Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Brachelli; Bracherium; Brachhuhn; Brachhühnchen; Brachial; Brachialis; Brachiopoden

297

Brachelli - Brachiopoden.

kraut immer wieder zerstört, um das Feld der Atmosphäre auszusetzen ("morschen" zu lassen). Man gibt oft 5-7 einzelne Furchen. Schälen oder Stürzen (Stürzfahre oder Stürzfurche) heißt das Umackern der Stoppeln im Herbst, worauf geeggt wird; Brachfahre (Brachen, Bracken) ist die zweite, vor Winter gegebene Furche, worauf das Feld "in rauhe Furche" gelegt wird. Gibt man nur eine Furche im Herbst, so heißt Brachen das Umackern von Klee und Gras, Stürzen aber das von Getreidefeldern. Im Frühjahr folgt die Wendefahre (das Wenden) als vollständiges Umwenden des Bodens mit Eggen und Walzen, dann die Ruhrfahre (Rühren) im Sommer ein- oder zweimal, mit dem Unterackern des Mistes und gutem Abeggen, zuletzt die Saatfahre zur Bestellung. Die grüne B. heißt auch halbe oder Hegebrache als diejenige, wobei das Feld bis zum Juni (Brachmonat) zur Begrünung liegen bleibt; Dreisch-, Dreesch- oder mürbe B. ist der in der Koppelwirtschaft übliche Umbruch des Weideschlags, welcher ebenfalls im Juni erfolgt. Bracht man hier auch innerhalb der sich folgenden Getreidearten, so heißt diese B. im Gegensatz zu jener Mistbrache. Wird das Feld nur über Winter bis zur Frühjahrssaat bearbeitet, so spricht man von Winterbrache; die zweite Furche im Frühjahr geben heißt dann falzen oder felgen (Felghafer, Dreischhafer und Hartlandshafer, welcher nur eine Furche erhält). Die intensive Kultur ersetzt die B. durch Hackfrucht, Futterbau, Reihenkultur und Düngung; da, wo es an Kapital fehlt und Land genug vorhanden ist, benutzt man die Kräfte der Natur zur Beschaffung des Nährvorrats, welchen bei der Hochkultur der Düngermarkt liefert. B. heißt auch das Feld, auf welchem gebracht wird; Brachflur oder B. gilt auch dann noch als Bezeichnung, wenn nicht mehr B. gehalten wird, sondern Anbau von Futterpflanzen an deren Stelle tritt: besömmerte B., grüne B., Kleebrache.

Brachelli, Hugo Franz, namhafter Statistiker, geb. 11. Febr. 1834 zu Brünn, studierte Rechts- und Staatswissenschaften und machte sich frühzeitig durch Arbeiten auf dem Gebiet der Staatenkunde bekannt. Sein zuerst 1853 erschienenes Werk "Die Staaten Europas. Vergleichende Statistik" (4. Aufl., Brünn 1884) hatte seine Anstellung (1855) im österreichischen Statistischen Büreau zur Folge. Im August 1860 wurde B. zum außerordentlichen, 1863 zum ordentlichen Professor an der technischen Hochschule in Wien und zum Mitglied der statistischen Zentralkommission ernannt; im Februar 1872 übernahm er die Leitung des neuerrichteten statistischen Departements im Handelsministerium. Von seiten des internationalen statistischen Kongresses wurde ihm die Bearbeitung der internationalen Eisenbahnstatistik übertragen und er zum Präsidenten der zu diesem Zweck eingesetzten fachmännischen Kommission ernannt. Außer dem oben genannten Werk hat B. noch veröffentlicht: "Deutsche Staatenkunde" (Wien 1856, 2 Bde.), woraus die "Statistik der österreichischen Monarchie" (das. 1857) besonders erschien; "Dreißig statistische Tabellen über alle Länder und Staaten der Erde" (Leipz. 1862, Nachtrag 1867); "Statistische Skizze der europäischen Staaten" (10. Aufl., das. 1885). Ferner rühren in der 7. Auflage des Stein-Hörschelmannschen "Handbuchs der Geographie und Statistik" die umfangreichen Teile über das osmanische Reich und Griechenland (1858), über Österreich (1861), über Preußen und die deutschen Mittel- und Kleinstaaten (1861-64), über die Schweiz 1870) und über Italien (1871) von ihm her.

Bracherium (neulat.), Bruchband.

Brachhuhn, s. v. w. Brachvogel.

Brachhühnchen, s. Regenpfeifer.

Brachial, s. Brachium.

Brachialis (Arteria b.), Oberarmschlagader.

Brachiopoden (Brachiopoda Dum., Armfüßer), Gruppe von Tieren, wegen ihrer äußern Ähnlichkeit mit den Muscheln früher ganz allgemein zu den Mollusken (Weichtieren) gerechnet, jetzt aber auf Grund der Entwickelungsgeschichte entweder mit den Würmern (s. d.) vereinigt, oder besser noch als eigne Klasse aufgefaßt Ihre den Weichkörper umschließenden Kalkschalen sind nicht, wie bei den Muscheln, eine rechte und eine linke, sondern eine vordere und eine hintere; unter ihnen liegen die sie absondernden sogen. Mantellappen, d. h. große Hautfalten, welche den eigentlichen Rumpf einhüllen. Die hintere Schale (Fig. 1), früher als Bauchklappe bezeichnet, ist entweder direkt oder mittels eines Stiels festgewachsen; meist ist an ihr die vordere in einem