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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Becs-de-corbin; Becse; Becskerek; Beda; Bedarf; Bédarieux; Bédarride; Bedburg; Beddoes

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Becs-de-corbin - Beddoes.

3. Ausg., Erfurt 1857); "Traité de physique considérée dans ses rapports avec la chimie" (1844, 2 Bde.); "Traité complet de magnétisme" (1845); "Éléments de physique terrestre et de météorologie" (1847); "Résumé de l'histoire de l'électricité et du magnétisme" (1858). Unter Becquerels wissenschaftlichen Leistungen sind noch außerdem hervorzuheben seine Untersuchungen über die elektrischen Eigenschaften des Turmalins, über das Leitungsvermögen der Metalle, über die Elektrizitätserzeugung durch den Kontakt verschiedener Stücke desselben Metalls, über Magnetoelektrizität und seine elektrochemischen Untersuchungen etc. B. konstruierte zuerst ein konstantes galvanisches Element, welches dem fast gleichzeitig von Daniell hergestellten Element sehr ähnlich war. Vgl. Barral, Éloge biographique de A. C. B. (Par. 1879). - Sein ältester Sohn, Louis Alfred, geb. 1814, hat sich durch mehrere pathologische Schriften, darunter "Des applications de l'électricité à la thérapeutique médicale" (2. Aufl. 1860), bekannt gemacht; er starb 1862.

2) Alexandre Edmond, Physiker, Sohn des vorigen, geb. 24. März 1820 zu Paris, war erst Assistent am naturwissenschaftlichen Museum und lehrt seit 1853 als Professor der Physik am Conservatoire des arts et métiers. Neben seiner Beteiligung an den Arbeiten seines Vaters lieferte er Untersuchungen, besonders über die Phosphoreszenz des Lichts und die chemischen Wirkungen desselben, welche einen hervorragenden Teil seines Werks "La lumière, ses causes et ses effets" (Par. 1867-68, 2 Bde.) bilden. Er zeigte mit Hilfe seines Phosphoroskops, daß die Phosphoreszenz eine sehr allgemeine Erscheinung und daß das Phosphoreszenzlicht nur eine Wiederausgabe des von den Körpern vorher absorbierten Lichts ist. Auch untersuchte er die Leitungsfähigkeit der verschiedenen Körper für den galvanischen Strom, die Wärmewirkung des Stroms in Flüssigkeiten und die magnetischen, resp. diamagnetischen Eigenschaften vieler Substanzen. Er schrieb noch| ^[|!]: "Mémoires sur les lois, qui président à la décomposition électro-chimique des corps" (1849); "Recherches sur les effets électriques" (1852-55) und "Des forces physico-chimiques et de leur intervention des phénomènes naturels" (1875, mit Atlas).

Becs-de-corbin (franz., spr. beck-d'-korbäng, "Rabenschnäbel"), s. Cent-gardes.

Becse (spr. betsche), Name zweier Märkte und ansehnlicher Handelsplätze in Ungarn: 1) O- ^[Ó-!] oder Alt- (Serbisch-) B., im Komitat Bács-Bodrog, an der Theiß, mit einer katholischen und einer griech. Kirche, (1881) 15,040 Einw., bedeutender Fischerei, starkem Getreidehandel und Bezirksgericht. Der Ort wurde 1526 und 1551 von den Türken erobert. - 2) Török-B. (Türkisch-, auch Uj- oder Neu-B.), Markt im Komitat Torontál, an der Theiß, Dampfschiffstation mit Schloß, griechischer und kath. Kirche, (1881) 6348 Einw., Getreide- und Tabaksbau sowie großem Fruchthandel und Bezirksgericht.

Becskerek (spr. betschk-, Nagy- oder Groß-B.), Stadt, Sitz des ungar. Komitats Torontál, am Begakanal, mit (1881) 19,529 Einw., Seidenbau, namhaftem Getreide- und Viehhandel, Gerichtshof und Steuerinspektorat.

Beda, mit dem Zunamen Venerabilis ("der Ehrwürdige"), Kirchenhistoriker, geb. 674 wahrscheinlich im Flecken Monkton in Northumberland, kam schon im siebenten Lebensjahr in die Klosterschule zu St. Peter in Wearmouth, wurde dann Mönch und Diakonus im Kloster St. Paul zu Jarrow und Lehrer an der Klosterschule. B. starb 26. Mai 735. Sein Hauptwerk, die "Angelsächsische Kirchengeschichte" ("Historia ecclesiastica gentis Anglorum"), ist mit unparteiischer Treue den heimischen Chroniken entnommen. Alfred d. Gr. übersetzte das Werk ins Angelsächsische. Die letzten Ausgaben seiner Werke sind von Giles (Lond. 1843-44, 12 Bde.) und Migne (Par. 1858, 6 Bde.). Die "Historia ecclesiastica" gaben neuerlich Molesley (Lond. 1869) und Holder (Freiburg 1882), das dritte und vierte Buch besonders Mayor und Lumby (Lond. 1878) heraus; eine deutsche Übersetzung lieferte Wilden (Schaffh. 1860). Durch sein Werk "De sex aetatibus mundi" führte er die Zeitrechnung des Dionysius in der Geschichtschreibung des Mittelalters ein. Vgl. Gehle, De Bedae Venerabilis vita et scriptis (Leid. 1838); Wright, Biographia britannica litteraria. Saxon period (Oxf. 1842); Werner, B. der Ehrwürdige (Wien 1875).

Bedarf, s. Bedürfnis.

Bédarieux (spr. bedariöh), Stadt im franz. Departement Hérault, Arrondissement Béziers, an der Südbahn und am Orb, über dessen Thal ein schöner Eisenbahnviadukt führt, hat (1876) 7372 Einw., Fabriken für feine Tuche, Flockseidenstoffe und Seife, Gerbereien, Glas- und Papierfabrikation, Handel mit Bauholz, Getreide, Wolle etc., ein Collège und eine Zeichen- und Bauschule.

Bédarride, Jassuda, franz. Jurist, geb. 2. April 1804 zu Aix, studierte in seiner Vaterstadt die Rechte, ward 1825 Advokat daselbst und 1848 Maire sowie Mitglied des Provinzialrats der Rhônemündungen, Stellungen, die er indes aufgab, um sich ganz seinen juristischen Studien widmen zu können. Sein Hauptwerk ist der bändereiche Kommentar über verschiedene Teile des Code de commerce unter dem Titel: "Droit commercial" (Par. 1843 ff., 27 Bde.). Außerdem schrieb er: "Traité du dol et de la fraude" (4. Aufl., das. 1885, 4 Bde.); "Études de législation" (Montpellier 1867 u. 1868); "Du prosélytisme et de la liberté religieuse" (Par. 1875) u. a.

Bedburg, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Köln, Kreis Bergheim, an der Erft und der Eisenbahn Neuß-Düren, mit einem Schloß des Fürsten Salm-Reifferscheidt (in dessen Räumen sich seit 1841 eine katholische Ritterakademie befindet), Zuckerfabrik, mechanischer Wollweberei, Rotgerberei, Braunkohlenlager, Handelsmühle und (1880) 860 Einw.

Beddoes (spr. beddōs), Thomas Lovell, engl. Dichter, geb. 20. Juli 1803 zu Clifton als Sohn des Naturforschers Thomas B. (gest. 1806), kam zuerst in die Schule zu Bath, dann in das Charter House zu London und trat 1820 als Student in das Pembroke College zu Oxford ein, wo er bald durch seine später von ihm unterdrückte Gedichtsammlung "The improvisatore" (1821) und die dramatische Komposition "The bride's tragedy" (1822) Aufsehen erregte. In letzterer besonders bewies er trotz mancher Wunderlichkeiten dramatische Kraft, Leidenschaft und Gedankentiefe, die zu großen Hoffnungen berechtigten; aber im Innern unglücklich und von unstetem Wandertrieb erfüllt, hat B. denselben nur unvollkommen entsprochen. Um sich ganz seinen Lieblingswissenschaften, der Physiologie und Anatomie, zu widmen, ging er 1825 nach Göttingen, später nach Würzburg, führte dann, im Besitz eines bedeutenden Vermögens, ein Wanderleben, bald in Straßburg und Zürich, bald in Frankfurt oder Berlin verweilend, bis er 1846 nach England zurückkehrte. 1847 war er indessen schon wieder in Frankfurt, wo er an den freiheitlichen Bewegungen von 1848 den regsten Anteil