Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Barĭton; Baritonhorn; Barium; Barjatinskij; Barjols; Bark; Barka; Barkarolen

375

Bariton - Barkarolen.

Barĭton (ital. Baritono, franz. Baryton, auch Basse-taille), Männerstimme, welche der Klangfarbe und dem Umfang nach zwischen Baß und Tenor steht. Ihr Umfang ist vom großen A (oder G) bis zum eingestrichenen f (Glucks "Orestes" und "Agamemnon", Mozarts "Don Juan" und "Figaro" u. a. gehören dieser Stimmart an). Man unterscheidet zwei Modifikationen des Baritons: den Tenorbariton, an Klang mehr dem Tenor als dem Baß verwandt und mit mehr Höhe als Tiefe ausgestattet, und den Baßbariton, welcher an Klang und Umfang dem Baß näher steht. Vgl. Baryton.

Baritonhorn (Euphonium), s. Baryton.

Barium, s. Baryum.

Barjatinskij, Alexander Iwanowitsch, Fürst, russ. Feldmarschall, Nachkomme eines hochansehnlichen Geschlechts, welches, von Rurik stammend, eine Zeitlang im Tschernigowschen Teilfürstentum herrschte, ward 1814 geboren und mit dem nachmaligen Kaiser Alexander II. erzogen. Als junger Offizier im Gardehusarenregiment ward er wegen eines Liebesverhältnisses mit einer Großfürstin in den Kaukasus versetzt. In fortwährenden Kämpfen stieg er rasch empor, erfocht 1850 und 1851 nicht unbedeutende Vorteile über Schamil und ward daher 1852 zum Generalleutnant und Chef des linken Flügels der Kaukasuslinie befördert. Während der orientalischen Wirren war er Generalstabschef der kaukasischen Armee und nahm unter Bebutow an dem Kampf von Kurük-Dere 5. Aug. 1854 Anteil, wo er viel zum Sieg der Russen beitrug. Nach Alexanders II. Thronbesteigung nach Petersburg berufen, begleitete er den Kaiser auf seiner Reise nach der Krim, wo dieser die Überzeugung von der Notwendigkeit, Frieden zu schließen, gewann. Im September 1856 kehrte B. sodann als Oberbefehlshaber der Armee in den Kaukasus zurück, um dessen Unterwerfung zu vollenden. Nach drei beschwerlichen Feldzügen wurde auch Weden, die Hauptfestung Schamils, von dem General Jewdokimow erobert, und B. selbst stürmte im September 1859 das Bergschloß Ghunib. Schamil fiel dem Sieger in die Hände, womit die Unterwerfung der Bergvölker vollendet war. Diese Erfolge brachten B. die Feldmarschallswürde. Die noch folgenden Aufstände konnte B. nicht selbst unterdrücken, da er durch schwere Krankheit genötigt wurde, in einem deutschen Bad Heilung zu suchen. Im Sommer 1862 kehrte er nach dem Kaukasus zurück; allein unterwegs erkrankte er von neuem und lebte seitdem nach Niederlegung seines Statthalterpostens meist im Ausland. Er starb 9. März 1879 in Genf.

Barjols (spr. -scholl), Stadt im franz. Departement Var, Arrondissement Brignoles, mit malerischen Umgebungen, prächtigen Kaskaden (daher "Tivoli der Provence" genannt) und (1876) 2541 Einw., welche Gerberei und Fabrikation von Öl, Papier, Mehl, Nudeln und Branntwein betreiben.

Bark (Barkschiff), zahlreichste Gattung dreimastiger Handelsschiffe, führt nur an Vorder- und Großmast Raaen, am Kreuzmast dagegen nur Gaffelsegel, wodurch sie sich vom Vollschiff (s. d.) unterscheidet, das an allen drei Masten Raaen, und vom Dreimastschoner, der nur am Fockmast Raaen trägt. Näheres s. Takelage, ^[richtig: Takelung,] mit Figur.

Barka, 1) türk. Wilajet in Nordafrika, im O. der Großen Syrte, jenseit der tiefen Erdsenkung, durch welche die Sahara bis dicht an das Mittelmeer herantritt, erhielt den Namen nach der alten Stadt B., erhebt sich als Kalksteingebirge und besteht aus einer Hochebene von durchschnittlich 500 m Höhe, welche im N., O. und W. vom Meer umspült ist und im S. die Libysche Wüste zur Grenze hat. Bei den Alten führte diese Landschaft nach ihrer Hauptstadt Kyrene den Namen Kyrenaika, wurde jedoch seit der Ptolemäerzeit nach ihren fünf großen Städten die Libysche Pentapolis genannt. Es ist ein Land von außerordentlicher Schönheit und Fruchtbarkeit. Wenn auch nur von kleinen, versiegenden Küstenflüssen durchschnitten, ist es doch mit ergiebigen, reichlich fließenden Quellen versehen, empfängt häufigen Regen und bildet daher einen für üppige Vegetation geeigneten Boden. Die Berge sind mit majestätischen Thujawäldern bestanden, Palmen- und Olivenhaine befinden sich in der Ebene, herrliche Triften und reiche Jagdreviere gehen nach dem Meer zu in fruchtbares Ackerland über. Gegenwärtig ist B., wenn auch nicht schwach bevölkert, doch wenig kultiviert. Nomadisierende Beduinen bewohnen das platte Land bis hinauf in das Gebirge und sind nur in den wenigen kleinen Städten seßhaft geworden; aber von der ehemaligen Kultur der einstigen Pentapolis zeugen zahlreiche, zum Teil großartige Ruinen von Städten aus alter Zeit, Wasserleitungen, Kastelle, Felsengräber, Denkmäler und Baulichkeiten aller Art, meist mit Inschriften aus griechischer, alexandrinischer und römischer Zeit bedeckt. B. wurde 1869-72 direkt von Konstantinopel aus verwaltet, dann wieder dem Gouverneur von Tripolis unterstellt, 1879 aber als selbständiges Wilajet konstituiert und zählt jetzt etwa 302,000 Einw. Hauptort ist Bengasi. Vgl. Barth, Wanderungen durch die Küstenländer des Mittelmeers (Berl. 1849); Rohlfs, Von Tripolis nach Alexandria (Brem. 1871, 2 Bde.); Camperio in "Petermanns Mitteilungen" 1881.

2) (abessin. Baraka) Bergland im nordöstlichen Afrika, zwischen Abessinien und Nubien, im Quellgebiet des Flusses B., ca. 11,000 qkm (200 QM.) groß. Im O., nahe den Grenzen von Bogos und Hamasen, steigt über das Felsenplateau Girbascha die tafelförmige, fast 1700 m hohe Zad' Amba mit senkrechten Wänden, etwa 7 km lang und 3,5 km breit, empor; auf einer isolierten, steilen Höhe am Südostende derselben wohnen abessinische Einsiedler. Das Land, in der Regenzeit (Juli bis September) reichlich bewässert, eignet sich trefflich zum Anbau von Getreide und Baumwolle, ist aber öde und menschenarm; nur wenige Stämme der Beni Amer wohnen im N. Barka, ein 450-520 km langer periodischer Fluß (Chor), der im Hochland des nördlichen Abessinien entspringt, nördliche Richtung durch die Landschaft B. und das Land Beni Amer verfolgt und südlich von Suakin in verschiedenen Armen ins Rote Meer mündet. Sein Hauptzufluß ist der durch Mensa und Bogos strömende Anseba.

Barka (Barke), im Altertum Stadt in der libyschen Landschaft Kyrenaika, 120 Stadien vom Meer, ursprünglich Hauptsitz der als Reiter und Pferdezüchter berühmten Barkäer, eines libyschen Nomadenstammes, ward um 540 v. Chr. unter dem kyrenäischen Herrscher Arkesilaos II. von dessen mit ihm zerfallenen Brüdern kolonisiert und zu einem mächtigen, den westlichen Teil von Kyrenaika beherrschenden Staat erhoben, um 510 jedoch von den Persern erobert. Später litt sie sehr durch das nahe, von den Ptolemäern begünstigte Ptolemais, scheint aber noch im Mittelalter eine gewerbreiche arabische Stadt gewesen zu sein. Trümmer in Medinet el Merdsch.

Barkarolen, Lieder, welche die venezian. Barkenführer (barcajuoli oder barcaruoli) bei ihrer Arbeit