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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Beresina - Berg.

tion" (das. 1855); "Die Sprichwörter der Völker türkischer Rasse" (das. 1856). Auch gab er Raschid Eddins "Geschichte der Mongolen" (Petersb. 1858-65) in russischer Sprache heraus.

Beresiná, Fluß im russ. Gouvernement Minsk in Litauen, entspringt daselbst im Borissowschen Kreis bei Dokschizi aus einem Sumpf, durchfließt zwischen sumpfigen Ufern das Gouvernement fast seiner ganzen Länge nach von N. nach S. und fällt nach einem Laufe von ungefähr 570 km (wovon fast 400 schiffbar) in den Dnjepr. Ihre Ufer sind flach, oft sumpfig und bewaldet. Sie steigt bei Borissow, wo sie schiffbar wird, im Frühjahr wohl um 6 m. Man verschifft auf ihr besonders Salz und Korn, auch die Holzflößerei ist bedeutend. Links nimmt sie den Sargut, ein nicht schiffbares Sumpfgewässer, den Bobr und Ola, rechts die Plissa, Uscha und Swislotsch auf. Welthistorische Berühmtheit hat die B. durch den Rückzug der Franzosen über die B. (26.-28. Nov. 1812) erhalten. Nachdem Napoleon I. am 13. Nov. 1812 Smolensk verlassen, galt es, die B. zu erreichen, bevor sich die russischen Generale Wittgenstein und Tschitschagow vereinigten. Napoleon hatte bei Studjanka, 3 Meilen nördlich von Borissow, durch General Eblé zwei Brücken schlagen lassen, wozu das Material vorzüglich eingerissene Häuser hatten liefern müssen. Am 26. Nov., nachmittags um 1 Uhr, war eine Brücke für Reiterei und Fußvolk hergestellt, und sogleich bewerkstelligte das 2. Armeekorps unter Oudinot seinen Übergang und drängte eine Abteilung Russen gegen Borissow zurück. Eine zweite Brücke für das Geschütz und die Wagen kam zwei Stunden später zu stande. Von den Russen wurde der Übergang zunächst nicht gestört. Dagegen wurde die zweite Brücke durch Brechen der Böcke mehrmals unbrauchbar; auch mußte die Bretterdecke aus der ersten öfters erneuert werden. Der Übergang erfolgte im ganzen schnell, solange die Truppen geordnet marschierten. Napoleon selbst ging mit der Garde am 27. mittags über den Fluß. Nun aber begann die Unordnung, und als gegen Abend die Artilleriebrücke zum drittenmal brach, entstand das fürchterlichste Gedränge. Als nun vollends 28. Nov. früh die Russen von dem linken Ufer aus die Brücken mit Kanonen und Haubitzen bestrichen, erreichte die Verwirrung den höchsten Grad. Marschall Victor behauptete sich zwar den ganzen Tag hindurch mit 4500 Mann gegen eine wohl fünfmal stärkere Macht auf der Nachhut, konnte indes die Beschießung der Brücken nicht hindern. Gleichzeitig hatte Tschitschagow mit 26,000 Mann das 14,000 Mann starke Korps der Marschälle Oudinot und Ney auf dem rechten Ufer angegriffen, war aber von den mit der letzten Anstrengung kämpfenden Franzosen nachdrücklich zurückgewiesen worden. Von 9 bis 11 Uhr nachts ging Victor mit der Arrieregarde über den Fluß, nachdem ihm General Eblé durch die Pontoniere eine Art Laufgraben durch die an den Brücken aufgehäuften Leichname und zerbrochenen Wagen hatte machen lassen. Eine schwache Nachhut blieb noch bis zum Morgen auf dem linken Ufer. Hier lag noch eine bedeutende Anzahl Verwundeter, Kranker und Ermatteter, die, als Eblé früh 8½ Uhr beim Nahen der Russen die Brücke anzünden ließ, in den Flammen oder in den Fluten umkamen. Von 70,000 Franzosen kamen kaum 40,000 an das jenseitige Ufer, und von diesen starb ein großer Teil in den nächsten Tagen. Zehn Jahre später sah man noch die Trümmer von Waffen und Heergeräte aller Art auf beiden Seiten der B. aus dem Schlamm hervorragen. Mit Mühe konnte Ney in Wilna 3000 Mann streitfähiger Leute sammeln, um die weitere Flucht zu decken. Nur die Fehler der russischen Heerführer verhinderten eine totale Katastrophe der Franzosen, welche der Mangel an Einheitlichkeit der Operationen Tschitschagows und Wittgensteins und die Zaghaftigkeit und Langsamkeit Kutusows rettete.

Beresinakanalsystem, in Rußland, verbindet das Schwarze Meer mit der Ostsee. Dazu gehören: Düna, Ulla, Lepelsee, Lepelkanal, Essa, Kanal Werebskii, Fluß Bereschta, See Bereschto, Beresinakanal, See Plawio, Fluß Sergut, Kanal Sergut, Fluß Beresina, Dnjepr. Die Länge der Verbindungslinie von der Ulla bis zur Beresina ist 54 km, die Länge der Kanäle 20 km. Das System dient größtenteils zum Flößen von Holz; es hat 12 Schleusen.

Beresīt, s. v. w. Rotbleierz.

Beresna, Stadt im russ. Gouvernement Tschernigow, östlich von der Stadt Tschernigow, mit (1880) 10,827 Einw.

Beresow, Bezirkshauptstadt im sibir. Gouvernement Tobolsk, Sitz der Kreisverwaltung, liegt unter 63° 56' nördl. Br., an der Soswa, nahe dem Ob, und an der nördlichen Grenze von Roggen, Gerste und Pferden, wo das Jagdgebiet der Eingebornen beginnt, und zählt (1879) 2000 Einw., meist Nachkommen von Kosaken, die seit 1593 angesiedelt sind, und Verbannte. Die Einwohner treiben Tauschhandel mit den Eingebornen und verkaufen Pelze und Fische bis nach Tobolsk. B. gehört zu den härtesten Verbannungsorten Rußlands. Hier starben und wurden beerdigt Fürst Menschikow (1729) und Graf Ostermann (1747); es haben sich jedoch von ihren Grabstätten keine Spuren erhalten.

Beresowsk, Flecken im russ. Gouvernement Perm, im Ural, unfern Jekaterinburg, Mittelpunkt des Distrikts der Beresowschen Goldbergwerke, die seit 1744 bekannt sind. Die Gebirge, in welche die Gruben getrieben sind, liegen an dem Gehänge eines zum mittlern Uralgebirge gehörigen Granitrückens und werden gegen N. von der Pyschma, gegen O. von der Schilowka, gegen S. von den beiden Seen Schartasch und gegen W. von der Kalinowka begrenzt. Die ganze Länge des goldhaltigen Gebirgsstockes beträgt 7,5, die Breite 4,3 km; aber vom ganzen Revier ist erst der geringste Teil ausgehauen. Die längs dem Flüßchen Beresowka sich ausdehnenden Waschwerke gehören zu den ergiebigsten im ganzen Ural und liefern das reinste und feinste Gold.

Berettini (Berrettini), Maler, s. Cortona.

Berettyó, rechter Nebenfluß des Körös in Ungarn, entspringt im Komitat Krazna, bildet mit der Schnellen und Schwarzen Körös den Sumpf B.-Sárrét im Komitat Bihar und mündet oberhalb Szarvas.

Berettyó-Ujfalu, Markt im ungar. Komitat Bihar, am Berettyó und an der Ungarischen Staatsbahn, mit (1881) 6122 Einw. und Bezirksgericht.

Berg, im allgemeinen jede über die Umgebung einigermaßen hervorragende Bodenerhebung, gleichviel ob sie isoliert in einer Ebene steht oder einen Teil eines Gebirges ausmacht; namentlich aber bezeichnet man damit die über die mittlere Kammlinie der Gebirge emporragenden Gipfel sowie die vorspringenden Enden der Gebirgsjoche. Eine Erhebung von unbedeutender relativer Höhe nennt man Hügel. An jedem B. unterscheidet man den Fuß oder untern Teil, mit dem derselbe seine markierte Überhöhung der Grundfläche beginnt, den Scheitel (Rücken) oder höchsten Teil desselben und den Rumpf (Abhang), d. h. den zwischen beiden liegenden mittlern Tell. Die Neigung des Abhangs (Hang, Abdachung) wird