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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Brontäos; Bronte; Bronté; Bronteion; Brontes; Brontophobie; Bronze

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Brontäos - Bronze.

rend dieser Zeit verfaßte er die Schrift "Ein Rückblick auf die 'Taktischen Rückblicke'" (2. Aufl., Berl. 1870), das vorzügliche Werk "Der Dienst des Generalstabs im Frieden und im Krieg" (das. 1875-76, 2 Bde.; 2. Aufl. von Meckel, 1884), von dem eine Übersetzung im englischen Heer amtlich eingeführt wurde. 1867 zum Major und 1870 zum Oberstleutnant befördert, machte er als Abteilungschef im Großen Generalstab den Krieg von 1870/71 mit, zu dem er den Mobilmachungsplan entworfen und ausgearbeitet hatte, und ward 1. Sept., als die weiße Fahne in Sedan aufgesteckt wurde, dorthin geschickt, wo er die ersten Verhandlungen mit Napoleon III. führte. Darauf zum Obersten und Chef des Generalstabs des Gardekorps ernannt, 1875 zum Generalmajor befördert, erhielt er 1878 das Kommando der 1. Garde-Infanteriebrigade, 1881 das der 2. Garde-Infanteriedivision und wurde bald darauf Generalleutnant. Nach dem Rücktritt Kamekes erhielt B. 3. März 1883 das Portefeuille des Kriegs.

Brontäos (griech.), Donnerer, Beiname des Zeus.

Bronte, Stadt auf der Insel Sizilien, Provinz Catania, an der Westseite des Ätna, von Lavafeldern umgeben, mit (1881) 16,427 Einw., Weinbau und einem Gymnasium.

Bronté, Charlotte, engl. Romanschriftstellerin, geb. 21. April 1816 zu Hartshead in Yorkshire, wo ihr Vater Prediger war, erhielt einen Teil ihrer Schulbildung (1824 und 1825) in Cowans Bridge unweit Leeds, schrieb schon im 13. Jahr Erzählungen und Gedichte, besuchte 1831 und 1832 das Institut Roe Head bei Heckmondwike in Yorkshire und war 1835-1838 selbst Lehrerin an dieser Anstalt. Nachdem sie 1839-41 eine Gouvernantenstelle bekleidet, weilte sie 1842-44 in Brüssel, wo sie eine Anstellung als Lehrerin der englischen Sprache erhielt. Müde dieses Berufs, kehrte sie heim und trat zugleich mit ihren Schwestern Emily und Anna als Schriftstellerin hervor. Sie wählten Namen, welche ihr Geschlecht verbargen, ohne geradezu männlich zu sein. Charlotte, die bedeutendste, nannte sich Currer Bell, Emily (geb. 1819, gest. 1848) Ellis Bell und Anna (geb. 1822, gest. 1849) Acton Bell. Gemeinschaftlich gaben die drei Schwestern "Poems" heraus (1846). Der erste Roman Charlottes, "Jane Eyre" (1847), der ihre Jugendjahre widerspiegelt, erregte durch Schärfe der Charakteristik und sinnige Auffassung des realen Lebens großes Aufsehen und wurde bald auch in Übersetzungen über den Kontinent verbreitet; Charlotte Birch-Pfeiffer bearbeitete ihn unter dem Titel: "Die Waise von Lowood" für die Bühne. Nachdem B. innerhalb eines Jahrs ihre Schwestern verloren, schrieb sie ihren zweiten Roman: "Shirley" (1849), der unter ihren Werken mit Recht den meisten Beifall gefunden hat, indem sich in ihm in lebendigerer Sprache eine mannigfaltigere Welt als in den andern darstellt und die Schilderungen des Provinziallebens und der Arbeiterbevölkerung in der Zeit der Kontinentalsperre selbst kulturgeschichtliches Interesse haben. Nunmehr bekannte sie sich öffentlich zu ihrem wahren Namen. Sie gab dann Romane ihrer verstorbenen Schwestern mit einer Auswahl ihres litterarischen Nachlasses und biographischen Notizen heraus ("Wuthering heights and Agnes Gray etc.", 1850, 3 Bde.). Ihr dritter Roman: "Villette" (1852), der ihre Erfahrungen in Brüssel wiedergibt, ist nur im Detail gelungen, als Ganzes weniger befriedigend. Obgleich seit früher Jugend kränklich, verheiratete sie sich doch noch 1854 mit Arthur Bell Nicholls, dem Hilfsprediger ihres Vaters, starb indes schon 1. April 1855 im väterlichen Haus zu Haworth. Nach ihrem Tod erschien noch ihre frühste Novelle: "The Professor" (1857). In England zählt man Currer Bell zu Thackerays Schule; sie selbst verehrte in diesem Romandichter ihren Meister. Ihre auch wiederholt ins Deutsche übersetzten Werke erschienen gesammelt in 7 Bänden (1872-73). Vgl. Mrs. Gaskell, Life of Charlotte B. (Lond. 1857, 2 Bde.); Reid, Ch. B. (Lond. 1877); Swinburne, Note on Ch. B. (das. 1877); P. Bayne, Two great Englishwomen: Mrs. Browning and Mrs. B. (das. 1880).

Bronteion (griech.), s. Donnermaschine.

Brontes, einer der Kyklopen (s. d.).

Brontophobie (griech.), Donner-, Gewitterfurcht.

Bronze (franz., spr. brongs', verdeutscht: bróugsse), Legierungen des Kupfers mit Zinn oder mit Zinn und Zink und etwas Blei. Die antike B., eine Kupferzinnlegierung, wurde schon in den frühsten Zeiten dargestellt; sie enthält bisweilen auch Blei und als zufällige Beimischungen oder Verunreinigungen Zink, Eisen und ein wenig Silber. Alte indische Bronzen enthalten bis 8 Proz. Eisen und altjapanische Silber und Gold. Legierungen, in denen Zink einen wesentlichen Bestandteil bildet, kamen erst später auf, werden aber schon von Aristoteles erwähnt. Unsre moderne B., vielfach zu Bildsäulen, Büsten, Ornamenten, Luxusgeräten etc. benutzt, besteht aus Kupfer und Zink mit einem Zusatz von Zinn und Blei; doch kommt auch ein kupferreiches Messing, also reine Kupferzinklegierung, im Handel als B. vor und eine Kupferaluminiumlegierung als Aluminiumbronze. Die echte B. oder Kupferzinnlegierung wird gegenwärtig fast nur zu Gußwaren, besonders zu Glocken, Geschützen, Metallspiegeln, Münzen, Medaillen und gewissen Maschinenteilen, benutzt. Diese Legierungen sind dichter, härter, politurfähiger, klingender, schmelzbarer und geeigneter zum Guß als reines Kupfer. Das spezifische Gewicht schwankt zwischen 8,87 (bei 86,2 Proz. Kupfer) und 7,39 (bei 21 Proz. Kupfer). Die absolute Festigkeit ist gering, die Legierung mit 9,1 Proz. Zinn (Kanonengut) ist die stärkste und festeste von allen, die Dehnbarkeit nimmt mit dem Kupfergehalt ab. Die Härte wächst mit dem Zusatz von Zinn, und eine Legierung mit 27,2 Proz. Zinn läßt sich nur schwer mit der Feile bearbeiten; die Sprödigkeit steigt mit dem Zinngehalt bis zu einem Gehalt von 50 Proz. Taucht man B. glühend in Wasser, so verliert sie an Dichtigkeit und Härte, wird hämmerbar, biegsam, zuweilen zäh, außerdem dunkler und erhält einen bedeutend tiefern Klang. Durch abermaliges Erhitzen und langsames Abkühlen erhalten die angelassenen Sachen ihre frühere Härte wieder. Die B. ist mit 99-90 Proz. Kupfer kupferrot oder dunkel rotgelb, mit 88 Proz. orangegelb, mit 85 Proz. rein gelb, mit 80 Proz. gelblichweiß, von da an weiß, bei 50-35 Proz. grauweiß, bei noch geringerm Kupfergehalt wieder weiß und zinnähnlich. Beim Erstarren scheiden sich aus den kupferreichen Bronzen leicht zinnärmere strengflüssige von zinnreichern leichtflüssigen. unter der Lupe kann man oft an einem Gußstück beide Legierungen deutlich unterscheiden. Man muß auf dies Verhalten beim Guß der Bronzewaren und namentlich der Geschütze Rücksicht nehmen. Legierungen mit 67,7, mit 50 und 33,3 Proz. Kupfer sollen stets homogen bleiben. Zusatz von Blei macht B. leichtflüssiger, zäher, leichter feil- und drehbar, befördert aber auch die Ausscheidung des Kupfers; durch einen kleinen Eisengehalt wird B. härter, zäher und weniger zur Blasenbildung geneigt, mehr als 2 Proz. Eisen