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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Berar; Berat; Berāt; Beratene Kinder; Beraun; Berauschende Mittel; Berber; Berbera

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Berar - Berbera.

hören namentlich: "La sainte alliance des peuples", "Les hirondelles", "Les enfants de la France", "Les adieux de Marie Stuart" und "Mon habit", worin sich das tiefste und reichste Gemüt ausspricht. Noch mehr als nach Eleganz strebte er nach Klarheit, und unablässig hat er an seinen Versen gefeilt. Mögen sich allerdings unter den Töchtern seiner Muse auch oft sehr frivole, ja ungezogene befinden, die er sogar als seine "Lieblingstöchter" erklärt, so muß und darf die Litteratur sich damit trösten, daß sie den übrigen gut geratenen Kindern ein um so größeres Gefallen schenkt. Als Mensch hat sich B. durch sein unbeschränktes Wohlwollen und durch seine unbestechliche Rechtlichkeit die allgemeine Achtung zu erwerben gewußt. Bérangers Briefwechsel, herausgegeben von Boiteau (1859-60, 4 Bde.), erregte große Streitigkeiten in der Presse. Vgl. Arnould, B. (Paris 1864, 2 Bde.); Janin, B. et son temps (das. 1866).

Berar, Provinz (Commissionership) des britisch-ostind. Kaiserreichs unter unmittelbarer Verwaltung des Generalgouverneurs, bildete früher den nördlichsten Teil des Vasallenstaats Haidarabad (s. Karte "Ostindien"), wird im O. und N. von den Zentralprovinzen, im W. vom Distrikt Khandesch begrenzt und hat 45,859 qkm (816 QM.) mit (1881) 2,670,982 Einw. Zweige der Satpurakette erstrecken sich in das Land herein, das in zwei Teile zerfällt: die Niederung (Payanghat), eine überaus fruchtbare Ebene, und das Hochland (Balaghat), ein mit Niederwald bedecktes, unfruchtbares Hügelland, aus Basalt bestehend, der oft zu Tage tritt. 7/10 des Landes sind des Anbaues fähig, 3/10 sind angebaut. Hauptprodukt ist Baumwolle, womit 23 Proz. des Ackerlandes bebaut sind; die Amraoti- (Oomraotee-) Sorte gilt als eine der besten Indiens. Die mittlere Jahrestemperatur erreicht 27° C., die Regenmenge 66 cm; das Klima ist gesund. Die Aufschließung des Landes ist durch die Bombay-Nagpur-Eisenbahn erreicht worden (eröffnet 1868), durch mehrere Zweigbahnen und durch die neuen Chausseen. Die Bewohner sind zum überwiegenden Teil Hindu (1881: 2,319,493, wovon nur 65,754 auf die Kaste der Brahmanen, 44,133 auf die der Radschputen, der große Rest auf die andern zahlreichen Kasten kommt). Nur 187,555 sind Muselmanen, 1335 sind Christen. Die Reste der Urbewohner zählen 163,519. B. zerfällt in sechs Kreise, welche in zwei Divisionen (Ost- und Westberar) verteilt sind, jede unter einem obersten Beamten, der seine Befehle von dem politischen Residenten in Haidarabad erhält. Hauptort von Westberar ist Akola mit (1881) 16,614 Einw., von Ostberar Amraoti (s. d.) mit 23,550 Einw. Andre bedeutende Städte sind Elitschpur mit 26,728 Einw. und Khamgaon, zwar mit nur 12,390 Einw., doch wichtig als der größte Baumwollmarkt Indiens, wo zur Marktzeit Tausende von Menschen zusammenströmen. Eine Eigentümlichkeit der Provinz, welche seit 1853 unter englischer Verwaltung steht, ist die mit Kamelen berittene Polizeimannschaft zur Begleitung der Warentransporte. Die Einnahmen übersteigen die Ausgaben jährlich um durchschnittlich 3 Mill. Mk., wovon vertragsmäßig die Hälfte an den Nizam von Haidarabad abgeliefert wird. Derselbe strebte die Rückerwerbung der Provinz wiederholt, aber vergeblich an. Vgl. Lyall, Gazetteer of B. (Akola 1869).

Berāt, arabisches, in das Türkische und Persische aufgenommenes Wort, bedeutet ein vom Souverän unterzeichnetes Schriftstück, welches seinem Inhaber gewisse Rechte und Privilegien zusichert. Den fremden, bei der Hohen Pforte akkreditierten Konsularbeamten wird ebenfalls außerdem Exequatur noch ein B. ausgestellt, welches jedoch keine internationale Gültigkeit hat.

Berat (Bielagorad), Stadt und Distriktshauptort im türk. Wilajet Janina (Südalbanien), am rechten Ufer des Ljumi-Beratit (Ergent), am Fuß des mächtigen Tomor, von Oliven- und Weinpflanzungen umgeben, Sitz eines Mutessarifs (Paschas) und eines griechischen Erzbischofs, mit 12,000 Einw., wovon ein Dritteil Griechen. Dabei auf hohem Fels das türkische Kastell, durch das Erdbeben von 1851 sehr beschädigt. B. ist wahrscheinlich das von Ptolemäos erwähnte Albanopolis.

Beratene Kinder, Kinder, welche noch bei Lebzeiten der Eltern durch eine gewisse Summe (Beratung) abgefunden und damit von der Erbschaft ausgeschlossen werden.

Beraun (tschech. Beroun), Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Horzowitz, am Einfluß der Litawka in die Beraun und an der Böhmischen Westbahn, in welche hier die Rakonitz-Protiwiner. Bahn mündet, ist Sitz eines Bezirksgerichts, hat eine Kirchenmusikschule, (1880) 5719 Einw., eine große Baumwollspinnerei und zwei Parkettfabriken, Kalk- und Zementbereitung, Gerberei, Bierbrauerei und Malzfabrik. In der Nähe von B. sind große Eisenwerke in Königshof, Popowitz und Althütten. Im O. der Stadt liegt das Schloß (sonst Kloster St. Johann unter dem Felsen), ein besuchter Wallfahrtsort mit Baumwollspinnerei. - Der gleichnamige Fluß (tschech. Berounka) entspringt als Edelsbach im W. von Tachau im Böhmerwald, heißt von Tachau an Mies und vereinigt sich bei Pilsen mit den von dem höchsten Teil des Böhmerwaldes kommenden Flüssen Radbusa und Angel (Bradlenka) und mit der Uslawa aus dem südlichen Mittelgebirge. Der nun B. genannte Fluß nimmt links die Strela, rechts die verheerende Litawka aus und mündet nach 170 km langem Lauf bei Königsaal in die Moldau.

Berauschende Mittel (Inebriantia), Genußmittel und Arzneien, welche einen Rausch hervorrufen (vgl. Betäubende Mittel). Vor allen gehören hierher der Alkohol, Haschisch, Opium und Ähnliches. Auch die Kohlensäure bewirkt vom Magen aus eine Art von Rausch. Es offenbart sich dies schon an mehreren geistigen Getränken, deren berauschende Wirkung durch den Gehalt an Kohlensäure gesteigert wird und keineswegs bloß von dem Alkoholgehalt abhängt; so wirken z. B. junge, noch in der Gärung befindliche und die sogen. moussierenden Weine in höherm Grad berauschend, als sie es vermöge ihres Gehalts an Alkohol thun könnten. Die berauschende Wirkung der Kohlensäure tritt aber auch sonst hervor, wo sie nicht gleichzeitig mit alkoholischen Flüssigkeiten auf den Organismus einwirkt (Brunnenrausch beim Gebrauch kohlensäurereicher Säuerlinge). Auch der Kampfer und mehrere andre Stoffe bringen öfters eine Art von Rausch hervor, wiewohl bei ihnen die Wirkung weit weniger konstant ist als bei den alkoholischen Flüssigkeiten.

Berber (El Mescheriff), der größte Ort von Mittelnubien, weitläufig vom rechten Nilufer bis an den Wüstenrand gebaut (3 km lang, 1 km breit), Sitz eines Gouverneurs (Mudirs), mit 8000 Einw. B. liefert Indigo und Lederwaren. Von hier aus gehen Handelsstraßen nach Suakin, Chartum und Ägypten.

Berbera, Hafenplatz an der Nordostküste von Afrika, am Golf von Aden, im Somalland, an dem sich vom Oktober bis März früher wohl 100,000 Ostafrikaner und Araber, Perser und Inder versammelten und