Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Battickdruck; Battist; Battle; Battle Creek; Battologie; Battōni; Battūta; Batu; Batualia; Batuécas, Las; Batum; Batumgebiet

454

Battickdruck - Batumgebiet.

Windischgrätz geschickten Deputation, welche Schonung für die Hauptstadt erbitten sollte. Dieselbe fand keinen Zutritt, und B., der, während die ungarische Regierung und der Reichstag nach Debreczin eilten, in Pest blieb, ward 8. Jan. 1849 im Salon der Gräfin Károlyi verhaftet und vor ein Kriegsgericht gestellt. Anfangs verweigerte B. jede Antwort und verlangte, als Magnat vor die Septemviraltafel, als Minister vor die Reichstafel verwiesen zu werden. Da das Gericht aber mit Erschießen drohte, fügte er sich und ließ den Prozeß beginnen. Schon schien seine Freilassung sicher, als Fürst Windischgrätz durch Haynau ersetzt wurde. Jetzt ward der Prozeß von neuem aufgenommen, und der Spruch des Kriegsgerichts vom 5. Okt. lautete auf Tod durch den Strang. Seine Gattin sandte ihm in frischer Wäsche einen kleinen Dolch, womit er sich in der Nacht auf den 6. Okt. mehrere Halswunden beibrachte, welche zur Folge hatten, daß das Todesurteil am Abend desselben Tags nur durch Pulver und Blei vollstreckt werden konnte. Seine Gattin und drei Kinder gingen ins Ausland. Batthyánys Vermögen, das dem Staat anheimfiel, wurde auf 4 Mill. Fl. geschätzt. 1870 wurde sein Leichnam unter großer Feierlichkeit von neuem bestattet. Vgl. "Aufzeichnungen eines Honved" (Leipz. 1850, 2 Bde.), und Horváth, L. B., ein politischer Märtyrer (Hamb. 1850).

Battickdruck (Baktinieren), ostasiat. Verfahren des Zeugdruckes, bei welchem das Zeug vor dem Ausfärben unter Aussparung der Muster mit einer dünnen Wachsschicht überzogen wird, die man nach dem Färben durch Auskochen wieder entfernt.

Battist, s. Batist.

Battle (spr. battl), Stadt in der engl. Grafschaft Sussex, 10 km nordwestlich von Hastings, mit (1881) 3319 Einw. und den Ruinen einer prächtigen Abtei, die Wilhelm der Eroberer zum Andenken an den Sieg bei Hastings (1066) gründete. Um die Abtei entstand allmählich der Ort. Dabei Pulvermühlen.

Battle Creek (spr. battl krihk), Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, Grafschaft Calhoun, 65 km südwestlich von Lansing, an der Mündung des Flusses B. in den Kalamazoo, hat mannigfaltige Fabriken und (1880) 7063 Einw.

Battologie (griech.), s. v. w. Battarismus; leeres Geschwätz, Salbaderei; battologisieren, salbadern.

Battōni, ital. Maler, s. Batoni.

Battūta (ital.), Schlag, Taktschlag; daher a b., nach dem Takt, in taktmäßiger Bewegung. Das sogen. Arioso oder Accompagnato (s. d.), welches zeitweilig Recitative unterbricht, wird daher durch a b. bezeichnet. Im engern Sinn bezeichnet B. den Niederschlag, d. h. den Anfang eines Taktes; daher ritmo di tre oder di quattro battute, s. v. w. Rhythmus von je drei oder je vier zusammengehörigen Takten. - Beim Stoßfechten ist B. ein starker Schlag, welcher von dem Fechtenden mit der ganzen Stärke seiner Klinge längs der Klinge seines Gegners in der Absicht gethan wird, um diese wegzuschlagen und eine Blöße zu einem flüchtigen Stoß zu erhalten. - In der Reitkunst ein Satz, wo die Pferde mit dem Huf nur wenig Erde fassen.

Batu, niederländisch-ostind. Inselgruppe an der Westküste von Sumatra, unter dem Äquator gelegen, besteht aus 3 größern Inseln (Mintao oder Pinie, Massa und Balla) und 49 kleinern Eilanden, wovon eine Anzahl, darunter die größten, unbewohnt sind, mit einem Gesamtareal von 1117 qkm (20,3 QM.) und etwa 3000 Bewohnern. Sie erheben sich nicht über 65 m ü. M. und sind reich an schönen und festen Hölzern sowie an Kokospalmen. Die Einwohner sind Malaien, stehen aber noch auf einer sehr niedern Kulturstufe. Sie bereiten viel Kokosnußöl, das exportiert wird, und sind in Holzschnitzereien nicht ungeschickt. In politisch-administrativer Hinsicht gehören die B. zum Gouvernement Westküste von Sumatra und zwar zur Residentschaft Padangsches Unterland.

Batu, Mongolenchan, Enkel Dschengischans, erhielt das sogen. Kaptschak, d. h. die Länder im Norden vom Kaspischen Meer, machte 1237-41 einen Verheerungs- und Eroberungszug durch Südrußland und Ungarn, kehrte aber nach der Schlacht bei Liegnitz 1241 auf die Nachricht von dem Tode des Großchans Oktai an der österreichischen Grenze um. Er starb 1256 in seiner Hauptstadt Serai.

Batualia (Battalia), im alten Rom die Übungen im Fechten und der Ort derselben; daher im Mittelalter batalia, Kampfplatz, Treffen (franz. bataille).

Batuécas, Las, Thal in der span. Provinz Salamanca, südwestlich von Salamanca, von sehr hohen und steilen Gebirgen eingeschlossen und so unzugänglich, daß das übrige Spanien jahrhundertelang nichts von den Bewohnern desselben gewußt haben soll. Indes wurde schon 1599 hier ein Karmeliterkloster erbaut. Die B. liegen so tief, daß sie nur vier Stunden lang des Tags von der Sonne beschienen werden. Sprichwörtlich sagt man in Spanien von einem rohen Menschen, er sei in den B. erzogen worden.

Batum, Hauptort des jetzt russischen, vormals türk. Batumgebiets (s. d.), mit (1882) 8671 Einw., liegt am Schwarzen Meer und ist eine aufblühende Hafenstadt, besonders seitdem die Batumbahn, welche sich von der Poti-Tiflis-Bahn abzweigt, eröffnet ist.

Batumgebiet, ein auf Grund des Berliner Vertrags vom 13. Juli 1878 mit der russischen Statthalterschaft Kaukasien vereinigter und 1882 zum Gouvernement Kutais geschlagener Teil des ehemaligen türkischen Sandschaks Lasistan, hat ein Areal von 7233 qkm (132 QM.) und ist eingeteilt in drei Kreise: Batum, Adtscharien und Artwin. Durchflossen vom Tschoroch, ist das B. von allen Seiten mit hohen Gebirgszügen umgeben, von denen wieder nach den verschiedensten Seiten Gebirgsrücken sich abzweigen. Sie erreichen oft eine Höhe von 3050 m und mehr und sind vulkanischen Ursprungs; überall trifft man auf Spuren von Erzen und auf Mineralquellen. Der Tschoroch mit seinen Nebenflüssen fließt in tiefen Schluchten, welche keinen Platz für Ansiedelungen bieten; letztere bilden sich nur an der Küste, an den Abhängen der Gebirge und auf den kleinen Plateaus. Die klimatischen Verhältnisse entsprechen denen der übrigen Gegenden am Schwarzen Meer. Die Vegetation ist eine äußerst kräftige: Das Farnkraut reicht von der Küste bis über die Laub- und Nadelholzzone. Nadelhölzer kommen in zusammenhängenden, dichten Wäldern vor. Der Wacholderbaum ist insbesondere in der Umgegend von Ardantsch und Artwin bemerkenswert. Von Kulturpflanzen sind Reis, Weizen, Wein und Oliven hervorzuheben. Die Bewohner (1882: 92,444 an Zahl) gehören der grusischen Rasse an; das armenische Element ist wenig vertreten. Gleich nach der Besitznahme vom B. durch die Russen nahm die Auswanderung der Bewohner große Dimensionen an; jetzt macht sich schon wieder eine rückläufige Strömung bemerkbar. Sehr wichtig für das Gebiet ist die 1883 eröffnete Batum-Eisenbahn, welche sich von der Tiflis-Poti-Bahn bei der Station Soamtredi, 227 km von Tiflis, abzweigt. Diese 97 km messende Bahn verspricht, nachdem nun noch die Bahn Tiflis-Baku vollendet ist, den Mineralschätzen der