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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Avola - Axenberg.

men (Dram) à 3 Skrupel (Scruples) eingeteilt. 28 Pfd. A. machen ein Quarter (Viertelzentner); 4 Quarters oder 112 Pfd. A. ein Hundredweight, Hundred oder Centweight (Zentner); 20 Hundredweights oder 2240 Pfd. A. ein Ton (Tonne, Last); 14 Pfd. A. aber ein Stone (Stein). Ein Pfund A. = 453,59265 g; 1 kg = 2,20462 Pfd. A.; letzteres = 0,90718 Zollpfund, = 0,80997 Wiener Pfd. Das Hundredweight = 50,8023 kg. Der Name A., irrigerweise für französisch gehalten, findet sich zuerst im 14. Jahrh. in einer Akte Eduards III. Die älteste Schreibart ist averdeboiz und haberdepois, eine neuere auch averdupois. Die neuere englische Maßkommission sieht in A. eine Korruption des barbarisch-lateinischen Worts averia, d. h. grobe, geringe Ware, in Verbindung mit dem französischen poids, Gewicht.

Avola, Stadt auf der Insel Sizilien, Provinz Siracusa, am Meer, nordöstlich von Noto, in einem ausgedehnten Wald von Mandel- und andern Fruchtbäumen gelegen, baut noch allein in Sizilien etwas Zuckerrohr (zur Rumbereitung), hat guten Weinbau, einen Hafen und (1881) 12,286 Einw.

Avon (spr. ehw'n oder aw'n), Name mehrerer Flüsse in Großbritannien. Der Lower A. (Untere A.) entspringt bei Tetbury in Wiltshire, wird bei Bath schiffbar und mündet 10 km unterhalb Bristol in den Kanal von Bristol. Der Upper A. (Obere A.) entspringt in Northamptonshire, fließt an Rugby, Warwick und Stratford (dem Geburtsort Shakespeares, des "Schwans vom A."), wo er schiffbar wird, vorbei und mündet nach 185 km langem Lauf bei Tewkesbury in die Severn. Der A. von Hampshire entspringt nördlich von der Ebene von Salisbury in Wiltshire, wird bei Salisbury schiffbar, nimmt den fast gleich starken Stour auf und mündet gleich darauf in die versandete Bucht von Christchurch (am Kanal).

Avornin, s. Rhamnus.

Avoué (franz., spr. awueh), Anwalt, Advokat.

A vous! (franz., spr. awuh), Ihnen! Es gilt Ihnen! Die Reihe ist an Ihnen! Achtung! (beim Fechten); Ihr Wohl! (beim Trinken).

Avoyer (franz., spr. awoajeh), Stadtschultheiß in Schweizer Städten.

Avozieren (lat.), ab-, zurückrufen.

Avranches (spr. awrangsch), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Manche, auf einem Bergkamm an der See, nahe dem Meer und an der Westbahn gelegen, hat eine öffentliche Bibliothek, ein Museum, einen botanischen Garten, Fabrikation von Strümpfen, Spitzen, Leder, Trikot, Kerzen, Salzraffinerie, lebhaften Handel, einen Hafen und zählt (1881) 7889 Einw. A. war bis 1801 Bischofsitz; die ehemalige Kathedrale ist im 18. Jahrh. zerstört worden. Unfern im SW. von A. liegt der merkwürdige Mont St.-Michel (s. d.). Die Umgegend heißt das Avranchin. A. ist das keltische Ingena, Hauptort der Abrinkatuer (daher später Abrinca genannt), einer der ältesten armorikanischen Orte, und war früher eine starke Festung. Als Sitz eigner Grafen seit dem 10. Jahrh. erhielt es durch den Scholastiker Lanfranc eine wichtige Schule. Später dem Haus Navarra angehörig, ward es 1404 nebst den übrigen Besitzungen jenes Hauses in der Normandie für das Herzogtum Nemours an die französische Krone abgetreten.

A Vue (franz., spr. a wüh), auf Sicht, bei Vorzeigung (eines Wechsels); s. Auf Sicht.

Avulsion (lat.), Ab-, Losreißung; s. Accession.

Aevum (lat.), Lebens-, Zeitalter, Alter; medium a., das Mittelalter.

Awapfeffer, s. Piper.

Awaren, Volk, s. Avaren.

Awarien, Bezirk im mittlern Daghestan in Transkaukasien, zwischen den Flüssen Aksai, Koisu und den Gebirgen Enderi, Tilback und Schadagh, 1481 qkm (26,5 QM.) groß mit (1875) 38,910 Einw. Hauptort ist Chumsach in 1023 m Höhe. Das Bergvolk der Awar oder Awarier, wahrscheinlich Nachkommen der alten Avaren (s. d.), ist kriegerisch, hält viel auf die Heldenthaten seiner Ahnen wie auf Sittenreinheit und nährt sich hauptsächlich von der Aufzucht großer Rinderherden. Dem Ackerbau ist das rauhe Gebirgsklima hinderlich. Die Russen nahmen A. 1837 ein, befestigten Chumsach, und das Volk schien zu gehorchen. Im J. 1843 mußte der Bezirk aber aufgegeben werden und erklärte sich erst 16. Juli 1859 wieder für Rußland, als Fürst Barjatinskij siegreich gegen Schamil vorgedrungen war. Die Awarier bekennen sich ausschließlich zum Islam; ihre Sprache gehört zur lesghischen Sprachengruppe und ist von Schiefner ("Versuch über das Awarische", Petersb. 1862) genau untersucht. Schiefner gab auch "Awarische Texte" (Petersb. 1873) heraus.

Awasaksa (Afwa-Saxa), Berg im russisch-finn. Gouvernement Uleåborg, am Torneåfluß, oberhalb der Stadt Torneå, um die Zeit des längsten Tags vielbesucht (namentlich von Engländern), weil dann von seinem Gipfel aus die Mitternachtssonne zu sehen ist. Auch die Bewohner der Umgegend pflegen sich am Abend des Johannistags zu Spiel und Tanz daselbst zu versammeln. Auf dem A. wurden 1736-37 von Anders Celsius und französischen Gelehrten, 1801-1803 von den Schweden Swanberg und Öfverbom Gradmessungen ausgeführt.

Awatscha, s. Beringsinsel.

Awe (Loch Awe, spr. loch ah), See in der schott. Grafschaft Argyll, durch den Fluß A. mit dem Loch Etive verbunden, fischreich, 40 km lang und 1,5 km breit, mit vielen Inseln.

Awehl (Aweel, Awöl), s. Raps.

Awerdupois, Gewicht, s. v. w. Avoirdupois.

Ax (spr. aks, d. h. aquae), Stadt und Badeort im franz. Departement Ariége, Arrondissement Foix, am Ariége, an der Mündung mehrerer romantischer Pyrenäenthäler gelegen, mit 1700 Einw., hat 80 heiße Schwefelquellen von 25-78° C., die der Mehrzahl nach in vier große Etablissements verteilt sind und besonders gegen Rheumatismen, Flechten und Skrofeln gebraucht werden.

Axe, s. Achse.

Axel (Absalon), Erzbischof von Lund und Minister und Feldherr der dänischen Könige Waldemar I. und Knut VI., geb. 1128, Sprößling eines alten angesehenen seeländischen Geschlechts, in Paris gebildet, zuerst Bischof von Roeskilde, seit 1177 Erzbischof von Lund, bekriegte mit Erfolg die wendischen Seeräuber, welche die dänischen Küsten beunruhigten, unterwarf den pommerschen Fürsten Bogislaw der Lehnspflichtigkeit Dänemarks, förderte gelehrte Studien u. legte durch den Bau eines befestigten Schlosses (Axelhus) zur Verteidigung gegen die Seeräuber den Grund zur Größe Kopenhagens (Axelstadt). Er starb 21. März 1201 in Sorö.

Axenberg, der in den Vierwaldstätter See vorspringende Schlußpfeiler eines vom Glärnisch ausziehenden Berggrats, 1022 m hoch. Am Fuß, auf der Tellenplatte, wo, der Sage zufolge, Tell (s. d.) sich durch einen Sprung aus der Gewalt des Vogts befreite (1307), steht die 1883 restaurierte Tellskapelle. An den Felswänden und Abhängen