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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Br. m.; Brixenthal; Brixham; Brixlegg; Brixton; Briz; Briza; Brizeux; Brizo; Brjansk; Broach; Broad Law; Broadstairs; Broadwood and Sons

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Brixenthal - Broadwood and Sons.

geistliche Erziehungsanstalt für Gymnasialschüler, ein Pensionat der Englischen Fräulein und zahlreiche Klöster. 3 km nordwestlich liegt am Eingang in das Schaldersthal (mit dem stark besuchten ländlichen Schalderer Bade) das in neuerer Zeit als Luftkurort beliebte Vahrn mit 1068 Einw. Nördlich bei B. liegen die Augustinerabtei Neustift und die Franzensfeste (s. d.) sowie Tschötsch, Fallmerayers Geburtsort. - Das Bistum B. ward im 4. Jahrh. vom heil. Cassian gegründet, mit dem Sitz aus dem uralten felsenfesten und hoch aufragenden Bergschloß Sabiona (Säben) oberhalb des Städtchens Klausen. Dieser Sitz wurde vom Bischof Albuin (992-994) in die aus der ursprünglich königlichen Pfalz Prichsna neuerbaute Stadt B. übertragen. Ludwig der Deutsche befreite die Ländereien des Bistums schon 845 vom Bann des Gaugrafen und stellte sie unmittelbar unter das Mundium des Königs. 892, 901, 1028-1039 mehrten sich die Erwerbungen der Kirche namhaft, besonders unter Bischof Altwin, dem entschiedenen Anhänger Kaiser Heinrichs IV., in dessen Stadt B. das Konzil gegen Gregor VII. (1080) abgehalten wurde. 1057-77 kamen neue Immunitätsbegünstigungen hinzu und wurden 1179 neu verbrieft, so daß B. als reichsunmittelbares geistliches Fürstentum galt, welches schon seit Herzog Rudolf IV. (gest. 1365), besonders aber seit 1511 mit dem Haus Österreich als Besitzer von Tirol ein enges Bündnis schloß. B. verlor 1803 die Landeshoheit und wurde mit Tirol vereinigt, mit welchem es fortan die gleichen Schicksale teilte. Das Fürstentum hatte ein Areal von 937 qkm (17 QM.) mit 3 Städten (B., Bruneck, Klausen) und ca. 20,000 Einw. Vgl. Tinkhauser, Historisch-topographische Beschreibung der Diözese B. (Brixen 1855-79, 3 Bde.).

Brixenthal, ein Alpenthal in Tirol, Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel, von der Brixenthaler Ache durchflossen, die bei Wörgl in den Inn mündet, und von der Giselabahn durchzogen, enthält die Orte Hopfgarten, Itter, Westendorf, Kirchberg und Brixen im Thal. Aus diesem Thal erhebt sich die vielbesuchte, aussichtsreiche Hohe Salve (s. d.).

Brixham (spr. -äm), Hafenstadt in Devonshire (England), an der Torbai, Torquay gegenüber, Hauptsitz des Fischfanges der Grafschaft, mit (1881) 5363 Einw., Sitz eines deutschen Konsuls. Hier betrat 1688 Wilhelm von Oranien nach der Vertreibung Jakobs II. sein Königreich, wofür zur Erinnerung ein Denkmal errichtet ist.

Brixlegg, Dorf in Tirol, Bezirkshauptmannschaft Kufstein, südwestlich von Rattenberg, 513 m ü. M., unfern des Jun, Station der Südbahn, mit Bergbau, großer Kupfer-, Silber- und Zinkhütte (Zentralanstalt für die ärarischen Bergbaue Tirols) und (1880) 764 Einw. Wegen seiner besonders schönen Lage und Umgebung ist B. eine beliebte Sommerfrische. Auch werden hier Passionsspiele (so 1868, 1873, 1883) mit großem Erfolg aufgeführt (vgl. Pezzager, Das Passionsspiel zu B., Innsbr. 1868). Nahe dabei ist das vielbesuchte ländliche Bad Mehrn.

Brixton, Stadtteil Londons, im S., mit großem Zuchthaus, zahlreichen Villen und Gärten.

Briz, s. Löß.

Briza L. (Zittergras, Liebes- oder Amourettengras), Gattung aus der Familie der Gramineen, ein- oder mehrjährige Gräser mit aufrechten, ausgebreiteten, einseitigen Rispen und an zarten Stielchen hängenden herzförmigen, seitlich zusammengedrückten Ährchen. B. media L. (s. Abbild.), eins der zierlichsten Gräser, wächst überall auf leichterm Boden, auch auf Moor, bildet auf Wiesen ein Untergras erster Klasse, verdrängt kein andres Gras, sondern füllt nur die Lücken aus. Es wird fast stets in Grasmischungen angewandt; am besten gedeiht es in humusreichen Sandlehmwiesen. Man benutzt es wie auch das größere südeuropäische B. maxima L. als Ziergras u. besonders findet es in Bouketts aus getrockneten Blumen Verwendung.

Brizeux (spr. -söb), Julien Auguste Pélage, franz. Dichter, geb. 12. Sept. 1806 zu Lorient in der Bretagne, trat zuerst mit dem lieblichen Idyll "Marie" (1831) an die Öffentlichkeit, welches wegen seiner Zartheit und Anmut, seiner Gefühlsinnigkeit und Harmonie den größten Beifall fand. Ähnlichen Erfolg hatten "Les Ternaires" (1841), "Les Bretons" (1845, von der Akademie gekrönt), "Histoires poétiques" (1855) u. a., meist Bilder aus seiner Heimat, die er mit großer Naturtreue und Grazie, nicht ohne Hang zur Mystik und Abstraktion, schildert. Er schrieb außerdem einige Verse in der Sprache der Bretagne und eine prosaische Übersetzung der "Göttlichen Komödie" (neue Ausg. 1853). Er starb im Mai 1858 in Montpellier. Seine "OEuvres complètes" erschienen 1884 in 2 Bänden. Eine deutsche Übersetzung seiner Gedichte lieferte Sophie Hasenclever (Leipz. 1874).

Brizo, eine Göttin der alten Griechen, besonders auf Delos von den Frauen verehrt, welche ihr in kleinen Kähnchen allerlei Eßwaren vorsetzten, damit sie den Schiffenden beistehe. Sie gab auch in Träumen Orakel; daher Brizomantie, s. v. w. Traumdeuterei.

Brjansk, Kreishauptstadt im russ. Gouvernement Orel, an der Deßna und der Eisenbahn Orel-Witebsk, eine der ältesten Bergstädte Rußlands, hat 18 Kirchen, ein Priesterseminar, Arsenal und (1881) 12,661 Einw. B. besitzt ansehnliche Eisenhütten, mehrere Glashütten, Tuch- und Lederfabriken und große Branntweinbrennereien. Der Handel nach der Ostsee und dem Schwarzen Meer, besonders mit Holz und Hanf, ist bedeutend. In der Nähe eine Gewehrfabrik mit Kanonengießerei und das Kloster Swinskoi, wo eine 14tägige Messe gehalten wird. Im Kreis befinden sich viele bedeutende Glashütten, Teersiedereien und Ölmühlen.

Br. m., Abkürzung für Brevi manu (s. d.).

Broach (spr. brohtsch), Stadt, s. Barotsch.

Broad Law (spr. bróhd lah), Berg in den Lowthen Hills, im Nordosten des Hartfell in Südschottland, 835 m hoch.

Broadstairs (spr. bróhdstährs), stiller Seebadeort in der engl. Grafschaft Kent, zwischen Margate und Ramsgate, mit (1881) 4362 Einw.

Broadwood and Sons (spr. bróydwudd), Firma einer Londoner Pianofortefabrik, die 1732 als Fabrik von Harpsichords durch einen Schweizer, Burkhard