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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bremsen

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Bremse - Bremsen.

Versuche mit solchen Bremsen, um für Schnellzüge ein System derselben auf dem ganzen Staatseisenbahnnetz einzuführen. Personen- und Güterzüge sind dabei unberücksichtigt geblieben, da die Auffindung einer für alle Verhältnisse gleich geeigneten Normalbremse nach den bisherigen Erfahrungen unwahrscheinlich war. Die verschiedenen Systeme, welche in Frage kamen, sind folgende: Von nicht automatischen ein System Smith-Hardy (Fig. 6). In dem unter dem Wagen liegenden Gefäß a befindet sich, dasselbe in zwei voneinander getrennte Teile zerlegend, die Lederkappe b, welche den Kolben c trägt; an diesen ist der Bremsmechanismus angeschlossen. Von a aus führt ein Rohr d zu der unter dem Zug herlaufenden, von der Lokomotive herkommenden Hauptleitung. Auf letzterer befindet sich ein Dampfejektor (ein mittels Dampfstrahls wirkender Luftsaugapparat), welcher die Luft aus der Leitung saugt und dadurch die Luft in a über der Lederkappe stark verdünnt, infolgedessen der Kolben c angehoben und die B. festgezogen wird. Wenn der Ejektor aufhört, zu arbeiten, tritt Luft in die Leitung, der Kolben c senkt sich, die B. löst sich. Die Smith-Hardysche B. ist auf den Zügen der Berliner Stadtbahn eingeführt. - Von automatischen Bremsen wurden versucht: System Westinghouse, welches mit komprimierter Luft arbeitet. Unter der Lokomotive befindet sich ein Luftreservoir, welches von einer gleichfalls auf der Lokomotive angebrachten Kompressionspumpe gespeist wird. Die Bremsen sind lose, solange in der von dem Reservoir aus unter dem Zug hingehenden Leitung der Luftdruck steht, so daß also beim Reißen des Zugs, wobei ja auch die Leitung zerstört wird, die Bremsen in Thätigkeit treten. Die B. selbst hängt, wie Fig. 7 zeigt, an dem Kolben a, welcher sich in dem horizontalen Cylinder b bewegt; von diesem geht ein Rohr c in den Schieberkasten d. Der Schieber e wird durch den Kolben f eines vertikalen Cylinders g bewegt, der untere Teil dieses letztern ist durch das Rohr h mit der Hauptleitung verbunden; außerdem ist ein Hilfsreservoir i vorhanden, welches durch den Schieberkasten und durch eine Nute k in der ebenen Wandung des Cylinders g bei der höchsten Stellung des Steuerungskolbens mit der Hauptleitung kommuniziert. Sobald nun der Luftdruck in der Hauptleitung nachläßt, geht der Kolben f herunter und schließt die gedachte Nute k ab, der Schieber senkt sich und öffnet die Verbindung c zwischen i und dem Cylinder b, so daß der Kolben a nach vorn getrieben und so die B. festgestellt wird. Tritt wieder Luftdruck in die Leitung, so hebt sich der Kolben f, der Schieber e schließt den Kanal c ab und öffnet gleichzeitig den ins Freie führenden Kanal l; der Kolben a geht zurück, die B. läßt los. - System Heberlein bewirkt die Bremsung durch die lebendige Kraft des Zugs selbst. Auf der Wagenachse sitzt (Fig. 8) eine feste Scheibe a; wird die Friktionsrolle c gegen diese gedrückt, so wickelt sie eine Kette e auf eine mit c verbundene Trommel, welche die B. anzieht; beim Abheben der Friktionsrolle fällt die B. durch ihr eignes Gewicht zurück. Der Rahmen der Friktionsrolle hängt durch eine Stange f in einer über den ganzen Zug gehenden straff gespannten Leine; läßt der Lokomotivführer diese nach, so fallen die Friktionsrollen gegen die Antriebsscheiben. Die B. kann bei stillstehendem Zug von der Lokomotive aus nicht angezogen werden, doch kann man durch Teilung der Stange f die Einrichtung leicht so treffen, daß man auch mit der Hand von jedem Bremswagen aus bremsen kann. - System Sanders bildet eine selbstthätige Vakuumbremse, bei welcher zwei Ejektoren, der eine zum Ansaugen, der andre zur Erhaltung der Luftleere, auf der Lokomotive vorhanden sind. - System Carpenter ist dem System Westinghouse ähnlich, unterscheidet sich jedoch von diesem durch eine Vorrichtung, welche die Bremsklötze, ihrer ungleichmäßigen Abnutzung entsprechend, selbstthätig nachstellt. Das letztere System nun wird bei Schnellzügen der preußischen Staatsbahnen allgemein eingeführt werden, weil es sich bei den Versuchen als dasjenige herausgestellt hat, bei welchem ein Versagen am unwahrscheinlichste ist.

Bremsen (Tabanina), Insektenfamilie aus der Ordnung der Zweiflügler, Fliegen mit vorgestreckten, scheinbar dreigliederigen Fühlern, quer gestelltem, halbkreisförmigem, hinten ausgehöhltem, dem Thorax dicht anschließendem Kopf und sehr großen, beim Männchen zusammenstoßenden, farbenspielenden Augen. Das Weibchen hat messerförmige Mandibeln, die Maxillen sind stabförmig, die Taster zweigliederig. Der Hinterleib ist flach gedrückt, die Beine sind schwach. Die Männchen sitzen mit dachförmig anliegenden Flügeln an Baumstämmen, die Weibchen fliegen im Sonnenschein unter starkem Summen umher, stechen mit den scharfen Oberkiefern selbst durch die Häute der Rinder und Pferde und saugen mit der halbröhrenförmigen Oberlippe und einem besondern Organ, dem Epipharynx. Die langgestreckten, walzigen Larven leben in der Erde; die Puppen sind an den Hinterleibsringen mit Widerhaken versehen. Die