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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bak.; Bakalahari; Bakau; Bakchiaden; Bakchos; Bakchylĭdes; Bake; Bakel; Bakengeld; Baker

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Bak. - Baker.

energisches Dichtertalent sich kundgibt, erschienen in 2 Bänden (Pest 1852).

Bak., bei botan. Namen Abkürzung für J. G. ^[John Gilbert] Baker (s. d.).

Bakalahari, s. Betschuanen.

Bakau, Hauptstadt eines Kreises in Rumänien (Moldau), an der Bistritza und der von Galatz nach der Bukowina führenden Eisenbahn, Sitz eines Präfekten und eines Tribunals, hat ein Gymnasium, lebhaften Handel und (1874) 13,118 Einw.

Bakchiaden (Bakchiden), ein mächtiges Herrschergeschlecht zu Korinth (s. d.), angeblich von dem Herakliden Aletes abstammend, benannt nach Bakchis, dem fünften König nach Aletes. Fünf seiner Nachkommen regierten bis um 750 v. Chr. und erhoben Korinth zu einer mächtigen, blühenden Seehandelsstadt. Seitdem bildeten die an 200 Familien starken B. eine Oligarchie. Durch Luxus und Übermut verhaßt, wurde das Geschlecht 657 von Kypselos, der durch seine Mutter selbst den B. angehörte, mit Hilfe der untern Stände größtenteils aus Korinth vertrieben.

Bakchos, s. Dionysos.

Bakchylĭdes, griech. Lyriker, geboren zu Julis auf der Insel Keos, Schwestersohn und Schüler des Simonides, lebte längere Zeit mit diesem am Hof des Hieron (477-467 v. Chr.) zu Syrakus, später im Peloponnes. Mit seinem Oheim scheint er an Vielseitigkeit gewetteifert zu haben, ohne ihn jedoch an Schwung und Kraft zu erreichen, ebensowenig wie seinen Zeitgenossen Pindar. Von seinen Hymnen, Päanen, Dithyramben, Epinikien, Liebes- und Trinkliedern und Epigrammen besitzen wir nur wenige Bruchstücke; herausgegeben von Neue (Berl. 1823), Schneidewin ("Delectus poësis Graecor.", Bd. 2) u. Bergk ("Poetae lyrici graeci", Bd. 3); übersetzt von Hartung ("Griechische Lyriker", Leipz. 1856).

Bake, ein feststehendes Seezeichen (s. d.).

Bake, Jan, holländ. Philolog, geb. 1. Sept. 1787 zu Leiden, ward 1815 außerordentlicher und 1817 ordentlicher Professor der griechischen und römischen Litteratur daselbst, stellte 1857 seine Lehrthätigkeit ein und starb 26. März 1864. Er hat hauptsächlich die Kritik der Ciceronischen Schriften und die sachliche Erklärung der attischen Redner gefördert, besonders in der "Bibliotheca critica nova" (mit Geel, Hamaker und Peerlkamp, Leid. 1825-31, 5 Bde.) und seinen "Scholica hypomnemata" (das. 1837-62, 5 Bde.). Auch die Ausgabe von Ciceros "De legibus" (Leid. 1842) ist beachtenswert, minder die von dessen "De oratore" (Amsterd. 1863). Außerdem gab er den Mathematiker Kleomedes (Leid. 1820) und die "Rhetorica" des Apsines und Longinus (Oxf. 1849) heraus. Vgl. Bakhuizen van den Brink, Rede ter nagedachtenis van Mr. Jan B. (Amsterd. 1865).

Bakel (lat. Baculus), der Stock, besonders des Schulmeisters.

Bakel, franz. Handelsposten in Senegambien, am obern Senegal, fast 900 km von seiner Mündung entfernt und nur 30 m ü. M. gelegen, mit einem Fort und 2600 Einw., Mittelpunkt eines regen Verkehrs. Unter den Landesprodukten, die hierher gebracht werden, spielen besonders Erdnüsse eine wichtige Rolle.

Bakengeld (Hafengeld), die von den Schiffen zur Erhaltung der Baken zu entrichtende Abgabe.

Baker (spr. beyker), 1) Sir Samuel White, engl. Reisender, geb. 21. Juni 1821 zu Thorngrove in Worcestershire, erhielt eine vorzügliche Erziehung und begab sich, von Abenteuerlust ergriffen, 1845 nach der Insel Ceylon, um dort Elefanten zu jagen. Als Resultat seines zweimaligen Aufenthalts daselbst erschienen die Werke: "The rifle and hound" und "Eight years' wanderings in Ceylon" (Lond. 1855, neue Aufl. 1874). Nachdem B. eine Zeitlang beim Bau der türkischen Bahn von Warna nach Küstendsche thätig gewesen, brach er, von seiner Frau, einer Deutschen aus Pest, begleitet, zur Aufsuchung der Nilquellen auf. Er rüstete im Frühjahr 1861 zu Kairo eine Expedition aus, um Speke und Grant, die von Sansibar nach dem Kern Afrikas unterwegs waren, zu begegnen. Um sich für das Unternehmen vorzubereiten, namentlich um Arabisch zu lernen, durchstreifte er zunächst als Jäger die Landschaften im Norden Abessiniens, die vom Atbara, Setit und den Zuflüssen des Blauen Nils bewässert werden. Die Hydrographie dieser Flüsse wurde von ihm in "The Nile tributaries of Abyssinia" (Lond. 1867; deutsch, Braunschw. 1868) geschildert. Im Juni 1862 rüstete B. in Chartum drei Barken aus, mit welchen er nilaufwärts nach Gondokoro fuhr; hier traf er Mitte Februar 1863 mit Speke und Grant zusammen, welche ihm Kunde von den großen "Quellseen" des Nils gaben. Den Ukerewe hatten sie gesehen und dessen Abfluß zum Teil verfolgt. Letzterer sollte in einen zweiten großen See münden, aus dem dann der Hauptnil abflösse. Diesen zweiten See wollte B. aufsuchen. Unter vielen Beschwerden und Gefahren kam er auf einer zuerst ostwärts gewendeten Route durch Latuka und Unyoro 16. März 1864 bei Vacovia an den westlichen See, den Mwutan, welchen er "Albert Nyanza" taufte. Er fuhr an dessen Nordostufer bis Magungo, wo der Abfluß des Ukerewe sich in denselben ergießt, vermochte jedoch nicht, den Abfluß des Weißen Nils genau zu konstatieren. Seine Reise, die Spekes Entdeckungen vervollständigte, brachte ihm den Baronetstitel und die große goldene Medaille der Londoner Geographischen Gesellschaft ein. Geschildert ist sie in dem Werk "The Albert Nyanza" (Lond. 1866; deutsch, Jena 1867). Die Greuel der Sklavenjagden, die er am obern Weißen Nil gesehen, bewogen ihn, 1868 dem Vizekönig von Ägypten einen Plan vorzulegen, die Nillandschaften bis zu den Seen zu erobern, dort den Sklavenhandel zu zerstören und einen gesetzmäßigen Handel einzuführen. Der Vizekönig ging auf Bakers Plan ein, ernannte ihn zum Pascha und stellte ihn an die Spitze einer kleinen Armee, mit der B. 1870 von Chartum aufbrach. Aber der Weiße Nil war durch eine tiefe und lange Pflanzenbarre versperrt, Bakers Leute starben in dem Sumpfklima massenhaft, und nur unter den unsäglichsten Beschwerden gelang es ihm, mit Benutzung des Giraffenflusses, eines Nebenarms des Weißen Nils, 15. April 1871 Gondokoro zu erreichen. B. erbaute hier die Stadt Ismailia und unterwarf die Barineger. Ende 1871 zog er den Nil entlang durch Madi und errichtete bei Fatiko (3° nördl. Br.) ein festes Lager, von dem aus er bis Masindi im Land Unyoro (2° nördl. Br.) vordrang, fortwährend kämpfend, bald mit den Sklavenjägern, bald mit den Eingebornen. Im April 1873 traf er wieder in Gondokoro ein, von wo er direkt nach England zurückeilte. Geographische Ausbeute brachte dieser ungeheure Geldsummen verschlingende Zug nicht, und auch seine politischen wie humanitären Wirkungen sind höchst problematischer Natur. B. schrieb über diese Expedition: "Ismailia" (Lond. 1874, 2 Bde.) und über einen sechsmonatlichen Aufenthalt auf Cypern: "Cyprus as I saw it in 1879" (das. 1879; deutsch, Leipz. 1880). Seitdem lebt er wieder in London.

2) John Gilbert, Botaniker und Geolog, geb. 13. Jan. 1834 zu Guisborough in Yorkshire, wurde 1856 Hilfsaufseher beim Herbarium zu Kew sowie