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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Berggrün; Berggruß; Bergh; Berghäher; Berghaus; Bergheim; Berghem; Berghoheit; Bergholz; Berghölzer; Berghopfen; Bergisches Buch

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Berggrün - Bergisches Buch.

öffentlichte. Auch schrieb er die Biographie des dänischen Komponisten Weyse (Kopenh. 1875).

Berggrün, Malerfarbe, welche aus fein geschlämmtem Malachit (basisch. kohlensaurem Kupfer) besteht (daher Malachitgrün) oder sich direkt in Form eines feinen Pulvers aus manchen kupferhaltigen Grubenwassern absetzt. Es ist eigentümlich mattgrün, aber wenig beständig und wird namentlich durch Schwefelwasserstoff geschwärzt. Man benutzt es als Kalk-, Öl- und Wasserfarbe, es deckt aber nicht besonders, und das B. des Handels (Tiroler, Braunschweiger, Auersberger Grün, Kupfer-, Schiefergrün) ist meist ein künstliches Produkt, welches ursprünglich durch Fällen einer Lösung von schwefelsaurem Kupfer mit kohlensaurem Natron dargestellt wurde, während jetzt gewöhnlich Neuwieder Grün mit einem Zusatz von Schweinfurter Grün als B. abgegeben wird. Die schönsten Sorten sind am reichsten an Schweinfurter Grün und werden daher auf frischem Kalk etwas mehr gelbgrün. Das mit kohlensaurem Natron gefällte B. ist als Ölfarbe zwar nicht glänzend, wird aber nach und nach sehr schön und dunkelt stark nach. Alle diese Präparate sind giftig.

Berggruß, Gruß der Bergleute untereinander; nach Örtlichkeiten verschieden, am häufigsten: "Glück auf!"

Bergh, 1) Pieter Theodoor Helvetius van den, holländ. Lustspieldichter und Schriftsteller, geb. 1795 zu Zwolle, später Beamter, lebte zuletzt im Haag und starb daselbst 12. Okt. 1873. Großes Aufsehen und die Hoffnung auf Neubegründung des holländischen Dramas erregte B. mit dem Stück "De Neven" (1838), das zu den besten niederländischen Lustspielen der neuern Zeit gehört. Indessen blieb er in den folgenden Stücken: "Hieronimus Jamaar" (1839) und "De Nichten" (1843), weit hinter den gehegten Erwartungen zurück. Er entsagte fortan der Bühnendichtung. Eine Sammlung: "Proza en poëzy" (3. Aufl., Deventer 1863), läßt ihn als einen würdigen Schüler des Dichters Staring (s. d.) und als kernhaften Schriftsteller erkennen.

2) Johan Edvard, schwed. Maler, geb. 29. März 1828 zu Stockholm, besuchte 1852 die dortige Kunstakademie, bildete sich später in Düsseldorf unter Gude und in Genf unter Calame weiter aus. In den Jahren 1856 und 1857 bereiste er Italien und trat dann in Stockholm mit einer Reihe von schweizerischen und skandinavischen Landschaften auf, die ein gründliches Studium der Natur und eine gewandte Technik verrieten. Von 1861 bis zu seinem Tod, 23. Sept. 1880, übte er als Professor der Akademie in Stockholm auf die jüngern schwedischen Künstler einen wohlthätigen Einfluß.

Berghäher, s. v. w. Tannenhäher.

Berghaus, Heinrich, Geograph und Geschichtsforscher, geb. 3. Mai 1797 zu Kleve, fand 1811 als Kondukteur für den Brücken- und Straßenbau in dem damaligen französischen Lippedepartement Gelegenheit, sich zum Geodäten auszubilden, trat nach Auflösung des Königreichs Westfalen als Freiwilliger in die Armeeverwaltung und kam mit dem Korps des Generals Tauenzien bis in die Bretagne. Nach dem Frieden lebte B. erst zu Weimar, mit kartographischen Arbeiten beschäftigt, ward dann (1816) als Ingenieurgeograph im Kriegsministerium zu Berlin angestellt, nahm an der trigonometrischen Landesvermessung des preußischen Staats teil und erhielt 1824 die Professur der angewandten Mathematik an der Bauakademie, die er bis 1855 bekleidete. B.' kartographische Leistungen sind bedeutend, und die Zahl seiner Karten ist außerordentlich groß. Bahnbrechend wirkte er durch seinen großen "Physikalischen Atlas" (93 Blatt, 2. Aufl., Gotha 1852), in welchem sein Sammlerfleiß zum erstenmal alle auf die verschiedenen physikalischen Verhältnisse der Erde bezüglichen Darstellungen vereinigte und durch eigne Darstellungen bereicherte. Neben diesem Werk ist zu erwähnen die "Sammlung hydrographisch-physikalischer Karten der preußischen Seefahrer" (Berl. 1840 f.), ein Produkt der von ihm gegründeten geographischen Kunstschule zu Potsdam. Auch hat B. zu andern Atlanten, z. B. dem Stielerschen und Sohrschen, Karten geliefert. Die Bewegungen von 1848 veranlaßten ihn zur Herausgabe eines "Ethnographischen Spezialatlas von Deutschland, insbesondere vom preußischen Staat". Auch als Schriftsteller zeigte er eine vielseitige Thätigkeit. Er war ein fleißiger Mitarbeiter an geographischen Zeitschriften (z. B. an Bertuchs "Geographischen Ephemeriden") und gab verschiedene periodische Schriften heraus, wie "Hertha" (mit K. V. Hoffmann, 1825-1829) und "Annalen der Erd-, Völker- und Staatenkunde" (Berl. 1830-43, 28 Bde.); ferner: "Almanach, den Freunden der Erdkunde gewidmet" (Bd. 1-3, Stuttg. 1837-39; Bd. 4 u. 5, Gotha 1840-41), das "Geographische Jahrbuch" (Bd. 1-4, das. 1850-1852; die Fortsetzung desselben bilden "Petermanns Mitteilungen") u. a. Von seinen sonstigen Schriften sind hervorzuheben: "Allgemeine Länder- und Völkerkunde" (Stuttg. 1837-40, 5 Bde.); "Grundriß der Geographie in fünf Büchern" (Berl. 1842); "Die Völker des Erdballs" (Leipz. 1845-47, 2 Bde.; neue Ausg. 1862); "Landbuch der Mark Brandenburg" (Brandenb. 1853-56, 3 Bde.); "Landbuch des Herzogtums Pommern" (Wriezen 1862-77, 9 Bde.); "Deutschland seit hundert Jahren" (Leipz. 1859-62, 5 Bde.); "Was man von der Erde weiß" (Berl. 1856-1860, 4 Bde.); "Geschichte der Stadt Stettin" (Wriezen 1875-76, 2 Bde.) und "Sprachschatz der Sassen, Wörterbuch der plattdeutschen Sprache" (Brandenb. 1878 ff.). B. starb 17. Febr. 1884. Sein "Briefwechsel mit Alexander v. Humboldt" erschien in 3 Bänden (Leipz. 1863). - Sein Neffe Hermann B., ebenfalls Kartograph, geb. 16. Nov. 1828, lieferte außer vielen Blättern für die Stielerschen und Sydowschen Atlanten die "Karte des Ötzthaler Gletschergebiets" (Gotha 1861), eine "Allgemeine Weltkarte in Mercators Projektion" (2. Aufl., das. 1869, 4 Blatt), die vorzügliche "Chart of the world" (10. Aufl., das. 1882, 8 Bl.), die "Physikalische Karte der Erde" (das. 1874, 8 Bl.), eine "Physikalische Wandkarte von Europa" (das. 1875, 9 Bl.), eine "Karte der Alpen" (das. 1878, 8 Bl.), eine "Physikalische Wandkarte von Afrika" (das. 1881, 6 Bl.) u. a.

Bergheim, 1) Flecken und Kreisort im preuß. Regierungsbezirk Köln, an der Erft und am Fuß der Ville, westlich von Köln, mit Amtsgericht und (1880) 1286 Einw. B. existierte bereits im 9. Jahrh., wo es von den Normannen (881) erobert ward. -

2) Stadt in Elsaß-Lothringen, Kreis Rappoltsweiler, am Wasgenwald, mit katholischer Pfarrkirche, Weberei, Gipsbrüchen, starkem Weinbau und (1880) 2771 Einw.

Berghem, s. Berchem.

Berghoheit, s. Bergrecht.

Bergholz, s. Asbest.

Berghölzer (Barkhölzer), starke Balken, welche wie horizontale Gürtel das Schiff über Wasser umgeben, um die Rippen fester zusammenzuhalten und nach außen mehr Schutz zu gewähren als einfache Planken.

Berghopfen, s. Marrubium.

Bergisches Buch (Bergische Formel), s. Konkordienformel.