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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bellerŏphon; Belles-lettres; Belletristik

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Bellerophon - Belletristik.

z. B. "Festrede auf Markgraf Georg den Frommen" (das. 1832); "Schlichte Betrachtungen über das Christentum" (das. 1847); "Zum Frieden in und mit der Kirche" (das. 1869). Vgl. "Friedrich B. Seine Wirksamkeit auf dem Gebiet der Musik" (Leipz. 1874).

4) Ferdinand, Maler, geb. 14. März 1814 zu Erfurt, bildete sich auf der Kunstschule in Weimar und später auf der Berliner Akademie unter Blechen und W. Schirmer, bereiste seit 1840 die Niederlande und Norwegen und 1842-45 Venezuela, hielt sich 1853 in Italien auf und wurde 1866 zum Lehrer der Landschaftsmalerei an der Berliner Akademie der Künste ernannt. B. malt deutsche, norwegische und italienische Landschaften; am bekanntesten aber hat er sich durch seine südamerikanischen Ansichten gemacht, die sich ebensosehr durch den Reichtum des Kolorits wie durch die auch von A. v. Humboldt gerühmte wissenschaftliche Treue auszeichnen. Hauptbilder sind: die Guacharohöhle (Nationalgalerie in Berlin) und Abend im Thal von Caracas (im Charlottenburger Schloß).

5) Heinrich, Komponist und Theoretiker, Sohn von B. 3), geb. 10. März 1832 zu Berlin, machte seine musikalischen Studien unter der Leitung Eduard Grells, wurde 1853 als Gesanglehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster angestellt und trat 1866 an A. B. Marx' Stelle als Professor der Musik an der Berliner Universität. Außer vielen kleinern Aufsätzen und Rezensionen, die ihn als einen der gelehrtesten und genaueren Kenner der historischen Entwickelung der Musik und ihrer Theorie erscheinen lassen und welche zum großen Teil in der "Allgemeinen musikalischen Zeitung" veröffentlicht wurden, sind von ihm drei größere Werke zu erwähnen: "Die Mensuralnoten und Taktzeichen des 15. und 16. Jahrhunderts" (Berl. 1858); "Der Kontrapunkt" (das. 1862, 2. Aufl. 1877) und "Die Größe der musikalischen Intervalle als Grundlage der Harmonie" (das. 1873). Als Komponist hat sich B. nicht minder große Verdienste erworben durch seine zahlreichen den strengen Grundsätzen der altitalienischen polyphonen Musik folgenden Vokalwerke, hauptsächlich mehrstimmige Lieder, Motetten und andre geistliche Gesänge, sowie die Musik zu mehreren Sophokleischen Tragödien (eine Oper: "Der Baum des Gramoflanz", ist noch Manuskript). Die gleichen Grundsätze hat er mit seltenem Erfolg auch als Musikpädagog zur Geltung gebracht, wie dies die alljährlich von ihm veranstalteten Gesangsaufführungen der Schüler des genannten Gymnasiums beweisen.

Bellerŏphon (Bellerophontes), Beiname des Hipponoos, der durch Glaukos Enkel des Sisyphos, nach andern Sohn des Poseidon war. Er tötete durch Versehen den Korinther Belleros, nach andern seinen Bruder, mußte deshalb nach Tiryns zum König Prötos flüchten und ward von diesem entsühnt. Bald jedoch entbrannte des Prötos Gemahlin Anteia (nachhomerisch Stheneböa) zu ihm in sträflicher Liebe und klagte ihn, da B. sich ihr nicht willfährig zeigte, bei ihrem Gemahl eines Angriffs auf ihre Tugend an, worauf Prötos den Gast an seinen Schwiegervater Jobates in Lykien mit einer Tafel sandte, welche in geheimer Schrift die Tötung des Überbringers erbat. Jobates fand jedoch die Vollziehung des Auftrags bedenklich, da B. bereits sein Gast war; dieser wurde daher auf gefährliche Abenteuer ausgesandt. Er tötete zuerst mit Hilfe des von ihm gezähmten Pegasos die feuerspeiende Chimära (s. d.), besiegte dann die Amazonen und einen starken von Jobates ihm gelegten Hinterhalt. Da erkannte der Lykier in B. einen Helden göttlichen Stammes und machte ihn zum Mitregenten und Eidam. An der Stheneböa rächte sich B. dadurch, daß er, ihr Liebe heuchelnd, sie beredete, mit ihm den Pegasos zu besteigen, und sie dann ins Meer stürzte. Später ward B. übermütig. Mit Hilfe des Pegasos zum Olymp emporstrebend, reizte er den Zorn des Zeus; vom wütenden Roß geworfen, wurde er gelähmt oder erblindete und irrte, den Göttern verhaßt, die Menschen meidend, bis zu seinem Tod umher. Bei Korinth hatte B. ein Heiligtum. Sophokles bearbeitete seine Geschichte im "Jobates", Euripides in der "Stheneböa" und im "Bellerophontes". In der bildenden Kunst wurde der Kampf mit der Chimära gern dargestellt (besonders auf Vasenbildern), die Tränkung des Pegasos findet sich mehrfach auf Reliefs behandelt (s. die Abbildung). Vgl. Fischer, B. (Leipz. 1851); Engelmann in den "Annali" des archäologischen Instituts zu Rom, 1874. -

Bellerophonsbrief ist in Bezug auf den oben angeführten Mythus s. v. w. Uriasbrief.

^[Abb.: Bellerophon mit dem Pegasos (Relief).]

Belles-lettres (franz., spr. bäl-lettr), die "schönen Wissenschaften".

Belletristik (v. franz. belles-lettres), derjenige Teil der Litteratur, den wir vorzugsweise schöne Litteratur zu nennen pflegen, und welcher das Gebiet der Lyrik, des Romans, der Novelle, des Reise-^[ERGÄNZUNGSSTRICH!]