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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Breithorn; Breitinger; Breitkopf; Breitling; Breitnasen; Breiumschlag; Brekelenkam; Brelan; Brem.; Brembo; Bremen

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Breithorn - Bremen (Insekten).

ständiges Handbuch der Mineralogie" (Dresd. 1836-1847, 3 Bde.); "Die Bergstadt Freiberg" (Freiberg 1825; 2. Aufl. von seinem Sohn, das. 1847). B. gab auch eine Fortsetzung des Hoffmannschen "Handbuchs der Mineralogie" heraus.

4) Wilhelm, Ritter von, Militär, geb. 5. Sept. 1809 zu Kassel, trat 1825 in den kurhessischen Artilleriedienst, ging 1859 als Major zur österreichischen Artillerie über, wurde 1862 in den Adelstand erhoben, verließ 1866 als Oberstleutnant den Dienst und lebt seitdem in Kassel. B. erfand 1854 die Gliederung des ringförmigen Zeitzünders durch eine drehbare Tempierplatte mit Skala und erreichte hierdurch eine unbeschränkte Tempierbarkeit. Dieser Zünder wurde alsbald in Kurhessen eingeführt, im Prinzip auch von Österreich angenommen und von Armstrong für die Schrapnells der englischen gezogenen Geschütze verwertet. In der Folge übertrug B. seinen Zünder auf das österreichische gezogene Feldgeschütz und konstruierte den Etagenzünder mit größerer Brennzeit. Das Grundprinzip dieser Zünder ist in allen größern Artillerien zur Geltung gekommen. B. schrieb: "Systematik des Zünderwesens" (Kassel 1868); "Das Sprenggeschoßfeuer" (das. 1877).

Breithorn, Berggipfel, s. Monte Rosa.

Breitinger, Johann Jakob, der Genosse Bodmers im Kampf gegen Gottsched, geb. 1. März 1701 zu Zürich, studierte Theologie, ward 1731 Professor der hebräischen, 1745 der griechischen Sprache am Gymnasium und Kanonikus in Zürich, wo er 13. Dez. 1776 starb. Mit Bodmer völlig übereinstimmend, wirkte er gleich diesem für die Beseitigung der ausschließlich französischen Geschmacksrichtung und für eine neue Anschauung vom Wesen und den Aufgaben der Dichtkunst. Unter seinen Schriften ist die "Kritische Dichtkunst" (Zür. 1740, 2 Bde.) die wichtigste. Außerdem leistete B. Bodmer bei der Herausgabe der sogen. Manesseschen Sammlung altdeutscher Dichter die thätigste Hilfe; die Herausgabe des "Thesaurus helveticus" ist hauptsächlich sein Werk.

Breitkopf, 1) Johann Gottlob Immanuel, ein um Litteratur und Kunst gleich hochverdienter Mann, geb. 23. Nov. 1719 zu Leipzig, wo sein Vater Bernhard Christoph B. (geb. 2. März 1695 zu Klausthal) 1719 mit geringen Mitteln eine Buchdruckerei und Schriftgießerei übernommen hatte, die er in kurzer Zeit in Ruf brachte. Der Sohn hörte akademische Vorlesungen und arbeitete daneben im väterlichen Geschäft. Auf Albrecht Dürers Versuch einer geometrischen Konstruktion der Buchstaben gründete er die Verbesserungen, durch welche er die deutsche Schrift vor der Verdrängung durch die lateinische schützte, so daß er mit Recht der Regenerator und Erhalter derselben genannt werden kann. Auch den lateinischen Typen gab er eine gefälligere Form. Ebenso gestaltete er den Musiknotendruck mit beweglichen Typen durch Erfindung eines neuen Systems um und erhob ihn dadurch zu großer Vollkommenheit. Auch machte er den Versuch, Landkarten und chinesische Charaktere mit beweglichen Typen und Zeichen zu drucken. Er schrieb: "Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst" (Leipz. 1779); "Versuch, den Ursprung der Spielkarten, die Einführung des Leinenpapiers und den Anfang der Holzschneidekunst in Europa zu erforschen" (Teil 1, das. 1784; Teil 2, nach seinem Tod aus seinem Nachlaß von Roch herausgegeben, das. 1801); "Über Bibliographie und Bibliophilie" (das. 1793); "Über den Druck der geographischen Karten" (das. 1777), welcher Schrift als Probe die in beweglichen Typen gesetzte Karte der Gegend um Leipzig beigegeben war; die mit gesetzten Landkarten versehenen humoristischen Abhandlungen: "Beschreibung des Reichs der Liebe" (das., 19. Okt. 1777) und "Der Quell der Wünsche" (das., Neujahr 1779) und schließlich zur Erläuterung seiner chinesischen Typen "Exemplum typographiae sinicae, figuris characterum e typis mobilibus compositum" (das. 1789). Er gab auch von 1780 bis 1782 ein "Magazin für Kunst- und Buchhandel" (jährlich 12 Stück) heraus. B. starb 29. Jan. 1794. Die Leitung des Geschäfts übernahm sein Sohn

2) Christoph Gottlob, geb. 22. Sept. 1750, der sich mit Gottfried Christoph Härtel, geb. 27. Jan. 1763 zu Schneeberg, verband, das Geschäft durch eine Zinn- und Steindruckerei und eine Musikinstrumentenfabrik vergrößerte und mit Härtel und Fr. Rochlitz die erste musikalische Zeitschrift in Deutschland gründete. Er starb 7. April 1800, worauf Härtel alleiniger Vorsteher und Eigentümer des Geschäfts wurde, das nach seinem Tod 1827 auf seine Söhne Hermann (geb. 27. April 1803, gest. 4. Aug. 1875) und Raimund Härtel (geb. 9. Juni 1810) überging und unter der Firma Breitkopf u. Härtel eine Musikalienhandlung, eine Buchhandlung, Buchdruckerei, Buchbinderei, Schriftgießerei mit Stereotypie und Galvanoplastik, Steindruckerei, Notenstecherei und Notendruckerei in sich vereinigt. Gegenwärtige Chefs des Hauses sind zwei Enkel Gottfr. Christ. Härtels: Wilhelm Volkmann und Dr. Oskar Hase; Raimund Härtel ist 1879 aus der Firma ausgetreten.

Breitling, Gewässer, s. Warnow.

Breitling, Fisch, s. v. w. Sprotte.

Breitnasen (Platyrrhini), s. Affen.

Breiumschlag, s. Bähung.

Brekelenkam, Quirin, holländ. Maler, geboren um 1620 zu Swammerdam bei Leiden, bildete sich wahrscheinlich nach Dow, wurde 1648 als Meister in die Lukasgilde in Leiden aufgenommen und starb 1668 daselbst. Er hat eine große Anzahl von Sittenbildern aus dem Volksleben gemalt, von denen sich etwa 170 erhalten haben. Er stellte mit Vorliebe Gesellschaftsstücke, Kücheninterieurs und Marktszenen mit naturwahrer Charakteristik und breiter, kräftiger Behandlung dar.

Brelan (franz., spr. brölang, "Brettling"), unter Karl IX. von Frankreich Name der Spielhäuser; danach benannt ein französisches Kartenglücksspiel und speziell in diesem eine Serie von drei gleichen Karten. Unter Ludwig XIV. verboten, kam es unter Ludwig XV. wieder auf und hielt sich bis in die Revolutionszeit. Aus dem B. ging die Bouillotte hervor, ein modifiziertes B., bei welchem der Zufall, drei gleiche Karten zu bekommen, die Hauptrolle spielt.

Brem., bei zoolog. Namen Abkürzung für L. Bremser (geb. 1767 zu Wertheim, gest. 1827 in Wien als Arzt und Kustos am naturhistorischen Museum. Eingeweidewürmer. "Icones helminthum", Wien 1824, 3 Bde.).

Brembo, Fluß in der Lombardei, der am Pizzo Diavolo entspringt, das Val Brembana durchfließt und nach 74 km langem Lauf bei Vaprio in die Adda fällt.

Bremen (Bremsen, Biesfliegen, Dasselfliegen, Oestridae), Insektengruppe aus der Ordnung der Zweiflügler und der Familie der Fliegen (Muscariae), mit kurzen, warzenförmigen, in Stirnhöhlungen entspringenden Fühlern, verkümmertem Rüssel und fehlender Mundöffnung, so daß die Fliegen während ihres kurzen Lebens keine Nahrung zu sich