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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Braun

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Braun.

öffentlichte B. mehrere Abhandlungen in dem "Bullettino", das er seit dem Sommer 1834, und in den "Annali" des Archäologischen Instituts, die er seit 1837 redigierte. Von seinen "Antiken Marmorwerken" (Leipz. 1843) erschienen nur zwei Dekaden. Er errichtete eine galvanoplastische Anstalt, aus welcher zahlreiche Nachbildungen antiker Kunstwerke (z. B. die Apotheose Homers, 1848) und auch Abgüsse moderner Werke hervorgingen. B. starb 12. Sept. 1856 in Rom. Von seinen übrigen Schriften sind anzuführen: "Die Schale des Kodros" (Berl. 1843); "Griechische Götterlehre" (Gotha 1850-54, 2 Bde.); "Vorschule der Kunstmythologie" (das. 1854; engl. von Grant, Lond. 1856); "Die Ruinen und Museen Roms" (Braunschw. 1854). Außerdem gab er heraus: "Die Ficoronische Ciste in treuen Nachbildungen" (Leipz. 1850, mit 9 Kupfertafeln); "Die Passion des Duccio Buoninsegna" (das. 1850, 27 Kupfertafeln) u. a.

7) Wilhelm von, schwed. Dichter, geb. 1813, war ursprünglich Militär, nahm aber im 33. Jahr seinen Abschied, um sich ganz der Litteratur zu widmen, und starb 1860 in Udevalla, wo ihm durch Nationalsubskription ein Grabdenkmal errichtet wurde. B. gehörte zu den populärsten Dichtern seiner Zeit, dessen eigenartige, anmutig frische Poesien hauptsächlich gegen die herrschende Gefühlsschwärmerei gerichtet waren und daher meistens einen scharf satirischen Anstrich haben. Doch fehlt es auch nicht an gefühlvollen Ergüssen, und nicht selten erheben sie sich zu wirklichem Humor. Seine "Samlade skrifter" erschienen in 6 Bänden (Stockh. 1875-76).

8) Karl, deutscher Politiker, geb. 4. März 1822 zu Hadamar in Nassau, studierte zu Marburg Philosophie und in Göttingen die Rechte und wurde dann Anwalt beim Oberappellationsgericht in Wiesbaden. Frühzeitig trat er als juristischer u. politischer Schriftsteller auf und kämpfte eifrig gegen die Schäden der deutschen Kleinstaaterei, für nationale Einheit und wirtschaftliche Freiheit. Von 1848 bis 1866 war er Mitglied, von 1858 bis 1863 Präsident der nassauischen Zweiten Kammer. Nach der Annexion Nassaus, infolge deren er auch 1867 Justizrat und Rechtsanwalt beim Obertribunal in Berlin ward, wurde er in den norddeutschen Reichstag und den preußischen Landtag, 1871 in den deutschen Reichstag gewählt, welchem er als einer der Führer der nationalliberalen Partei angehörte. 1880 schloß er sich der sezessionistischen, 1884 der deutschfreisinnigen Partei im Reichstag an. Auch außerhalb desselben blieb er einer der entschiedensten Vertreter des Freihandels. B. war 1858 Mitbegründer des volkswirtschaftlichen Kongresses und ist seit 1859 ständiger Präsident desselben. 1873 übernahm B. die Herausgabe der "Spenerschen Zeitung" zu Berlin, die jedoch schon 1874 einging. 1879 siedelte er als Anwalt am Reichsgericht nach Leipzig über und verzichtete auf eine Wahl ins Abgeordnetenhaus. Von seinen zahlreichen Schriften sind namentlich hervorzuheben: "Für Gewerbefreiheit und Freizügigkeit durch ganz Deutschland" (Frankf. 1858); "Vier Briefe eines Süddeutschen an den Verfasser der Vier Fragen eines Ostpreußen" (Leipz. 1867); "Frankfurts Schmerzensschrei" (das. 1868); "Parlamentsbriefe" (Berl. 1869); "Bilder aus der deutschen Kleinstaaterei" (3. Aufl., Hannov. 1881, 5 Bde.), sein bekanntestes Werk; "Gegen Gervinus" (Leipz. 1871); "Während des Kriegs. Erzählungen, Skizzen und Studien" (das. 1871); "Tokai und Jokai, Bilder aus Ungarn" (Berl. 1873); "Aus der Mappe eines deutschen Reichsbürgers. Kulturbilder und Studien" (Hannov. 1874, 3 Bde.) "Mordgeschichten" (das. 1874, 2 Bde.); "Eine türkische Reise" (Stuttg. 1876-77, 3 Bde.); "Reisebilder" (das. 1875); "Zeitgenossen", Erzählungen, Charakteristiken und Kritiken (Braunschw. 1877, 2 Bde.); "Reiseeindrücke aus dem Südosten" (das. 1877, 3 Bde.); "Randglossen zu den politischen Wandlungen der letzten Jahre" (anonym, Bromb. 1879); "Der Diamantenherzog" (Berl. 1881); "Von Friedrich dem Großen bis zum Fürsten Bismarck", zur Geschichte der preußisch-deutschen Wirtschaftspolitik (das. 1882); "Die Wisbyfahrt", Reisebriefe (Leipz. 1882) u. a.

9) Julius, Archäolog, geb. 16. Juni 1825 zu Karlsruhe, studierte seit 1843 in Heidelberg Theologie, wo Röth, Verfasser der "Geschichte der abendländischen Philosophie", einen entscheidenden Einfluß auf ihn gewann. In Berlin (1848) fesselten ihn zumeist kunstgeschichtliche Studien. Sein Ziel war die akademische Wirksamkeit, doch sah er bald ein, daß das erste Erfordernis zu einem gedeihlichen Wirken als Universitätslehrer die Autopsie sei. Er begab sich zunächst nach Italien, wo er Rom, Neapel und Pompeji, die etrurischen Gräberstätten und Sizilien besuchte. Von da ging er nach Ägypten, Nubien dann nach Palästina, Syrien, Kleinasien und Griechenland und sammelte auf diesen Reisen das Material zum Beweis für seine Überzeugung von einem Kulturzusammenhang sämtlicher Völker des orientalisch-klassischen Altertums, eine Ansicht, die anfangs lebhaft bekämpft wurde, jetzt aber mehr und mehr als richtig anerkannt wird. Im J. 1853 hielt er zu Heidelberg als Privatdozent der Archäologie und alten Litteratur seine ersten akademischen Vorträge. Einem Ruf nach Tübingen 1860 leistete er zwar Folge, wurde aber dort nicht heimisch und siedelte bald nach München über, wo er in anregendem Verkehr mit hervorragenden Männern der Wissenschaft größere Befriedigung fand. Im J. 1865 besuchte er wieder Italien; nach seiner Rückkehr nahm er eine Lehrstellung an der Akademie der Künste an. Fortan war sein Leben ein rastloses Arbeiten. Der Widerspruch, der ihm von allen Seiten begegnete, steigerte und reizte seine Arbeitslust bis zum Fieberhaften. Er starb schon 22. Juli 1869 an einem zehrenden Fieber. Sein Hauptwerk ist die "Geschichte der Kunst in ihrem Entwickelungsgang durch alle Völker der Alten Welt hindurch, auf dem Boden der Ortskunde nachgewiesen" (Wiesb. 1856-58, 2 Bde.; 2. Ausg., hrsg. von Reber, 1873). Er gab ferner heraus: "Studien und Skizzen aus den Ländern der alten Kultur" (Mannh. 1854); "Naturgeschichte der Sage" (Münch. 1864); "Historische Landschaften" (Stuttg. 1867). Nach seinem Tod erschien: "Gemälde der mohammedanischen Welt" (Leipz. 1870).

10) Ludwig, Maler, geb. 23. Sept. 1836 zu Schwäbisch-Hall, besuchte die Kunstschule in Stuttgart und bildete sich dann in München und Paris. Eine Reihe trefflicher Aquarelle aus dem schleswig-holsteinischen Krieg von 1864 veranlaßte einen Auftrag des Grafen von Hunolstein, einen Cyklus von Bildern aus dessen Familiengeschichte, den B. in Nürnberg ausführte. Ebendort entstand sein Nürnberger Turnier von 1496. Weiter schuf B. eine Reihe Szenen aus dem deutschen Krieg von 1866 für den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, sodann eine Szene aus der Schlacht bei Wörth, die Kapitulation von Sedan, den Einmarsch der Mecklenburger in Orléans, den Einzug der deutschen Armee in Paris etc. Zuletzt führte er in Frankfurt ein Panorama der Schlacht von Sedan, in München ein solches der Schlacht von Weißenburg und in Leipzig ein solches