Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bosquet; Bosra; Bossage; Bossange; Bosscha

251

Bosquet - Bosscha.

und Schloß Rumeli Kawaghi; endlich an der Mündung in das Schwarze Meer, wo im Altertum ein prächtiger Tempel stand, erheben sich zu beiden Seiten alte genuesische Kastelle neben Leuchttürmen (Rumeli Fener auf europäischer, Anadoli Fener auf asiatischer Seite), beide durch Strandbatterien geschützt. In der Mündung liegen dicht vor dem europäischen Leuchtturm in brandender See die von den Alten Kyanäen genannten Felsen. Hier war beim Skythenzug 515 v. Chr. der Übergangspunkt des Dareios und seines ungeheuern Heers, hier 1352 große Seeschlacht zwischen den Venezianern und Genuesen um die Herrschaft im Schwarzen Meer. Vgl. Dethier, Der B. und Konstantinopel (Wien 1873).

Kimmerischer B. hieß im Altertum die jetzige Straße von Kaffa (Feodosia) oder Kertsch, welche zwischen der Taurischen Halbinsel (Krim) und dem Festland aus dem Schwarzen in das Asowsche Meer führt. In dieser Meerenge, welche ihren Namen von ihren ältesten vorskythischen Anwohnern, den Kimmeriern, trug, bewegte sich in der spätern Zeit des griechischen Reichs und unter Venezianern und Genuesen im Mittelalter der Welthandel. Doch war die Meerenge nur im Sommer schiffbar; im Winter fror dieselbe so fest zu, daß (nach Strabon) die Reiterei des Mithridates auf derselben Stelle eine Schlacht lieferte, wo im Sommer vorher ein Seetreffen stattgefunden hatte. An ihr lag die Stadt B. (Pantikapäon), eine milesische Kolonie (heute Kertsch oder Vospór); auch gab der B. einem Reich des Altertums, dem Bosporanischen Reich (s. d.), den Namen. S. auch "Karte der Mittelmeerländer".

Bosquet, Gartenanlage, s. Boskett.

Bosquet (spr. boskeh), Pierre François Joseph, Marschall von Frankreich, geb. 8. Nov. 1810 zu Mont de Marsan (Landes), trat, auf der polytechnischen Schule zu Paris und auf der Applikationsschule zu Metz gebildet, 1834 als Unterleutnant bei der Armee in Algerien ein und ward 1847 Oberst eines Linieninfanterieregiments. 1848 erhielt er das Kommando der Subdivision zu Orléansville, und im August desselben Jahrs ward er zum Brigadegeneral ernannt und eröffnete als solcher 1851 den Feldzug gegen die Kabylen mit der Erstürmung des Passes über den Menegal. Im August 1853 zum Divisionsgeneral befördert, erhielt er beim Ausbruch des orientalischen Kriegs das Kommando der 2. Infanteriedivision. In der Schlacht an der Alma (25. Sept. 1854) entschied er den Sieg, indem er die von den Russen für unzugänglich gehaltenen Höhen auf ihrem linken Flügel erstieg. Als Kommandeur eines Observationskorps, welches einen von außen kommenden russischen Angriff abzuwehren hatte, trug er zum Sieg von Inkjerman (5. Nov.) bei, wo die von der Übermacht bedrängten Engländer durch sein rechtzeitiges Erscheinen gerettet wurden. Am 10. Jan. 1855 mit dem Kommando des 2. Korps der Orientarmee betraut, nahm er in der Nacht vom 23. zum 24. Febr. die russischen Konterapproschen, welche die französischen Belagerungsarbeiten bedrohten, wirkte bei Erstürmung des Grünen Mamelon wesentlich mit, leitete beim großen Sturm der Verbündeten auf Sebastopol (8. Sept.) den Angriff auf der rechten Flanke gegen den Malakowabschnitt, erhielt aber dabei durch einen Bombensplitter eine schwere Wunde in der Hüfte, so daß er sofort nach Frankreich zurückkehren mußte. Er wurde nach seiner Heimkehr im Februar 1856 zum Senator und Marschall ernannt und erhielt 1858 das Oberkommando in Toulouse, starb aber nach langem Siechtum 5. Febr. 1861. Vgl. "Lettres du maréchal B. à ses amis 1837-60" (Pan 1879, 2 Bde.).

Bosra (Busra), Ort, s. Bostra.

Bossage (Bossenwerk), s. Rustika.

Bossange (spr. -ssangsch), Martin, franz. Buchhändler, geb. 1766 zu Bordeaux, errichtete 1787 in Paris eine Buchhandlung, in welche er ein Jahr später Masson und Besson, beide aus Lyon, als Teilhaber aufnahm. Der Schwerpunkt von Bossanges Thätigkeit lag in einem sehr ausgedehnten Sortiments- und Exportgeschäft. Er errichtete Zweiggeschäfte auf Santo Domingo (1801), in London (1814), in Montreal, Mexiko, Rio de Janeiro, Madrid, Neapel etc. und in Leipzig. An letzterm Ort gründete B. als Nachahmung des "Magasin pittoresque" 1834 das "Pfennig-Magazin", das bald darauf an F. A. Brockhaus in Leipzig überging, wie auch das ganze Leipziger Geschäft mit Ausnahme weniger Verlagsartikel 1836 an Brockhaus u. Avenarius in Leipzig und Paris kam. Im Lauf der Zeit trat Bossanges ältester Sohn, Hector B., und später dessen Sohn Gustave B. in das väterliche Geschäft ein; seit 1879 steht Léopold B. der Buchhandlung und dem Exportgeschäft vor. Martin B. starb, fast 100jährig, 30. Okt. 1865 in Paris.

Bosscha, 1) Hermann, holländ. Philolog, geb. 18. März 1755 zu Leeuwarden, studierte in Franeker alte Litteratur und Rechtswissenschaft, ward, kaum 20 Jahre alt, Rektor der lateinischen Schule daselbst, 1780 der zu Deventer. Während der Unruhen 1787 wegen rückhaltloser Freisinnigkeit entlassen, erhielt er erst 1789 wieder als Prorektor des Gymnasiums zu Harderwijk Anstellung, ward 1795 Professor der Geschichte und Altertümer daselbst, 1804 Professor