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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bergisch-Gladbach; Bergius; Bergk; Bergkalk; Bergkork; Bergkrankheit; Bergkristall; Bergleder; Bergleute

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Bergisch-Gladbach - Bergleute.

Bergisch-Gladbach, s. Gladbach.

Bergius, Karl Julius, volkswirtschaftl. Schriftsteller, geb. 14. Dez. 1804 zu Berlin, widmete sich anfangs dem Kaufmannsstand, dann in Berlin dem Studium der Kameralwissenschaften und wandte, 1839 nach Breslau versetzt, besonders dem Steuer- und Finanzwesen seine Aufmerksamkeit zu; starb 28. Okt. 1871 in Berlin. Er schrieb: "Betrachtungen über die Finanzen und die Gewerbe im preußischen Staat" (Berl. 1830); "Preußen in staatsrechtlicher Beziehung" (Münst. 1838, 2. Aufl. 1843); "Über Schutzzölle, mit besonderer Beziehung auf den preußischen Staat und den Zollverein" (Bresl. 1841); "Preußische Zustände" (Münst. 1844); "Das Geld- und Bankwesen in Preußen" (Bresl. 1846); "Die Grundsteuer und die Mahl- und Schlachtsteuer" (das. 1853); "Das preußische Gewerbegesetz" (Leipz. 1857); "Die Grundsätze der Finanzwissenschaft mit besonderer Beziehung auf Preußen" (Berl. 1865, 2. Aufl. 1871), sein Hauptwerk.

Bergk, Theodor, namhafter Philolog, geb. 22. Mai 1812 zu Leipzig, Sohn des als Übersetzer und Popularphilosoph bekannten J. ^[Johann] Adam B. (gest. 1834), besuchte die Thomasschule und 1830-34 die Universität seiner Vaterstadt, wurde 1836 Lehrer an der lateinischen Hauptschule in Halle, 1838 an dem Gymnasium zu Neustrelitz, Michaelis desselben Jahrs am Joachimsthalschen Gymnasium zu Berlin und 1840 am Gymnasium in Kassel. Von hier ging er 1842 als ordentlicher Professor der Philologie nach Marburg, 1852 nach Freiburg, 1857 nach Halle, gab aber 1869 aus Gesundheitsrücksichten sein Amt auf und setzte zu Bonn in freierer Weise seine akademische und litterarische Thätigkeit fort. Schon 1847 war er auf dem kurhessischen Landtag als Vertreter der Universität dem reaktionären Ministerium Scheffer entgegengetreten, dann 1848 teils in Frankfurt als einer der 17 Vertrauensmänner, teils auf dem kurhessischen Landtag in gemäßigt-liberaler Richtung thätig gewesen, hatte aber 1849 sein Mandat niedergelegt. Er starb 20. Juli 1881 im Kurort Ragaz. Litterarisch hat sich B. besonders um die griechischen Dichter verdient gemacht. Hierher gehören nicht bloß seine beiden Hauptwerke, diakritische Ausgabe der "Poetae lyrici graeci" (Leipz. 1843, 3 Bde.; 4. Aufl. 1878-82) und die "Geschichte der griechischen Litteratur", von welcher zu seinen Lebzeiten der 1. Band, die Homerische und Hesiodische Poesie behandelnd (Berl. 1872), erschien, während Bd. 2 u. 3 aus Bergks Nachlaß von G. Hinrichs (das. 1883-84) herausgegeben wurden, sondern auch die Ausgaben des Anakreon (Leipz. 1834), der Fragmente des Aristophanes (Berl. 1840), der "Anthologia lyrica" (2. Aufl., Leipz. 1868), des Aristophanes (2. Aufl., das. 1872), des Sophokles (das. 1858). Von Schriften über andre Gebiete nennen wir noch: "De Aristotelis libello de Xenophane, Zenone et Gorgia" (Marb. 1843); "Beiträge zur griechischen Monatskunde" (Gießen 1845); "Beiträge zur lateinischen Grammatik" (Halle 1870, vorzugsweise gegen Ritschl gerichtet); "Augusti rerum a se gestarum index cum graeca metaphrasi" (Götting. 1873); "Inschriften römischer Schleudergeschosse" (Leipz. 1876) und die posthum erschienenen Werke: "Zur Geschichte und Topographie der Rheinlande in römischer Zeit" (das. 1882); "Fünf Abhandlungen zur Geschichte der griechischen Philosophie und Astronomie" (hrsg. von Hinrichs, das. 1883); "Beiträge zur römischen Chronologie" (hrsg. von demselben, das. 1884). Seine "Kleinen philologischen Schriften" wurden gesammelt von R. Peppmüller (Halle 1883 ff., 2 Bde.). Von 1843 bis 1852 redigierte B. mit Cäsar die "Zeitschrift für Altertumswissenschaft".

Bergkalk (Kohlenkalkstein), s. Kalkstein und Steinkohlenformation.

Bergkork, s. Asbest.

Bergkrankheit, krankhafter Zustand, von welchem die Menschen sowohl als gewisse Säugetiere beim Ersteigen sehr hoher Berge befallen werden. Die gewöhnlichsten Erscheinungen der B. sind: Ekel und Abneigung gegen Speisen, meist auch gegen Wein, starker Durst, Übelkeit und Erbrechen; das Atmen wird beschleunigt und keuchend, Brustbeklemmung und Erstickungsangst bei heftigem Klopfen des Herzens und der großen Arterien stellen sich ein; dazu gesellen sich Schwindel, heftiger Kopfschmerz, Anwandlungen von Ohnmacht, unbezwingbare Schläfrigkeit, nicht erquickender, sondern durch ängstliche Träume gestörter Schlaf, endlich außerordentliche Ermüdung der Muskeln. Je plötzlicher der Mensch große Höhen erreicht, um so gefährlicher treten die genannten Symptome auf. In einem Luftballon starben 1880 drei Franzosen in einer Höhe von etwa 8000 m. Außerdem kommen noch Blutungen aus den Lippen, der Haut, den Lungen, Blutbrechen, Darm- und Nierenblutungen vor. Manche Menschen erleiden bei der B. eine gewisse Abstumpfung der Geistes- und Sinnesthätigkeiten; andre zeigen dagegen eine regere geistige Thätigkeit und haben die Empfindung einer eigentümlichen Leichtigkeit des Körpers. Erst nach längerm, mehrere Monate dauerndem Aufenthalt gewöhnt sich der Mensch allmählich an das Höhenklima, und die Erscheinungen der B. treten an ihm zurück. Nicht alle Menschen sind für die B. gleich empfänglich; am stärksten werden starke, vollblütige und fettleibige Individuen davon betroffen. Für Herz- und Lungenkranke ist die B. gefährlich. Bei klarer, wasserarmer Atmosphäre ist die B. stärker ausgebildet, als wenn die Luft feucht, nebelig oder bewegt ist. Die Ursache der B. liegt in der stark verdünnten Luft und ihrem geringen Sauerstoffgehalt, in der Einwirkung der Kälte und des grellen Sonnenlichts. In den Andes, wo man die B. als Mal di Puna bezeichnet, dient das Kauen von Kokablättern als Heilmittel. Vgl. Meyer-Ahrens, Die B. (Leipz. 1854).

Bergkristall, s. Quarz.

Bergleder, s. Asbest.

Bergleute, im weitern Sinn alle diejenigen Personen, welche in einem Bergwerk beschäftigt sind. Sämtliche B. eines Bergreviers oder Bergwerks bilden die Knappschaft. Die Bezeichnung und Klassifikation der B. nach den Verrichtungen, welche sie ausführen, ist in verschiedenen Gegenden eine abweichende. Auf dem Oberharz unterscheidet man: Kunstknechte, Arbeiter bei den Maschinen zur Bewältigung der Grubenwasser; Holzarbeiter, welche die Zimmerung in den Gruben herzustellen und zu erhalten und zu Gehilfen die Wasserhäuer haben; Stollenhäuer, ältere Holzarbeiter, denen die Instanderhaltung der wasserführenden Stollen, der Aufschlag- und Abfallröhren obliegt; Ausschläger, welche als Gehilfen des Untersteigers beim Wegschießen der Bohrlöcher zur Hand gehen; Bohrhäuer, welche nur Bohrarbeit verrichten; Gedinghäuer, welche im Gedinge die Stollen und Örter treiben, Schächte absinken, Gänge untersuchen etc.; Ledigschichter, angehende B., welche das Fördern von Erzen und Nebengestein, das Füllen ausgehauener Räume, die Trennung von Erzen und unhaltigem Gestein in der Grube und allerhand sonstige Arbeiten verrichten; Bergwerksmaurer; Weilarbeiter, welche ein Gesteinsgedinge