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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Befruchtungssäule; Beg; Bega; Begarelli; Begas

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Befruchtungssäule - Begas.

bei den höhern Tierklassen und auch beim Menschen, in einem gewissen Alter erlischt. Die sogen. künstliche B., welche im Zusammenbringen von reifen Eiern mit befruchtungsfähigem Samen besteht, läßt sich bei manchen Tieren mit Erfolg ausführen und erleichtert nicht nur das Studium der Entwickelungsgeschichte der betreffenden Arten, sondern ist auch für die Fischzucht (s. d.) von großem Nutzen. Selbst Bastarde lassen sich auf diese Weise erzielen.

Auch im Pflanzenreich ist der Prozeß der Vereinigung männlichen Stoffs mit der weiblichen Zelle bei aller äußern Verschiedenheit der Geschlechtsorgane u. der in Thätigkeit tretenden Sexualzellen in den einzelnen Gewächsklassen doch überall im wesentlichen ein u. derselbe Grundvorgang (vgl. Geschlechtsorgane der Pflanzen und Fortpflanzung der Pflanzen). Das zu befruchtende Organ des weiblichen Apparats ist auch im Pflanzenreich überall eine Eizelle. Im einfachsten Fall ist zwischen den beiden sich vermischenden Sexualzellen kein äußerlicher Unterschied wahrnehmbar, wie bei einer Reihe von Algen und Pilzen (den Zygosporeen). Diese sogen. Konjugation kann zwischen ruhenden oder beweglichen Zellen (Gameten) stattfinden. Bei andern Algen und Pilzen sowie bei den Moosen und Farnkräutern entwickeln sich besondere weibliche Organe (Oogonien, Archegonien), in denen Eizellen gebildet werden, und andre männliche (Antheridien), in welchen zahlreiche kleine, den Samenfäden der Tiere analoge Zoospermien auftreten. Die B. besteht hier jedesmal in der direkten Vermischung eines Zoosperms mit der Eizelle. Bei den Blütenpflanzen bleiben die Eizellen dagegen in andern Gewebemassen eingeschlossen, so daß bei ihnen die B. durch bewegliche Zoospermien unmöglich wird. Hier bilden die männlichen Geschlechtszellen oder Pollenkörner, sobald sie sich auf dem dazu eingerichteten Teil des weiblichen Befruchtungsorgans festgesetzt haben, einen schlauchartigen Fortsatz, den Pollenschlauch, aus, welcher bis zu der Eizelle durchwächst und seinen Befruchtungsstoff auf noch nicht beobachtete Weise in die Eizelle übertreten läßt. Letztere beginnt überall erst nach der B. die zuletzt zur Bildung des Embryos führende weitere Entwickelung.

^[Abb.: Fig. 1. Abschnitte des Eies von einem Seestern (Asterias glacialis), mit Samenfäden, von denen einer bei a sich in die Hüllzone des Eies einbohrt, bei b schon hindurchgedrungen ist.]

^[Abb.: Fig. 2. Oberer Abschnitt des Eies vom Neunauge (Petromyzon). a Mikropyle (Öffnung zum Einbringen der Samenfäden), b Samenfäden, c Kanal, in welchem der Samenfaden zum Eikern (d) gelangt.]

Befruchtungssäule, s. Blüte.

Beg, s. Bey.

Bega, Fluß in Ungarn, entspringt auf der Pojana Ruska im Komitat Krassó-Szörény, fließt durch die Komitate Temesvár und Torontál und ergießt sich bei Titel in die Theiß. Er ist im obern Lauf zum Flößen eingerichtet; von Temesvár bis Groß-Becskerek erstreckt sich der 30 km lange schiffbare Begakanal.

Bega, Cornelis, holländ. Maler und Radierer, geb. 1620 zu Haarlem als Sohn des Bildhauers Pieter Begyn, war ein Schüler Adriaans van Ostade und malte gleich diesem Genrebilder, welche Szenen aus den niedern Kreisen des Volkslebens, namentlich aus Wirtshäusern, zum Gegenstand haben und meist von derbem Humor erfüllt sind. Er starb 1664 in seiner Vaterstadt an der Pest. Im Gegensatz zu Ostade ist seine malerische Behandlung schwer und trübe, in den Schatten schwärzlich und undurchsichtig, im übrigen glatt und vertrieben, seine Zeichnung geschickt und charaktervoll. Bilder von ihm befinden sich in den Galerien des Louvre zu Paris, im Museum zu Amsterdam, in München, St. Petersburg, Dresden, Berlin u. a. O. Die 34 von ihm bekannten Radierungen behandeln gleiche Stoffe wie seine Gemälde.

Begarelli, Antonio, Bildhauer, geboren um 1479, gest. 28. Dez. 1565 in Modena, war ein Schüler von Guido Mazzoni, dessen strengen Realismus er allmählich zu Milde, Anmut und freier Schönheit verklärte, wobei er dem malerischen Element freien Spielraum ließ. Er ist vorzugsweise als Thonbildner thätig gewesen und hat zahlreiche leicht gefärbte Gruppen religiösen Inhalts in Modena und Parma geschaffen, unter denen die Kreuzabnahme in San Francesco und eine Beweinung Christi in San Pietro zu Modena die bedeutendsten sind. Der erstern ist der Frauenkopf auf Tafel "Bildhauerkunst VI", Fig. 16, entnommen. Auch sein Neffe Ludovico arbeitete in seiner Art.

Begas, 1) Karl, Maler, geb. 30. Sept. 1794 zu Heinsberg bei Aachen, wurde von seinem Vater für die juristische Laufbahn bestimmt und besuchte das Lyceum in Bonn. Frühzeitig Talent zum Zeichnen und Malen verratend, erhielt er in seinem 14. Lebensjahr durch den Maler Philippart den ersten Unterricht im Ölmalen. 1813 ging er nach Paris, wo er im Atelier des Malers Gros arbeitete. Seine durch den Krieg unterbrochenen Studien nahm er 1815 in Paris wieder auf und erregte beim Einzug der Verbündeten durch eine im Louvre angefangene Kopie der Madonna della Sedia die Aufmerksamkeit des Königs von Preußen, welcher das Bild kaufte wie auch die erste selbständige Schöpfung des Künstlers, eine Himmelsköni-^[folgende Seite]