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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Blochmann; Block; Blockade

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Blochmann - Blockade.

1865 das für die Königsburg zu Athen ausgeführte Kolossalbild: die Befreiung des Prometheus. B. wurde jetzt zum Mitglied der Akademie erwählt und empfing gleichzeitig von einem reichen Privatmann den Auftrag, 22 neutestamentliche Süjets für die Betkammer des nach dem Brand restaurierten Schlosses Frederiksborg zu malen. Die meisten derselben sind bereits vollendet. Die Verkündigung Mariä, Marias Besuch bei Elisabeth, die Hochzeit von Kana sind voll tiefer, echt religiöser Empfindung. Seit 1865 lebt B. wieder in Kopenhagen. Außer mehreren großen historischen Gemälden (Noels Ebbesen und Graf Gerhard, Christian II. als Gefangener auf dem Schlosse zu Sonderburg, Simson und Delila, letzteres beim Brande des Schlosses Christiansborg 1884 vernichtet) schuf er noch eine Anzahl römischer und dänischer Genrebilder (der Hühner rupfende Mönch, der Straßenbarbier, der gestörte Mittagsschlaf, das Dienstmädchen am Küchenherd, der Fischerknabe, der alte Wirtshausgast etc.) und einige Altarbilder, von denen die Auferstehung Christi (Jakobskirche in Kopenhagen) das bedeutendste ist. Während seine Genrebilder sehr lebendig charakterisiert sind, leiden seine religiösen Gemälde durch Steifheit der Formengebung.

3) Moritz, Schriftsteller, s. Ballagi.

Blochmann, Karl Justus, namhafter Pädagog, geb. 19. Febr. 1786 zu Reichstädt bei Dippoldiswalde, studierte in Leipzig Theologie, war 1809-16 Lehrer an der Pestalozzischen Erziehungsanstalt zu Yverdon, bereiste dann Italien und wurde 1818 als Vizedirektor an der neuen Friedrich-August-Schule in Dresden angestellt. Auf Veranlassung des Grafen von Einsiedel errichtete er 1824 mit königlicher Unterstützung zu Dresden eine höhere Bildungsanstalt für Knaben bemittelter Stände, die 1828 mit dem 1638 begründeten Vitzthumschen Geschlechtsgymnasium vereinigt wurde und lange Zeit großen Ruf genoß. Von der Leitung der Anstalt 1851 zurückgetreten, starb B. 31. Mai 1855 in Château Lancy bei Genf. Die Anstalt ging später ganz im Vitzthumschen Gymnasium auf. Blochmanns Bedeutung lag vorzugsweise in seinem vorbildlichen praktischen Wirken, durch welches er die Grundsätze Pestalozzis, jedoch mit engerm Anschluß an das kirchliche Dogma, in den höhern Jugendunterricht Deutschlands einführte. Von seinen Schriften ist zu erwähnen: "H. Pestalozzi, Züge aus dem Bilde seines Lebens und Wirkens" (Leipz. 1846).

Block, im Forstwesen s. v. w. Forsteinteilung (s. d.). In der Technik der Kloben eines Flaschenzugs. Im Kartenspiel heißt B. ein kleines Bete, welches jeder Teilnehmer gleich vor Beginn des Spiels setzt, um größere Gewinne und Verluste möglich zu machen. Auch der Ausdruck "Stammbete" ist hierfür üblich.

Block, 1) Albrecht, Landwirt, geb. 5. März 1774 zu Sagan, erlernte seit 1789 die Landwirtschaft, bewirtschaftete mehrere Güter, lebte seit 1838 als Amtsrat und Intendant der schlesischen Stammschäferei in Karolath und starb daselbst 21. Nov. 1847. Aus seinem Gut Schierau unterhielt er bis 1838 ein kleines landwirtschaftliches Institut. B. erwarb sich große Verdienste durch weitere Verbreitung der Fruchtwechselwirtschaft, Verbesserung des Düngerwesens, des Kartoffelbaues und der Schafzucht. Er schrieb: "Resultate der Versuche über Erzeugung und Gewinnung des Düngers" (Berl. 1823); "Versuche einer Wertsvergleichung der vorzüglichsten Ackerbauerzeugnisse" (das. 1823); "Mitteilungen landwirtschaftlicher Erfahrungen, Ansichten und Grundsätze" (2. Aufl., Bresl. 1837-39, 3 Bde.); "Über den tierischen Dünger, seine Vermehrung etc." (das. 1835).

2) Moritz, franz. Statistiker und Nationalökonom, geb. 18. Febr. 1816 zu Berlin aus israelitische Familie, brachte seine Jugend in Paris zu, studierte später in Bonn und Gießen Geschichte und Staatswissenschaften und kehrte sodann nach Frankreich zurück, wo er zunächst Unterricht erteilte, 1844 im Ackerbauministerium und 1852 im Statistischen Büreau angestellt ward. 1862 gab er diese Stellung auf und widmet sich seitdem ausschließlich seiner weitverzweigten litterarischen Thätigkeit. Unter den Erzeugnissen derselben sind hervorzuheben: "Des charges de l'agriculture dans les divers pays de l'Europe" (Par. 1851); "L'Espagne en 1850" (1851); ferner das vorzügliche "Dictionnaire de l'administration française" (2. Aufl. 1875-79, mit jährlichen Supplementen), dem 1858-1869 ein "Annuaire de l'administration française" zur Seite ging, und die vom Institut de France gekrönte Preisschrift "Statistique de la France" (1860, 2 Bde.; 2. Aufl. 1875); "L'Europe politique et sociale" (1869); "Les communes et la liberté" (1876); "Traité théorique et pratique de statistique" (1878; deutsch von Scheel, Leipz. 1879); das populäre "Petit manuel d'économie pratique" (9. Aufl. 1880; in elf Sprachen übersetzt, deutsch von Kaven, 3. Aufl., Aachen 1880), dem sich mehrere ähnliche Schriften anschlossen, wie: "La France", "Le departement", "La commune", "L'impôt", "Le budget", "L'agriculture", "L'industrie", "Le commerce", "Premiers principes de législation pratique appliquée au commerce" (1883) etc. Daneben gab B. ein "Dictionnaire général de la politique" (1862-64, 2 Bde.; neue Ausg. 1884) heraus und seit 1856 mit Guillaumin, J. ^[Joseph] Garnier u. a. ein "Annuaire de l'économie politique et de la statistique". In deutscher Sprache veröffentlichte er: "Die Bevölkerung des französischen Kaiserreichs" (Gotha 1861); "Die Bevölkerung Spaniens und Portugals" (das. 1861); "Die Machtstellung der europäischen Staaten" (das. 1862, gleichzeitig französisch) u. a. 1880 wurde B. zum Mitglied der Akademie ernannt.

Blockade (franz. Blocus, engl. Blockade, Blocking), die Absperrung eines feindlichen Orts oder Bezirks vom Verkehr und namentlich vom Handelsverkehr durch eine kriegführende Macht. Hiernach fällt unter den Begriff der B. im weitern Sinn auch die Absperrung eines Platzes, insbesondere einer Festung, im Landkrieg infolge einer Belagerung durch die feindliche Macht (s. Festungskrieg); im engern und eigentlichen Sinn aber spricht man von B. als von der Absperrung eines Hafens oder einer feindlichen Küste im Seekrieg, um dieselben vom Verkehr und vom Seehandel auch mit Angehörigen neutraler Staaten abzusperren. Das Recht einer kriegführenden Macht, auf solche Weise nicht nur einen einzelnen Hafen (Hafenblockade), sondern unter Umständen auch einen ganzen Küstenstrich des feindlichen Landes "zu blockieren", ist von alters her völkerrechtlich anerkannt. Man ist jedoch geneigt, das Blockaderecht nur im Fall eines wirklichen und förmlich erklärten Kriegs anzuerkennen, wenn vereinzelt auch in Friedenszeiten der Blockadezustand erklärt worden ist, so 1827 von England, Frankreich und Rußland in Ansehung der türkisch-griechischen Küste, 1831 von Frankreich gegen Portugal und 1838 ebenfalls von Frankreich gegen Mexiko. Jedenfalls hat sich in letzterer Beziehung eine völkerrechtliche Praxis noch nicht herausgebildet, und die Einteilung der Seeblockade in Kriegsblockade und Friedensblockade (Blocus pacifique) ist kaum haltbar, denn nur die Kriegsnotwendigkeit rechtfertigt die Blockadeerklärung auch neutralen Mächten gegenüber. Auf der andern Seite läßt sich aber auch