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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Baryumdioxyd - Basalte.

dient auch in der Technik als Mittel gegen den Kesselstein (es zersetzt den Gips des harten Wassers), zur Darstellung von Barytweiß und andern Barytpräparaten, als fäulniswidriges Mittel, Ratten- und Mäusegift und als Reagens auf Schwefelsäure, welche in der Chlorbaryumlösung einen Niederschlag von weißem schwefelsauren Baryt erzeugt.

Baryumdioxyd, s. Baryumsuperoxyd.

Baryumhydroxyd, s. Baryt.

Baryumhyperoxyd, s. Baryumsuperoxyd.

Baryumoxyd, s. v. w. Baryt.

Baryumoxydhydrat, s. Baryt.

Baryumsalze, s. Barytsalze.

Baryumsulfuret (Schwefelbaryum) BaS erhält man durch Glühen von schwefelsaurem Baryt mit Kohle; man vermischt Schwerspatpulver mit Kohlenpulver, Roggenmehl und Wasser, formt aus der Masse Cylinder und glüht diese nach dem Trocknen zwischen Kohle (vgl. Barytweiß). Das Präparat ist weiß, phosphoreszierend, in Wasser löslich und wird an feuchter Luft zu unterschwefligsaurem, kohlensaurem Baryt und Schwefelwasserstoff zersetzt. Übergießt man es mit weniger Wasser, als zur Lösung erforderlich ist, so entstehen Baryumoxydhydrat u. Baryumsulfhydrat BaS,HS, welch letzteres durch Zink- oder Kupferoxyd unter Bildung von Schwefelmetall und Baryumoxydhydrat zersetzt wird. B. wird behufs der Gewinnung andrer Barytpräparate dargestellt. Der Schuster Casciorolus in Bologna entdeckte 1602, daß Schwerspat, mit verbrennlichen Substanzen geglüht und dann den Sonnenstrahlen ausgesetzt, im Dunkeln leuchtet. Das Präparat, im wesentlichen aus B. bestehend, wurde später unter dem Namen Bologneser oder Bononischer Leuchtstein bekannter. Aus gefälltem schwefelsauren Baryt durch Glühen mit Holzkohle dargestellt und noch warm in Glasröhren eingeschlossen, phosphoresziert er mit intensiv orangerotem Licht.

Baryumsuperoxyd (Baryumhyperoxyd) BaO2 ^[BaO_{2}] entsteht bei mäßigem Erhitzen des Baryumoxyds BaO an der Luft oder mit chlorsaurem Kali. Es ist farblos, gibt mit Wasser Baryumsuperoxydhydrat BaO2, H4O2 ^[BaO_{2}, H_{4}O_{2}], welches auch aus Barytwasser durch Wasserstoffsuperoxyd in farblosen, unlöslichen Kristallen gefällt wird, zerfällt bei starkem Erhitzen in Baryumoxyd und Sauerstoff und ist zur Darstellung des letztern empfohlen worden, weil das zurückbleibende Baryumoxyd im Luftstrom sofort wieder in B. verwandelt werden kann. Mit verdünnten Säuren übergossen, gibt B. ein Barytsalz und Wasserstoffsuperoxyd, welch letzteres man auf diese Weise darstellt. Endlich hat man B. auch zur Einäscherung schwer verbrennlicher Körper für analytische Zwecke empfohlen.

Baryxylon Lour. (Schwerholz), Gattung aus der Familie der Cäsalpiniaceen, deren einzige Art, B. rufum Lour. (Intsia amboinensis Dec.), ein großer Baum in Ostindien und China mit elliptischen Fiederblättern und weißen Blüten in Endtrauben ist. Das sehr harte und schwere Holz (Eisenholz) bildet in der Heimat des Baums das vorzüglichste Bauholz und wird auch in Europa zu Walzen, Räderwerk, Instrumenten und feinern Tischlerarbeiten benutzt.

Baryzentrisch, auf den Schwerpunkt (barycentrum) bezüglich.

Baryzentrische Regel, die mathematische Regel, daß das Volumen und die Oberfläche eines Rotationskörpers gefunden werden, indem man die Größe der rotierenden Fläche, bez. die Länge der rotierenden Linie multipliziert mit dem Weg, den der Schwerpunkt dieses Elements beschreibt. Rotiert z. B. ein rechtwinkeliges Dreieck ABC (s. Figur) um die Kathete AC = h, so beschreibt die andre Kathete AB=r einen Kreis und die Hypotenuse BC = s die Mantelfläche eines Kegels. Die Fläche des Dreiecks ist ½rh, sein Schwerpunkt T liegt um ⅓r von der Drehungsachse entfernt, beschreibt also bei der Rotation einen Weg = 2*⅓rπ(π = 3,1416, s. Kreis), und das Volumen des Kegels ist daher ½rh*⅔rπ = ⅓r²πh. Dagegen ist der Schwerpunkt S der Hypotenuse s um ½r von der Achse entfernt und beschreibt bei der Drehung einen Kreis mit dem Umfang rπ, daher die Mantelfläche des Kegels = srπ ist. Vgl. Zehme, Geometrie der Körper (Iserl. 1859). Diese Regel wird gewöhnlich die Guldinsche Regel (zentrobarische Regel) genannt, weil der Jesuit Guldin sie in seinem Werk "De centro gravitatis" (1635-42) auseinandersetzt; sie findet sich aber schon bei Pappus.

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Barzaghi, Francesco, ital. Bildhauer, geb. 1839 zu Mailand, wurde Schüler der dortigen Akademie und widmete sich gleich in seinen ersten Arbeiten dem lyrischen Genre und den jugendlichen Idealgestalten, die er in lebensvoller Weise mit Zierlichkeit und Naivität darstellt. Dahin gehören die dem Gemälde von Gérôme nachgebildete Phryne vor ihren Richtern, das Blindekuhspiel, der gerettete Moses, die Gruppe: Mädchen und Hund, der Fischerknabe, Flora (s. Tafel "Bildhauerkunst X") und das Mädchen in dem seidenen Kleid. Seine Arbeiten zeichnen sich durch meisterhafte Behandlung des Marmors und Charakteristik der Stoffe aus, ohne nach geistigem Inhalt zu streben. Für Lisiabon ^[richtig: Lissabon] schuf er eine Statue des Dom Pedro.

Barzahlung, s. Bar. - B. wieder aufnehmen, s. v. w. eine bestehende Papierwährung mit Zwangskurs beseitigen, eingezogenes Papiergeld durch Münze ersetzen. - Barzahlungsvereine bezwecken, durch Rabattgewährung etc. die B. zu fördern und dadurch dem ungesunden Borg beim Warenkauf zu steuern.

Barzellette (ital.), scherzhafter Einfall.

Bas (spr. ba oder bas), franz. Insel, s. Batz.

Basaiti, Marco, ital. Maler der venezianischen Schule, thätig von 1490 bis 1521, Schüler des Luigi Vivarini und später Nachahmer des Giov. Bellini, führte eine große Anzahl von Altarbildern für venezianische Kirchen aus, von denen nur das einer Himmelfahrt Maria in San Pietro zu Murano und St. Petrus und St. Georg mit dem Drachen in San Pietro di Castello zu Venedig an Ort und Stelle geblieben sind. Andre sind in die Sammlung der Akademie zu Venedig, nach Bergamo, Padua, Berlin, Wien u. a. O. gekommen. Auf diesen Bildern wie auf verschiedenen Darstellungen des Hieronymus in der Wüste sind besonders die Landschaften durch Anmut ausgezeichnet.

Basalte, gemengte kristallinische Gesteine, vulkanisches Material der Tertiär-, Diluvial- und Alluvialperiode, im wesentlichen aus einem Feldspat oder feldspatähnlichen Mineral (Leucit oder Nephelin), Augit und Magneteisen (oder Titaneisen) bestehend. Früher wurde der Name Basalt nur auf dunkel gefärbte, dichte Gesteine angewandt, welche man als mineralogisch gleich zusammengesetzt annahm. Die spätere mikroskopische Untersuchung erwies diese Annahme als falsch; Basalt wurde zum Sammelnamen, unter dem ein mineralogisch recht verschiedenartiges Material mit dem einzigen Gemeinsamen dichter