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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Besprechen; Besprengung; Bess.; Bessarabien; Bessarion

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Besprechen - Bessarion.

Besprechen, von Krankheiten etc., s. Versprechen.

Besprengung (lat. Aspersio) mit Weihwasser, eine liturgische Handlung des katholischen Kultus, welche die Reinigung von Sünden darstellt.

Bess., bei botan. Namen Abkürzung für S. J. G. W. ^[Swibert Joseph Gottlieb Wilhelm] Besser, geb. 1784 zu Innsbruck in Tirol, starb als Direktor des botanischen Gartens in Kiew 1842. Flora von Wolhynien, Podolien, Galizien.

Bessarabien, ein Gouvernement des südwestlichen Rußland (s. Karten "Rußland" u. "Rumänien"), vom Schwarzen Meer, dem Dnjestr und dem Pruth umschlossen, welch letzterer die Grenze gegen die Moldau u. Bukowina bildet, umfaßt 45,630,8 qkm (828,7 QM.). Der südliche Teil ist flaches, mit hohem Gras überwuchertes Steppenland, den nördlichen bedeckt ein nicht hoher, bewaldeter Zweig der Karpathen. Bei Bender beginnen die aus verkrüppelten Eichen, wilden Obstbäumen und Dornengebüsch bestehenden Steppengehölze, in welchen sich zahlreiche Wölfe sammeln. Im ganzen ist etwa ein Fünftel der Provinz unbrauchbares Land, etwa ebensoviel ist Kulturboden, und fast die Hälfte bildet Weideland; 2808 qkm (51 QM.) sind mit Wald bedeckt. Außer den erwähnten Grenzflüssen sind der Kagilnik und der Jalpuch als Hauptflüsse des Landes zu nennen. Das Klima ist im Sommer sehr heiß, namentlich im S., im Winter dagegen ziemlich streng; zuweilen dauert der Frost vom September bis März. Aber trotz der häufigen Dürre und der gewaltigen Sommerhitze sind nach dem Regen die Ernten äußerst ergiebig; nur die Weinernte wird nicht selten durch anhaltenden Herbstregen verdorben. Die Bevölkerung bezifferte sich 1881 auf 1,397,842 Seelen. Hier leben Moldauer, Russen, Serben, Bulgaren, Griechen, Armenier, Juden, Tataren, Zigeuner sowie zahlreiche deutsche Kolonisten. Im ganzen zerfallen die Kolonien in B. in zwei Klassen: 82 Dörfer wurden an den Ufern des Pruth und des Kagul von griechisch-bulgarischen Kolonisten, 27 andre in den Ebenen des südlichen Teils von Deutschen gegründet; eine Schweizerkolonie liegt 6 km von Akjerman. In dem Maß, wie die Zahl der Kolonisten sich vermehrte, wurden ihnen neue Ländereien angewiesen. Jetzt leben im sogen. Budschak (s. d.) etwa 70,000 Bulgaren, deren Auswanderung namentlich aus Schumna, Sliwno, Prawady Ende vorigen Jahrhunderts begann; sodann zwischen denselben über 26,000 Deutsche, deren Dörfer bedeutungsvolle Namen tragen, wie Borodino, Leipzig, Beresina, Paris, Töplitz, Arcis etc. Haupterwerbszweige der Bevölkerung sind Ackerbau und Viehzucht; am meisten gebaut werden Weizen, Hirse und Mais; außerdem liefert der Boden Flachs, Tabak (1883: 9 Mill. kg), Melonen und Kürbisse, wild wachsenden Safran und Krapp etc. Die gesamte Getreideernte betrug 1877: 5,953,000 hl. Auch Obst- und Maulbeerbäume, Rüben sowie Wein werden mit Erfolg gebaut (der beste wächst um Akjerman und am linken Ufer des Dnjepr-Limans; der Ertrag beläuft sich in günstigen Jahren auf 22 Mill. hl). Der Viehstand weist (1876) 158,000 Pferde, 351,000 Rinder und (1882) 1,895,852 Schafe, davon 265,369 feinwollige, auf. Außerdem finden sich Schweine, Ziegen, viel Wild, Büffel, wildes Geflügel, z. B. Trappen, Kraniche, Reiher etc., sehr viele Fische, Bienen etc. Das Mineralreich liefert Salz (von dem jährlich 820,000 metr. Ton. gewonnen werden), Salpeter, Steinkohlen, Marmor etc. Die noch unbedeutende Industrie Bessarabiens beschäftigt sich mit der Herstellung von Branntwein (1883 Produktion 51 Mill. Grad), Öl (163 Ölmühlen), Mehl (von den im J. 1883 vorhandenen 6948 Mahlmühlen wurden nur 3 mit Dampf betrieben), Wollwaren (besonders Jacken und Teppiche), Leinwand, Töpferwaren, Bier (6 Brauereien), Zucker (1 Fabrik). Die Industrie ist meist nur auf den Lokalbedarf berechnet. 1879 zählte man nur 130 Fabriken mit 894 Arbeitern und einem Produktionswert von 2 Mill. Rubel. Nicht viel bedeutender ist der Handel, der durch mehrere gute Häfen, z. B. zu Kilia und Akjerman, unterstützt wird und fast ausschließlich in den Händen der Juden und Armenier sich befindet. B. wird von einem Zivilgouverneur, der unter dem Generalgouverneur von Neurußland steht, verwaltet. Die Hauptstadt Kischinew ist der Sitz einer Diözese, zu welcher 1034 Kirchen und etwa 20 Klöster gehören. Eingeteilt wird B. in sieben Kreise (Tsenuts): Kischinew, Bielzy, Chotin, Bender, Akjerman, Orgjejew und Soroki. - B., von skythischen Nomadenstämmen bewohnt, kam 106 n. Chr. als östlicher Teil von Dacien durch Trajan in lockere Abhängigkeit von Rom, ward im 3. Jahrh. von den Goten besetzt, in der Völkerwanderung der Schauplatz verheerender Völkerzüge, von dem Stamm der Bessen (von denen es seinen Namen führt), dann nacheinander von andern Völkern (Ugrern, Petschenegen, Kumanen etc.) besetzt. Seit 1367 gehörte es zur Moldau und war dann abwechselnd im Besitz der Tataren und der Türken. Ein Zankapfel in den Kriegen zwischen Rußland und der Türkei, wurde B. durch den Frieden von Bukarest 28. Mai 1812 mit Rußland vereinigt. Da das Land sehr verwahrlost war, wurde von der russischen Regierung bestimmt, daß die großen Gutsbesitzer entweder ihren Wohnsitz im Land nehmen, oder ihre Güter verkaufen mußten; so wurden letztere meist verkauft, wodurch eine große Zahl kleinerer Besitzer ins Land kam, was zur Kultur desselben einiges beitrug. Beim Frieden von Adrianopel 1829 kamen noch einige Annexe an Rußland, wodurch die Donaumündungen der Türkei verloren gingen. Diese Annexe, ein Landstrich zwischen dem Pruth und Jalpuch und der südliche Teil bis zum Trajanswall, mit den Festungen Ismail und Kilia, etwa 202 QM. mit 180,000 Einw., wurden durch den Pariser Frieden vom 31. März 1856 an die Moldau zurückgegeben. In dem Berliner Frieden von 1878 erhielt Rußland 9274 qkm (168,4 QM.) mit gegen 127,000 Einw. zurück. Vgl. Nakko, Geschichte Bessarabiens von den ältesten Zeiten an (Odessa 1873).

Bessarion, Basilius (oder Johannes), einer der ersten, welche im 15. Jahrh. altgriechische Philologie und Philosophie ins Abendland verpflanzten, geb. 1403 zu Trapezunt, wurde in Konstantinopel gebildet, trat 1423 in den Orden des Basilius, war nun Schüler des Gemistos Pletho, wurde 1437 Erzbischof von Nicäa, begleitete 1438 den byzantinischen Kaiser Johannes VII. Paläologos nach Italien und vermittelte auf dem Konzil zu Ferrara-Florenz die Union der griechischen und römischen Kirche, zu welch letzterer er 1440 selbst übertrat. Er wurde von Papst Eugen IV. zum Kardinal, von Nikolaus V. zum Bischof von Sabina, dann von Frascati ernannt, verwaltete auch 1450-55 die Legation von Bologna. Seine kirchliche Stellung als Legat, als Aufseher der basilianischen Klöster (seit 1456), als Titularpatriarch von Jerusalem und Bischof von Euböa benutzte er zur Förderung des Studiums griechischer Wissenschaft und suchte, häufig mit diplomatischen Missionen betraut, besonders nach der Einnahme Konstantinopels (1453) die Teilnahme des Abendlandes zur Befreiung seines Vaterlandes von der Herrschaft der Türken zu erwecken. 1455 wäre er beinahe Papst ge-^[folgende Seite]