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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Brandassekuranz; Brandblase; Brandbomben; Brandbrief; Brandebourg; Brandeis; Brandenburg

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Brandassekuranz - Brandenburg.

der Reise des B. einen der vor Kolumbus dorthin unternommenen Züge verstehen. Die Brandanus-Legende war jedenfalls von Einfluß auf die geographische Wissenschaft, und der Glaube an die Inseln des B., die man im Westen suchte, war mit Veranlassung der spanischen und portugiesischen Entdeckungsfahrten. Vgl. Jubinal, La légende de St-Brandaines (Par. 1836); Brill, Van Sinte Brandane (Groning. 1871).

Brandassekuranz, s. Feuerversicherung.

Brandblase, die durch Einwirkung hoher Hitzegrade sofort entstehenden Erhebungen der Oberhaut, welche mit einer wässerigen Ausschwitzung erfüllt sind. Im allgemeinen soll man Brandblasen nicht anstechen, sondern sie eintrocknen lassen; s. Verbrennung.

Brandbomben, s. Bomben.

Brandbrief, Schrift, durch welche Einzelne oder eine Gesamtheit mit Brandstiftung bedroht werden. Das Strafgesetzbuch des Deutschen Reichs (§ 126) bestraft die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens, wohin namentlich die Bedrohung mit Brandbriefen gehört, mit Gefängnis bis zu einem Jahr.

Brandebourg (franz., spr. brangd'buhr) oder Brandenburg, Bortenknopfloch, Art Kleiderbesatz.

Brandeis, 1) B. an der Adler, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Hohenmauth, an der Stillen Adler und an der Österreichischen Staatseisenbahn, umgeben von felsigen Waldhöhen, mit einem Schloß, Dampf- und Kunstmühle und (1880) 1274 Einw. B. war früher ein Hauptsitz der Böhmischen Brüder. Ein Denkmal erinnert an deren Bischof Comenius. -

2) B. an der Elbe, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Karolinenthal, am linken Elbufer und an der Lokalbahn Czelakowitz-B., in fruchtbarer Ebene gelegen, Sitz eines Bezirksgerichts, mit einem schönen, jetzt großherzoglich toscanischen Schloß (941 von Boleslaw I. erbaut) mit Park, einem Piaristenkollegium, Mühlenbetrieb, Bierbrauerei, besuchten Jahrmärkten und (1880) 3873 Einw. Das 1552 eingeäscherte Schloß wurde von Kaiser Rudolf II. wiederhergestellt. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde B. 1631 von den Sachsen und 1639 von den Schweden besetzt; jenseit der Elbe liegen Altbunzlau (s. Bunzlau, Alt-) und der kleine Badeort Hauschka.

Brandenburg (hierzu Karte "Brandenburg"), Provinz und Stammland der preuß. Monarchie, grenzt gegen W. an die Provinzen Hannover und Sachsen und das Herzogtum Anhalt, gegen S. an Schlesien, gegen O. an Posen und Westpreußen, gegen N. an Pommern und Mecklenburg und hat einen Flächengehalt von 39,838 qkm (723,34 QM.). Die 1816 gebildete Provinz begreift von der ehemaligen Mark B. die Mittelmark, die Ukermark, die Priegnitz und den größten Teil der Neumark, von Schlesien den Schwiebuser Kreis und einen Teil des Saganer Kreises, einige Orte des Großherzogtums Posen und von Sachsen die Niederlausitz, die Ämter Dahme und Jüterbogk, die Herrschaften Baruth und Sonnewalde nebst dem Amt Belzig des Wittenberger Kreises und die Ämter Finsterwalde und Senftenberg des Meißner Kreises.

Bodenbeschaffenheit. Klima. B. liegt innerhalb des norddeutschen Tieflandes, wird im S. und N. von Landrücken durchzogen, während in der Mitte eine mannigfaltige Abwechselung zwischen Hügel- und Tiefland herrscht. Der nördliche Höhenzug, ein Glied des norddeutschen Landrückens, wird von der Oder unterhalb der Einmündung der Alten Oder durchbrochen und bildet eine breite, seenreiche Platte, die südlich bis an das Rhinluch, Oder- und Warthebruch reicht und am höchsten längs der mecklenburgischen Grenze zwischen Rheinsberg und Putlitz, zwischen Lychen und Strasburg ist. Der südliche Höhenzug, der märkisch-schlesische, führt im Regierungsbezirk Potsdam den Namen Fläming (s. d.), auf dem der Hagelberg bei Belzig 201, der aussichtsreiche Golmberg bei Baruth 178 m hoch ist, im Regierungsbezirk Frankfurt den Namen Lausitzer Grenzwall (Rückenberg bei Sorau, höchster Punkt der Provinz, 228 m), der nahezu die Nieder- von der Oberlausitz scheidet und von der Spree und Lausitzer Neiße durchbrochen wird. Zwischen beiden Höhenzügen liegen in der Provinz Hochländer neben weiten Tiefländern, die oftmals noch von moorigen, wiesenreichen Gründen ausgefüllt werden: der sumpfige Spreewald mit seinen Erlenwaldungen, nördlich davon die Hochfläche von Lieberose (Hutberg 141 m), die Rauenschen Berge (152 m) am Spreethal, das Havelländische und Rhinluch (33 m) neben geringern Höhen, die Platte von Barnim (Semmelberg 157 m) neben dem Oderbruch (10-20 m), das Hochland von Sternberg (Spiegelberge bei Lagow 179 m) südlich vom Warthebruch. Diluvialgebilde auf den Höhen, Alluvionen in den Tiefländern sind die herrschenden Erdschichten, jene zahlreiche erratische Blöcke tragend, unter sich aber auch an vielen Stellen, z. B. zu beiden Seiten des Oderthals, ein ausgedehntes Tertiärgebirge mit reichen Braunkohlen- und Septarienthonlagern bedeckend. Nur sporadisch treten ältere Gesteinsmassen zu Tage: Muschelkalk bei Rüdersdorf, Zechsteingips und Steinsalz bei Sperenberg, Grauwacke im Koschenberg bei Senftenberg. Die Flüsse gehören zum Elb- und Odergebiet. Die Elbe berührt die Provinz nur im äußersten Nordwesten auf der Grenze, empfängt hier aber die Havel, zu der links die Spree (mit der Dahme), Nuthe und Plane, rechts der Rhin und die Dosse fließen; zu der Oder, dem Hauptfluß der östlichen Hälfte, gehen links der Bober und die Lausitzer Neiße, rechts die Warthe mit der Netze (diese mit der Drage); Uker und Ihna münden bereits in Pommern (s. Oder). Zahlreich sind die Kanäle, unter denen der Finow- und Friedrich-Wilhelms- oder Müllroser Kanal Elb- und Odergebiet verbinden: ersterer die Havel, letzterer die Spree mit der Oder. Andre Kanäle dienen zur Abkürzung der schiffbaren Wasserstrecken, wieder Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal zwischen Berlin und dem Hegelschen See an der Havel und der Sakrow-Paretzer Kanal, nördlich von Potsdam, der aus der Havel zur Havel führt. Noch andre Kanäle dienen mehr örtlichen Zwecken, so der Ruppiner Kanal, zwischen Havel und Rhin, der die Torfschätze des Rhinluches, die kanalisierte Notte, die den Gips von Sperenberg durch Dahme, Spree etc., das kanalisierte Rüdersdorfer Kalkfließ, das den Kalk von Rüdersdorf in den Verkehr bringt; der Storkower Kanal (zur Dahme), der Werbelliner (zum Finowkanal), der Lychener, der Templiner und Rheinsberger Kanal (alle drei zur obern Havel). Endlich dienen mehrere Kanäle noch zur Entwässerung der zahlreichen Sumpfgegenden, unter denen der große Hauptkanal (in einem Teil auch schiffbar) im Havelländischen Luch der bedeutendste ist. Mehrere große Kanäle sind projektiert. Die sehr zahlreichen Seen liegen meist im N. und in der Mitte: auf dem nördlichen Landrücken oder zu seinen Seiten der Ruppiner See, die Ukerseen, der Werbelliner, Grimnitz- und Paarsteiner See, alle westlich, der Soldiner See östlich von der Oder; an der Havel ist der Schwielow-, an der Spree der Schwielugsee, im S. von der Spree der Scharmützelsee am