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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Brong.; Brongniart; Broni; Bronikowski; Bronkhorst; Bronn

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Brong. - Bronn.

Von seinem Hauptwerk: "Reisen und Untersuchungen in Griechenland", das gleichzeitig in französischer Sprache erschien, kamen nur 2 Bände (Stuttg. 1826-1830) zur Veröffentlichung, welche die Insel Keos und die Bildwerke des Parthenon behandeln; der erstere derselben trug ihm den Vorwurf ein, Villoisons Nachlaß über Gebühr benutzt zu haben. Aus seinem Nachlaß gab Dorph die Schrift "Den Ficoroniske Cista" (Kopenh. 1847) heraus.

Brong., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für A. Brongniart (s. d.).

Brongniart (spr. brong'njiar, Brogniart), 1) Alexandre, Geolog, geb. 5. Febr. 1770 zu Paris, ward 1794 Ingenieur beim Bergwesen, 1797 Professor der Naturgeschichte an der École centrale de quatre nations. 1800 Direktor der Porzellanfabrik zu Sèvres, 1818 Ingenieur en chef der Bergwerke, 1822 Professor der Mineralogie am Musée d'histoire naturelle zu Paris und starb 7. Okt. 1847 daselbst. Unter Cuviers Leitung bearbeitete er eine "Classification des reptiles" (Par. 1797), welche lange Zeit Geltung behielt. Das Gebiet der Mineralogie betrat er mit seinem "Traité élémentaire de minéralogie avec des applications aux arts" (Par. 1807, 2 Bde.), an welchen sich das "Tableau méthodique et caractéristique des principales espèces minerales" (das. 1824) anschloß. Mit Cuvier lieferte er die "Description géologique et minéralogique des environs de Paris" (Par. 1811, 3. Aufl. 1835), in welcher die Eigentümlichkeiten der tertiären Bildungen zuerst dargelegt wurden. Zahlreiche Reisen häuften den Schatz der wissenschaftlichen Erfahrungen Brongniarts; in Oberitalien beschäftigte ihn die Architektonik der Apenninen und Alpen (1821 und 1822), und auf einer Reise nach Schweden studierte er die skandinavischen Felsblöcke auf den nordischen Ebenen (1828). Seine Abhandlung "Sur les caractères zoologiques des formations avec l'application de ces caractères à la détermination de quelques terrains de craie" (1821) hat wesentlich dazu beigetragen, den Formationsbegriff zu klären und den hohen Wert der paläontologischen Charakteristik zu allgemeiner Erkenntnis zu bringen. Die systematische Geognosie behandelte B. in dem "Essai d'une classification minéralogique des roches mélangées" (1813), in welchem er die Erdrinde bloß mineralogisch, ohne Berücksichtigung der Lagerungsverhältnisse zergliedert, und in der "Classification et caractères minéralogiques des roches homogènes et hétérogènes" (1827), worin auch die Lagerung und Gruppierung der einzelnen Formationen behandelt werden. Außer den genannten Schriften sind noch von Wichtigkeit: "Tableau des terrains qui composent l'écorce du globe" (Par. 1829; deutsch von Kleinschrod, Straßb. 1830), ein Handbuch der Geognosie, in welchem eigentlich zuerst dem Studium der jüngsten Formationen ein besonderes Interesse gewidmet ist, und "Tableau de la distribution méthodique des espèces minérales" (Par. 1835). Der Porzellanfabrik von Sèvres erwarb er durch die emsige Anwendung seiner Entdeckungen und durch immer neue und geschmackvollere Formen, zum großen Teil nach Zeichnungen seines Vaters, nationalen Ruf. Er gründete daselbst 1827 ein keramisches Museum, welches er in einem besondern Werk (mit Riocreux, 1845) beschrieb, und 1827 ein Institut für Glasmalerei und schrieb: "Mémoire sur la peinture sur verre" (Par. 1829) und "Traité des arts céramiques et des poteries" (das. 1844, 2 Bde.; 2. Aufl. 1854), wonach Kypke das "Handbuch der Porzellanmalerei" (2. Aufl., Berl. 1861) bearbeitete.

2) Adolphe Théodore, Botaniker, Sohn des vorigen, geb. 14. Jan. 1801 zu Paris, studierte Medizin und mit Vorliebe Botanik, ward 1833 Professor am Jardin des plantes, 1852 Generalinspektor der naturwissenschaftlichen Fakultäten Frankreichs und 1866 Mitglied des kaiserlichen Rats des öffentlichen Unterrichts. Er starb 19. Febr. 1876 in Paris. Schon 1821 gab er einen Versuch der Klassifikation der vorweltlichen Pflanzen heraus, dem er einen "Prodrome d'une histoire des végétaux fossiles" (Par. 1828) folgen ließ. Sein Hauptwerk ist die "Histoire des végétaux fossiles, ou recherches botaniques et géologiques sur les végétaux renfermés dans les diverses couches du globe" (Par. 1828-47, 2 Bde.), worin er eine systematische Zusammenstellung aller ihm bekannt gewordenen Arten und seine Ansichten über ihre Aufeinanderfolge in vorweltlichen Perioden lieferte. Hieran schließt sich die "Chronologische Übersicht der Vegetationsperioden und der verschiedenen Floren in ihrer Nacheinanderfolge auf der Erdoberfläche" (deutsch von Müller, Halle 1850). Als Pflanzenphysiolog bemühte er sich um die Frage des Vorganges bei der geschlechtlichen Zeugung und verglich die Protoplasmakörnchen des Pollenkorns mit den Spermatozoen der Tiere. Auch als Phytograph war er thätig, indem er mehrere Monographien, unter andern den "Essai d'une classification naturelle des champignons" (Par. 1825), das "Mémoire sur la famille des rhamnées" (das. 1826), die "Enumération des genres des plantes cultivées au Musée d'histoire naturelle de Paris" (das. 1843, 2. Aufl. 1850) und später den "Rapport sur les progrès de la botanique phytographique" (das. 1868), veröffentlichte. Nach seinem Tod erschien: "Recherches sur les graines fossiles silicifiées" (Par. 1881).

Broni, Ortschaft in der ital. Provinz Pavia, Kreis Voghera, an der Eisenbahn Alessandria-Bologna, hat eine schöne Hauptkirche, ein modernes Stadthaus, Weinbau, Mineralquellen und (1881) 5147 Einw.

Bronikowski, Alexander von Opeln-B., Romanschriftsteller, geb. 28. Febr. 1783 zu Dresden als Sohn eines polnischen Generaladjutanten des Kurfürsten, stand bis 1807 in preußischen Kriegsdiensten, nahm dann seinen Abschied und lebte abwechselnd in Breslau, Prag und Dresden. Beim Beginn des französisch-russischen Kriegs eilte er zu den polnischen Fahnen, wurde bald darauf in den Generalstab des Marschalls Victor gezogen, kehrte 1815 in polnische Dienste zurück und nahm als Major seinen Abschied. Er starb 21. Jan. 1834 in Dresden. B. suchte die Geschichte und Gegenwart Polens nach dem Muster W. Scotts in zahlreichen ziemlich flüchtigen, aber vielgelesenen Romanen darzustellen, von denen nur "Hippolyt Boratynski" (Dresd. 1825-26, 4 Bde.) genannt sei. Auch eine "Geschichte Polens" (Dresd. 1831) hat er veröffentlicht. Seine "Gesammelten Schriften" erschienen in 21 Bänden (Dresd. 1825-35); dazu kamen "Neue Schriften" (Halberst. 1829-34, 28 Bde.).

Bronkhorst, Pieter, holländ. Maler, geb. 1588 zu Delft, gest. 1661, malte vorzugsweise reiche Architekturstücke mit biblischer Staffage (Urteil Salomos, im Gerichtssaal zu Delft).

Bronn, Heinrich Georg, Naturforscher, geb. 3. März 1800 zu Ziegelhausen bei Heidelberg, studierte in Heidelberg seit 1817 Cameralia und Naturwissenschaft und begann 1822 über diese Gebiete, namentlich auch über Paläontologie, Vorlesungen zu halten Im J. 1828 wurde er außerordentlicher, 1833 ordentlicher Professor der Natur- und Gewerbswissenschaf-^[folgende Seite]