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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Austern

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Austern (Klassifizierung).

Österreicher und Russen, gegen 84,000 Mann stark, hatten Ende November ihre feste Stellung bei Olschan verlassen u. sich gegen Brünn in Bewegung gesetzt, um Napoleon, der etwa 70,000 Mann hatte, anzugreifen. Sie glaubten, er sei schwächer und suche einer Schlacht auszuweichen. Ihr Plan war, die rechte Flanke des Feindes zu umgehen, ihn nach N. zurückzuwerfen und ihm so die Verbindung mit Wien und mit Böhmen abzuschneiden. Napoleon durchschaute diesen Plan und beschloß, seinen Hauptangriff auf die infolge der Ausführung dieses Plans etwas entblößten Höhen von Pratze, den Schlüssel der Aufstellung der Verbündeten, zu richten. Während diese den rechten Flügel Napoleons unter Davoût angriffen, blutige Gefechte lieferten, aber ihr Ziel nicht erreichen konnten, ließ Napoleon um die Mittagsstunde die Höhen von Pratze, wo der Oberfeldherr Kutusow selbst stand, durch Soult nehmen, zwang auch den rechten Flügel der Verbündeten, wo glänzende Reitergefechte stattfanden, zum Rückzug und warf nun gegen Mittag seine siegreichen Truppen den mit Davoût ringenden Feinden in den Rücken. Damit war die Schlacht entschieden, der Rückzug der Verbündeten war allgemein und artete bald in wilde Flucht aus. Auf einem zwischen zwei Teichen sich hinziehenden schmalen Damm drängte sich alles zusammen; viele wagten sich auf die dünne Eisdecke der Teiche und ertranken, da diese zusammenbrach. Die Österreicher berechneten ihren Verlust auf 6000, die Russen auf 21,000 Mann, die Franzosen auf 800 Tote und 6000 Verwundete; die letztern rühmten sich, 180 Kanonen und das ganze Gepäck erbeutet zu haben. Napoleon verlegte 3. Dez. sein Hauptquartier nach dem Schloß A., hatte 4. Dez. bei Nasiedlowitz eine Zusammenkunft mit Kaiser Franz, schloß 6. Dez. zu A. einen Waffenstillstand, dessen erste Bedingung der sofortige Abzug der Russen war, und beendigte 26. Dez. den Feldzug durch den Frieden von Preßburg.

^[Abb.: Kärtchen zur Schlacht bei Austerlitz (2. Dezember 1805).]

Austern (Ostreïdae), Familie der Muscheln (s. d.), mit unregelmäßigen, ungleichen Klappen oder Schalen, von welchen die linke dicker und gewölbt ist, während die rechte gewissermaßen einen flachen Deckel bildet. Durch die gewölbte dringt eine von dem Tier abgesonderte kalkhaltige Substanz und kittet sie an ihre Unterlage an. In dem Maß, wie die Muschel wächst, schwitzt im Umkreis des angekitteten Schalenstücks neue Klebmaterie aus. Das sogenannte Schloß ist wenig entwickelt und meist zahnlos, die Schalen schließen aber sehr gut aufeinander, und da das Tier verhältnismäßig klein ist, so nehmen sie eine ansehnliche Quantität Meerwasser auf, welches das Leben außerhalb des Wassers einige Zeit unterhält. Der Mantel ist an seinem Rand einfach oder doppelt gefranst. Diese Fransen und die am äußern Rande teilweise verwachsenen Kiemenblätter bilden den sogen. Bart. Der Fuß fehlt entweder vollständig, oder bleibt sehr rudimentär; der einzige Schließmuskel ist sehr groß und in der Mitte des Tiers gelegen. Alle A. leben kolonienweise im Meer und waren auch in frühern Erdperioden reichlich vertreten. Es gehören hierher die Gattungen Anomia L. (Zwiebelmuschel), bei welcher die flache Schale von einem knorpeligen Fortsatz der mittlern Abteilung des Schließmuskels durchbohrt wird, um sich an Felsen anzuheften; Placuna Brug. (Scheibenmuschel), mit der Art P. placenta L. (Kuchenmuschel, chinesische Fensterscheibe), im Indischen Ozean (dient gespalten als Fensterscheibe); Gryphaea Lam. (Greif- oder Habichtmuschel), mit zahlreichen fossilen Arten, besonders in der Kreide und im Oolith (Gryphitenkalk, s. Tafel "Jura I"); Exogyra Sow. (Schnirkelmuschel), nur fossil (in der Kreide und im Oolith, s. Tafel "Kreide"); Ostrea L. (Auster), mit zahlreichen, schwer unterscheidbaren Arten, darunter: O. folium L. (Blattauster), welche sich im Indischen Ozean mit Zähnen am Rücken