungeheure Verluste. Er befehligte dann das der 4. (Maas-) Armee zugeteilte Korps unter dem Kronprinzen von Sachsen bei Sedan und vor Paris. Im J. 1873 ward er zum Generalobersten der Kavallerie ernannt und erhielt 1882 den erbetenen Abschied als Gardekommandeur. Er starb 12. Jan. 1885 in Zehdenick bei Berlin.

Augusta, Name mehrerer von römischen Kaisern und Kaiserinnen angelegter oder nach ihnen benannter Städte. Die bedeutendsten sind: A. Emerita, Hauptort von Lusitanien, am Anas, von Augustus' Legaten Publius Carisius 23 v. Chr. angelegt; jetzt Merida in Estremadura. A. Praetoria, oberitalische Stadt der Salasser, im Doriathal, von Augustus kolonisiert und befestigt; jetzt Aosta. A. Rauracorum, Hauptstadt der Rauraker in Helvetien, von Munatius Plancus unter Augustus kolonisiert; Ruinen derselben bei Augst unweit Basel. A. Suessonum, späterer Name für Noviodunum, jetzt Soissons. A. Taurinorum, Stadt der Tauriner im cisalpinischen Gallien, jetzt Turin. A. Trevirorum, Hauptstadt der Trevirer, jetzt Trier. A. Tricastinorum, jetzt Aouste en Diois im französischen Departement Drôme. A. Vagiennorum, Hauptstadt des ligurischen Volks der Vagienner; Ruinen derselben bei Bene, zwischen Tanaro und Stura. A. Veromanduorum, Hauptstadt der Veromanduer im belgischen Gallien, jetzt St.-Quentin. A. Vindelicorum, Hauptstadt von Vindelizien, von Augustus kolonisiert; jetzt Augsburg.

Augusta, 1) (ital. Agosta) Stadt in der sizil. Provinz Siracusa, auf einer Insel, durch eine Brücke mit dem Festland verbunden, Station der Eisenbahn Messina-Siracusa, hat einen sehr geräumigen, sichern, befestigten Seehafen, Salinen und (1881) 12,210 Einw., welche Handel mit Wein, Olivenöl, Sardellen und Seesalz treiben. Die Stadt, welche an der Stelle des alten Megara Hyblaea steht, wurde 1693 und neuerdings 1848 durch Erdbeben großenteils zerstört und ist durch die in ihrer Nähe geschlagene Seeschlacht vom 22. April 1676 denkwürdig, in welcher Admiral Ruyter von den Franzosen unter Duquesne besiegt und tödlich verwundet wurde. -

2) (spr. ohgoßta) Hauptstadt des amerikan. Staates Maine, am Kennebec, der bis zur Stadt für kleine Seeschiffe fahrbar ist, hat schöne, aus Granit aufgeführte öffentliche Gebäude (Staatenhaus, Gerichtshof und Irrenanstalt), ein Arsenal der Union und (1880) 8665 Einw. Ein Damm staut den Fluß zur Gewinnung von Wasserkraft auf. A. wurde 1771 angesiedelt. -

3) Stadt im amerikan. Staat Georgia, am von hier ab schiffbaren Savannah, 370 km oberhalb dessen Mündung in das Meer, ist eine der schönsten Städte des Südens, mit breiten, von Baumreihen eingefaßten Straßen, vielen Gärten und (1880) 21,891 Einw. Unter ihren öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus: ein Arsenal der Union, die Hallen der Freimaurer und Odd Fellows, das Opernhaus und das medizinische College. A. hat Baumwollfabrikation, Gießereien, Korn- und Hobelmühlen, Maschinenbau etc. und treibt lebhaften Handel. A., 1735 von Salzburgern gegründet, steht durch eine Brücke mit der in Südcarolina gelegenen Vorstadt Hamburg in Verbindung.

Augusta (lat., die "Heilige, Erhabene"), Beiname zuerst der Lima, der Gemahlin des Augustus, dann römischer Kaiserinnen, später aller der Familie des Kaisers (s. Augustus) angehörigen Frauen. Auch ist A. Beiname mehrerer römischer Legionen der Kaiserzeit.

Augusta, Marie Luise Katharina, deutsche Kaiserin und Königin von Preußen, geb. 30. Sept. 1811, Tochter des Großherzogs Karl Friedrich von Sachsen-Weimar und der Großfürstin Maria Paulowna, erhielt am kunstsinnigen Hof ihres Vaters eine ausgezeichnete Erziehung und ward 11. Juni 1829 mit dem Prinzen Wilhelm, dem zweiten Sohn des Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen, vermählt, dem sie zwei Kinder, den Kronprinzen Friedrich Wilhelm, geb. 18. Okt. 1831, und die Großherzogin Luise von Baden, geb. 3. Dez. 1838, gebar. Die Erziehung derselben wurde von ihr selbst geleitet. 1849 nahm die Prinzessin mit ihrem Gemahl, der seit 1840 als präsumtiver Thronerbe den Titel eines Prinzen von Preußen führte, ihre Residenz in Koblenz, wo sie es verstand, durch die Förderung künstlerischer und wissenschaftlicher Bestrebungen und vor allem durch die Teilnahme, welche sie den Wohlthätigkeitsanstalten zuwendete, die Gunst des Volks zu gewinnen. Auch später in Berlin während der Regentschaft ihres Gemahls (seit 1858), als Königin und als Kaiserin blieb sie diesen Bestrebungen treu. Auch war sie bemüht, die in Wissenschaft und Kunst hervorragenden Männer um sich zu versammeln; ganz besonders aber widmete sie sich der Förderung wohlthätiger Anstalten. Die Kriege gaben ihr reiche Gelegenheit, diesen Sinn zu bethätigen. Sie wurde der Mittelpunkt der zahlreichen Vereine, die in großartiger Weise für die Truppen im Feld und für die Pflege der Verwundeten sorgten. Auch in dem von ihr gestifteten A.-Hospital in Berlin fanden viele der letztern Aufnahme. A. ist eine große Musikfreundin und selbst als Komponistin aufgetreten. Außer einer Ouvertüre hat sie die Musik zum Ballett "Die Maskerade" und zahlreiche Märsche komponiert, von denen einer als Armeemarsch Nr. 102 im Druck erschienen ist.

Augusta historia und Augustae historiae scriptores, s. Scriptores historiae Augustae.

Augustales, 1) Magistri A., Priester der öffentlichen Laren, von Augustus eingesetzt. -

2) Sodales A., ein vornehmes Priesterkollegium, von Tiberius 14 n. Chr. zu Ehren des Augustus und des Julischen Hauses eingesetzt. -

3) Kollegien, welche sich in den Munizipien für den Kultus des Augustus bildeten, analog den Sodales A.; sie bildeten einen besondern Stand, der zwischen den Vornehmen und der Plebs in der Mitte stand, später wurden sie meist aus Freigelassenen ergänzt. Für die Beamten oder