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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Axenīe; Axilla; Axim; Axīn; Axinīt; Axiōm; Axiomēter; Axiopistīe; Axĭos; Axis; Axminster; Axolotl; Axonometrīe; Axt

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Axenie - Axt.

hin, streckenweise hoch über dem Seespiegel, windet sich die Axenstraße, ein kühner Bau mit Galerien und Tunneln, oft keck über Felsvorsprünge wegsetzend, der sich längs des Urner Sees hinzieht und die beiden Landungsplätze Brunnen und Flüelen verbindet. Sie wurde 1863-64 angelegt und ist durch die 1880-82 gebaute Strecke der Gotthardbahn schon in Schatten gestellt. Auf der Höhe über Brunnen in 768 m Meereshöhe der reizende Kurort Axenstein (etwas tiefer Axenfels).

Axenīe (griech.), Ungastlichkeit.

Axilla (lat.), Achsel; axillar, dieselbe betreffend; in der Achselhöhle liegend; winkelständig.

Axim, Stadt auf der Goldküste in Oberguinea, an der Mündung des Seinnaflusses, der regenreichste Ort der Küste und daher für Baumwoll- und Reiskultur vorzüglich geeignet. A., früher den Holländern gehörig, wurde 1871 mit dem ganzen holländischen Gebiet an die Engländer abgetreten.

Axīn, s. Age.

Axinīt (Thumer Stein, Thumit, Gasstein, Afterschörl), Mineral aus der Ordnung der Silikate (Granatgruppe), findet sich in triklinischen Kristallen, aufgewachsen und in Drusen, auch derb in schaligen und breitstrahligen Aggregaten, ist braunrot, blau- bis rauchgrau, rötlich durchsichtig bis kantendurchscheinend, glasglänzend, Härte 6,5-7, spez. Gew. 3,29-3,30, besteht aus einem Silikat von der Formel H2R6(R2)3Si8O32^[H_{2}R_{6}(R_{2})_{3}Si_{8}O_{32}], worin R Calcium, Eisen, Mangan und Magnesium, (R2^[R_{2}]) Aluminium und Bor bezeichnet. Besonders schön findet er sich bei Bourg d'Oisans in der Dauphiné und bei Landsend in Cornwall, außerdem zu Thum, Schneeberg, Schwarzenberg u. a. O. im Königreich Sachsen, zu Barèges in den Pyrenäen, im Chamonixthal, bei St. Maria in Graubünden, am Monzoniberg in Tirol, zu Kongsberg in Norwegen, zu Nordmarken in Schweden, auf der Wolfsinsel im Onegasee und auf Grünsteingängen zu Treseburg am Harz. Man benutzt ihn zu kleinen Bijouteriewaren.

Axiōm (griech.), ein Satz von einleuchtender Gewißheit, der eines weitern Beweises weder bedarf, noch fähig ist. Diese Grundsätze oder Prinzipien bilden die Basis einer jeden Wissenschaft und geben ihr systematische Einheit und Festigkeit. Die kritische Philosophie nimmt das Wort A. in einer beschränkenden Bedeutung und versteht darunter synthetische Sätze a priori von unmittelbarer, d. h. anschaulicher, Gewißheit. Sie behauptet, daß nur die Mathematik dergleichen Sätze habe, und nennt die Axiome der Philosophie nur diskursive Grundsätze. Daher nennt man axiomatisch, was von selbst klar, zweifellos gewiß ist.

Axiomēter (griech.), eine zuweilen in der Mitte eines Schiffs angebrachte Vorrichtung, um die Richtung der Ruderpinne des Steuers mittels eines Zeigers anzuzeigen. Der A. ist an einer Welle befestigt, die mittels eines schwachen Taues von der Ruderpinne bewegt wird und zwar in der entgegengesetzten Richtung der Welle des Steuerrades.

Axiopistīe (griech.), s. Autopistie.

Axĭos, der Hauptstrom des alten Makedonien, jetzt Wardar (s. d.) genannt.

Axis, s. Hirsch.

Axminster, Stadt im südöstlichen Winkel von Devonshire (England), am Flüßchen Axe, mit berühmtem alten Münster und (1881) 2500 Einw. Bis 1835 Teppichfabrik (jetzt in Wilton bei Salisbury); danach benannt die samtartigen Axminsterteppiche mit aufgeschnittenem Flor.

Axolotl (Wasserspiel, Amblystoma A. Dum., s. Tafel "Schwanzlurche"), Reptil aus der Ordnung der Schwanzlurche und der Familie der Querzahnmolche (Salamandrina lechriodonta), 14 cm lang, gedrungen gebaut, mit dickem, breitem Kopf, in einer pfeilbogenartigen, quer verlaufenden Linie stehenden Gaumenzähnen, dickem, an der Basis rundem Schwanz, vierzehigen Vorder-, fünfzehigen Hinterfüßen, dunkel braungrün, weißlich gefleckt, lebt als Larve mit Kiemen und schwachem Kamm auf dem Rücken und Schwanz in Mexiko und pflanzt sich in diesem Zustand fort. Die ersten Exemplare des Tiers brachte Humboldt nach Europa, 1865 pflanzte sich der A. in Paris fort, und die aus den Eiern entschlüpften Larven entwickelten sich zur Gestalt und Größe ihrer Eltern; einige von ihnen erlitten aber noch in demselben Jahr eine Metamorphose, indem sie Kamm und Kiemen verloren und weiß gefleckt wurden. Unter Verhältnissen, welche dem Tier den Gebrauch der Kiemen erschweren, den der Lungen aber erleichtern, läßt sich die Metamorphose beschleunigen und regelmäßig herbeiführen. Daß sie in Mexiko nicht eintritt, hat vielleicht folgenden Grund. Der A. lebt in Mexiko in Salzseen, deren Wasser im Sommer sich stark vermindert, so daß die Wasserbecken dann mit einem salzreichen Gürtel trocknen Landes umgeben sind, auf dem keine Pflanze gedeiht und kein Tier sich zu ernähren vermag. Früher war das Land bewaldet, der Wasserspiegel ein höherer, das Wasser salzärmer, und die Vegetation bedeckte die Ufer der Seen. Damals vermochten Molche ihre ganze Entwickelung zu durchlaufen, als dies aber später unmöglich wurde, erhielt sich der A. durch Rückschlag auf die Fischmolchform, d. h. durch Erwerbung der Fortpflanzungsfähigkeit im Larvenzustand. Auch bei einer andern Art aus Wyoming ist diese Fähigkeit nachgewiesen worden. In seiner vollendeten Form kommt der A. gegenwärtig, wie es scheint, gar nicht mehr vor; doch kann die Larve, wie die Versuche gezeigt haben, unter geeigneten Verhältnissen immer noch die Metamorphose erleiden. Der A. hat aalartiges, genießbares Fleisch. Unsre Abbildungen zeigen beide Formen des A.

Axonometrīe (griech.), besondere Art der Parallelprojektion, deren Bilder im ganzen den Eindruck perspektivischer Abbildungen machen, nur daß bei ihnen parallele Linien stets wieder parallel erscheinen, weshalb man diese Darstellungsweise auch Parallelperspektive nennt; vgl. Projektion. A. heißt auch die Messung der Kristallachsen.

Axt (altdeutsch achus, später akkes, agst, v. lat. ascia), Werkzeug zum Fällen, Spalten, Behauen und Zurichten des Holzes, unterscheidet sich vom Beil durch den längern Stiel und durch die geringere Breite der Schneide, welche von beiden Seiten gleichförmig zuläuft. Die Hacken- oder Blankschmiede fertigen die A., indem sie eine flache Eisenstange an beiden Enden dünner ausschmieden und dann zusammenbiegen, wobei die Biegungsstelle zu dem Loch oder Rohr (Haube, Öhr) ausgearbeitet wird, durch welches man den Stiel steckt. Zur Bildung der Schneide schiebt man eine Stahlplatte zwischen die gabelnden Enden der Stange oder legt sie außen auf beiden Seiten um das Eisen und verschweißt in beiden Fällen das Eisen mit dem Stahl. Durch Härten, Anlassen und Blankschleifen wird die A. vollendet. Der Stiel (Helm) muß aus festem, nicht sprödem Holz bestehen; in Deutschland wählt man dazu am liebsten Weißbuchen- oder Eschenholz, in Nordamerika werden mehrere elastische Holzarten, na-^[folgende Seite]