Schnellsuche:

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bonus vir semper tiro; Bonvicino; Bonvivant; Bonyhád; Bonzen; Booby; Bookmaker; Boom; Boomer-Presse; Boon-Upas; Booneville; Boos; Boot

202

Bonus vir semper tiro - Boot.

Bonus vir semper tiro (lat.), "Ein guter Mensch bleibt immer ein Lehrling", ein von Goethe unter seine "Reflexionen und Maximen" aufgenommener Spruch aus Martials Epigrammen (XII, 51), wo er im Zusammenhang bedeutet: "Ein guter Mensch wird leicht getäuscht, weil er immer unbefangen bleibt wie ein Kind".

Bonvicino (spr. -witschino), Alessandro, Maler, s. Moretto.

Bonvivant (franz., spr. bóngwiwang), Lebemann; in der Bühnensprache Bezeichnung des bezüglichen Rollenfaches.

Bonyhád (spr. bónjhad), Markt im ungar. Komitat Tolna, mit Schloß, (1881) 5970 Einw., Untergymnasium, Wein- und Tabaksbau.

Bonzen, seit den Tagen des heil. Xaver (zuerst 1750) Name der buddhistischen Priester in Japan, China und Hinterindien, ist entweder aus der japanischen Aussprache des chinesischen Fanseng, japanisch Bonsi ("indischer Geistlicher"), oder aus Fasse, japanisch Bosi ("Lehrer des Gesetzes"), entstanden (s. Buddhismus). Bei uns ist Bonze in verächtlichem Sinn s. v. w. Pfaffe; ebenso bonzenhaft, Bonzentum.

Booby, Insel, s. Bubi.

Bookmaker (engl., spr. bückmehker), auf der Rennbahn eine Person, die das Wetten gewerbsmäßig betreibt. S. Wetten.

Boom, Flecken in der belg. Provinz und Arrondissement Antwerpen, am Rupel und an der Eisenbahn Antwerpen-Termonde, mit höherer Knabenschule, bischöflichem Seminar und (1884) 13,239 Einw., welche Gerberei, Salzsiederei, Schiffbau und Ziegelbrennerei treiben.

Boomer-Presse (spr. buhmer-), amerikanischen Ursprungs, dient zum Packen, zum Glätten von Papier nach dem Druck etc. und ersetzt die einfache Schraubenpresse vorteilhaft, in vielen Fällen auch die hydraulische. Sie beruht auf dem System der Kniehebel, die, doppelt vorhanden, auf einer mit Rechts- und Linksgewinden versehenen Schraubenspindel sitzen und sich bei deren Drehung flach legen oder strecken, im letztern Fall die Pressung ausübend. Sie wird durch Hand- oder mechanischen Betrieb in Bewegung gesetzt.

Booneville (spr. buhnwill), Stadt im nordamerikan. Staat Missouri, Grafschaft Cooper, auf 30 m hohem Bluff am Missourifluß, hat starken Weinbau, lebhaften Handel und (1880) 3854 Einw. Kohlen, Eisen und Blei werden in der Umgegend gewonnen. B. wurde von D. Boone, dem kühnen Pionier von Kentucky, gegründet. Dabei Sieg der Unionstruppen über die Konföderierten 17. Juni 1861.

Boon-Upas, s. v. w. Pohon-Upas, s. Antiaris.

Boos, Martin, kathol. Theolog, geb. 1762 zu Huttenried in Bayern, wurde als Schüler Sailers etwa seit 1790 Urheber einer religiösen Bewegung, welche, insbesondere seitdem er 1806 Pfarrer in Gallneukirchen bei Linz geworden, tief in die Laienkreise drang, aber auch gegen 60 katholische Pfarrer ergriff. Seine mehr klostermäßige, von protestantischen Voraussetzungen an sich ganz freie Frömmigkeit führte ihn aus einen Standpunkt, welcher mit demjenigen des protestantischen Pietismus jener Zeit große Ähnlichkeit hatte. Vielfach verfolgt, fand er 1817 in Rheinpreußen als Religionslehrer zu Düsseldorf eine Zuflucht und starb 29. Aug. 1825 als Pfarrer in Sayn bei Neuwied.

Boot, zunächst eine Klasse kleiner Fahrzeuge mit geringem Tiefgang, im Gesamtgebiet der Schiffahrt dem Kleinverkehr dienend, unter sich aber in Größe, Form und Bauart sehr verschieden; sie werden meist durch Riemen, aber häufig auch durch Segel und Dampfkraft bewegt (Ruder-, Segel- und Dampfboote). In neuester Zeit hat man auch Elektrizität als Motor benutzt. Alle diese Boote sind ohne Deck, bald lang und schmal, bald kürzer und breiter gestaltet und mit Sitzbänken für Passagiere und Ruderer sowie mit Mastspuren zum Segeln und einem Steuerruder ausgestattet. Die schweren Boote werden mit zwei Ruderreihen bemannt, die leichtern führen nur ein Ruder aus jeder Bank. Die Zahl der Ruder (seemännisch Riemen) beträgt, je nach der Größe des Boots, 2-18 und mehr. Die Binnenschiffahrt weist einige flachbodige Formen, die Küsten- und Seeschifffahrt dagegen nur auf Kiel und seetüchtig gebaute Boote auf. Die Namen dieser Boote sind so zahlreich wie ihre Formen, Größenverhältnisse und Zwecke und werden außer von diesen auch von der bewegenden