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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Basalte

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Basalte.

schen Gebirgsmassen dann die isolierten Basaltkegel, teils zerstreut, teils in Reihen geordnet. In größern Massen erscheint der Basalt in Deutschland im Vogelsgebirge und im Westerwald sowie im böhmischen Mittelgebirge, hier wie in der Rhön mit Phonolithen vergesellschaftet. Mit Trachyten abwechselnd erscheint er im rheinischen Siebengebirge, in den Euganeen Oberitaliens, in der Auvergne, in Ungarn, Siebenbürgen u. a. O. Der Basalt ist weit verbreitet über Mitteldeutschland; während er in Schlesien nur sehr vereinzelt auftritt, erhebt er sich in Hunderten von Berghöhen in der sächsischen Lausitz und in dem angrenzenden Nordböhmen; innerhalb des Erzgebirges tritt er an zahlreichen Punkten isoliert hervor, im S. desselben liegen das böhmische Mittelgebirge und das ausgedehnte basaltische Revier östlich von Karlsbad, umgeben von zahlreichen Trabanten, welche bis in die bayrische Oberpfalz reichen. Isoliert erhebt sich aus der Rheinebene das Kaiserstuhlgebirge im NW. von Freiburg. Dem eigentlichen alpinen System ist der Basalt fremd, doch reicht er einerseits aus Ungarn, wo er vor allem am Plattensee weit verbreitet ist, tief westwärts nach Steiermark hinein, wie anderseits aus Italien nicht nur bis an die Höhen von Vicenza, sondern auch bis zu den Bergen des Gardasees. Die Auvergne, Katalonien, vor allem aber der Nordwesten Europas, die Ostküste von Irland mit dem Riesendamm von Antrim, Schottland und seine Inseln, die Faröer, Island sind basaltreiche Gegenden; dagegen fehlt der Basalt im östlichen Norden und im O. Europas. Auch in den übrigen Erdteilen ist er weit verbreitet, so ganz besonders in Afrika, Vorderindien und auf Inseln des Stillen Meers. Die meisten dieser genannten B. sind Plagioklasbasalte; zu den Nephelinbasalten zählen die Mehrzahl der erzgebirgischen Vorkommnisse, die B. des Hegaus, während die häufigen, aber an sich unbedeutenden Basaltgänge der Schwäbischen Alb, bisher auch dazu gezählt, nach Stelzner vielmehr Melilithbasalte sind. Zu den Leucitbasalten (wie schon hervorgehoben, die seltensten) gehören einige der Rhön, der Eifel, der Basalt von Stolpen, der von der Stoffelskuppe im Thüringer Wald. - Weniger häufig als bei den mehr Silicium enthaltenden Gesteinen sind bei den Basalten die glasartigen Modifikationen; neuerdings ist aber ihr massenhaftes Vorkommen als Eruptionsmaterial des Mauno Loa ^[richtig: Mauna Loa] auf Hawai bewiesen worden. Sie finden sich hier als dem Obsidian und dem Bimsstein ähnliche Massen sowie in Form zarter, langer Glasfäden (Königin Pélés Haar) und sind als Hyalomelan bezeichnet worden. Ein durch Säuren leichter als Hyalomelan zersetzliches basaltisches Glas, Tachylyt, bildet häufig das Salband der Basaltgänge sowie größere Ausscheidungen im Basalt selbst. Limburgit (von der Limburg im Kaiserstuhlgebirge) hat man ein Gestein genannt, das aus einer Glasgrundmasse besteht, in welcher Augit und Olivin (in der oberflächlich zu Brauneisen zersetzten und Hyalosiderit genannten Varietät) eingebettet liegen. Näher verwandt dem Limburgit sind die Magmabasalte. - In der folgenden Tabelle sind zum Vergleich einige Analysen verschiedener Typen der B. zusammengestellt und zwar: 1) Plagioklasdolerit vom Meißner, Hessen; 2) Anamesit von Steinheim bei Hanau; 3) Plagioklasbasalt vom Schiffenberg bei Gießen; 4) Plagioklasbasalt, Ätnalaven vom Jahr 1865; 5) Nephelindolerit vom Katzenbuckel; 6) Nephelinbasalt vom Roßberg bei Darmstadt; 7) Leucitophyr, Vesuvlava vom Jahr 1731; 8) Leucitbasalt, Vesuvlava vom Jahr 1866.

1 2 3 4 5 6 7 8

Kieselsäureanhydrid 52,64 50,21 44,04 49,95 45,04 40,53 48,02 47,57

Thonerde 10,42 14,24 15,31 18,75 11,35 14,89 22,95 21,15

Eisenoxyd u. Oxydul 13,10 11,90 12,47 11,21 18,81 12,09 7,87 12,18

Magnesia 6,87 8,67 11,05 4,05 4,62 8,02 4,92 3,55

Kalk 9,42 7,84 10,33 11,10 7,86 14,62 10,34 9,17

Natron 4,24 3,92 1,97 3,71 7,86 2,87 1,51 3,76

Kali 2,08 0,66 1,69 0,70 2,93 1,95 4,51 3,25

Wasser 0,22 2,01 2,94 0,23 1,52 1,44 - -

Sonstiges 2,32* - 5,25* 0,49+ 0,18+ 0,16+ - -

* Titansäure- und Phosphorsäureanhydrid. + Manganoxydul.

Häufiger als bei andern Gesteinen findet man bei den Basalten sehr regelmäßige Absonderungsgestalten (drei- bis neunseitige Säulen, oft gegliedert, Kugeln; vgl. Gesteine). Die Säulen stehen senkrecht zur Abkühlungsfläche, bei Decken sind sie deshalb senkrecht, bei Gängen wagerecht. Einwirkungen auf das Nachbargestein, dem einst glühflüssigen Zustand des Materials entsprechend, sind mitunter deutlich nachweisbar. So ist an mehreren Stellen (Wildenstein im Vogelsgebirge, Strieth bei Aschaffenburg, Stoffelskuppe bei Salzungen) der vom Basalt durchbrochene Buntsandstein in der Nähe des erstern gefrittet, gebleicht und säulenförmig abgesondert, ähnlich den Buntsandsteinquadern, welche längere Zeit als Gestellsteine gedient haben. Kohlen unterliegen im Kontakt mit Basalten einem natürlichen Verkokungsprozeß, so am Meißner in Hessen und zu Fünfkirchen in Ungarn (vgl. Metamorphismus). Bruchstücke des Nebengesteins oder des unterteufenden Materials werden nicht selten als Einschlüsse in den Basalten beobachtet. Von vielen Geologen werden auch die größern Olivinkugeln, die sich neben dem in einzelnen Kristallen oder kleinen Aggregaten ausgeschiedenen Olivin vorfinden, als Einschlüsse gedeutet und zwar als von Olivinfels (s. d.) herrührend, mit welchem sie nach Material und Struktur allerdings eine frappante Übereinstimmung zeigen. Der Verwitterung unterliegen die sämtlichen B. sehr leicht. Farbenveränderung und Erdigwerden der Masse sind die Signale des Beginns (vgl. Basaltwacke), ein guter fruchtbarer Boden das Ende des Prozesses. Gemahlener Basalt, namentlich aber der Staub der mit Basalt beschotterten Straßen, wird als Mineraldünger empfohlen. Sonstige Verwendung finden besonders die Basaltsäulen zu Uferbauten und Prellsteinen; die körnigen Varietäten geben ein vortreffliches Pflastermaterial (weniger die dichten wegen ihrer Glätte), alle sind zur Beschotterung vorzüglich geeignet. Der geschmolzene Basalt, ein grünlich bis braun gefärbtes Glas, hat zur Darstellung von Gußwaren Verwendung gefunden, ebenso Basalt als Zuschlag bei metallurgischen Prozessen. Die Litteratur über den Basalt ist überreich: ist doch eine Zeitlang die Geschichte der Ansichten über die Entstehung des Basalts zugleich die Geschichte der Geologie gewesen (vgl. Geologie und v. Lasaulx, Der Streit über die Entstehung des Basalts, Berl. 1869; außerdem v. Leonhard, Die Basaltgebilde in ihren Beziehungen zu normalen und abnormen Felsmassen, Stuttg. 1832, und Zirkel, Untersuchungen über die mikroskopische Zusammensetzung und Struktur der Basaltgesteine, Bonn 1870). Zu den Trümmergesteinen der B. zählen die Bomben, die Lapilli, der Sand und die Asche derjenigen Vulkane, deren Lavaströme aus basaltischem Material bestehen. Verkittete Bomben und Lapilli werden zu Konglomeraten (Agglomeraten, s. Vulkane) und Breccien, Asche zu Tuffen, welche,