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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Broschüre; Broseley; Brosig; Brosimum; Brosserie; Brosses; Brosset; Broßmann; Brot

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Broschüre - Brot.

Broschüre, jedes broschierte Buch von geringem Umfang, insbesondere aber eine Flugschrift (s. d.).

Broseley (spr. brohs'li), Stadt in Shropshire (England), am Severn, bekannt durch seine enkaustischen Ziegel und Tabakspfeifen, mit (1881) 4458 Einw. In der Umgegend Kohlengruben und Eisenhütten.

Brosig, Moritz, Komponist, geb. 15. Okt. 1815 zu Fuchswinkel bei Neiße in Schlesien, besuchte das katholische Gymnasium zu Breslau und bildete sich dann, die Musik zu seinem Beruf wählend, unter Leitung des Breslauer Domorganisten Franz Wolf in der Komposition sowie im Orgelspiel gründlich aus. Nach Wolfs Tod erhielt B. dessen Stelle als erster Domorganist und 1854 die Stelle als Domkapellmeister, die er noch heute innehat. Zugleich hat er den Titel eines königlichen Musikdirektors, ist Mitdirektor des Instituts für katholische Kirchenmusik und Dozent der Musik an der Universität zu Breslau sowie Mitglied der Akademie der heil. Cäcilia in Rom. Als Kirchenkomponist hat B. eine ungemein fruchtbare Thätigkeit entfaltet, und die von ihm veröffentlichten Werke: sieben Messen mit Orchester, zwei Messen mit Orgelbegleitung, mehrere Hefte Gradualien und Offertorien, zahlreiche Orgelkompositionen, ein Choralbuch etc., zeichnen sich durch künstlerischen Ernst und gediegene Arbeit vorteilhaft aus. Auch als Lehrer hat B. erfolgreich gewirkt, sowohl praktisch als auch durch Herausgabe eines Lehrbuches der Harmonie.

Brosimum, s. Galactodendron.

Brosserie (franz., von brosse, "Bürste"), Bürstenbinderware, Bürstenbinderei; brossieren, bürsten.

Brosses, Charles de, s. Debrosses.

Brosset (spr. -ssa), Marie Felicité, franz. Orientalist, besonders als Autorität für das Georgische bekannt, geb. 5. Febr. 1802 zu Paris, studierte anfangs Theologie auf den Seminaren zu Orléans und Paris, dann orientalische Sprachen und machte sich zuerst durch Herausgabe und Übersetzung einer "Chronique géorgienne" (Par. 1830), die "Mémoires inédits sur la langue et l'histoire géorgiennes" (das. 1833) und eine Grammatik der georgischen Sprache (das. 1834) bekannt. Nachdem sich B. hierauf nach Rußland gewandt, wurde er hier 1838 zum außerordentlichen, 1847 zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften für das Fach der georgischen und armenischen Litteratur ernannt und erhielt außerdem 1841 das Amt eines Inspektors der Partikularschulen in Petersburg, wurde 1842 Bibliothekar an der kaiserlichen Bibliothek und 1851 dazu Konservator der Sammlung der orientalischen Münzen in der Eremitage. Von seinen Arbeiten sind noch hervorzuheben: die Textausgabe und französische Übersetzung von Wakhouchts "Description géographique de la Géorgie" (Petersb. 1842); die "Histoire ancienne de la Géorgie" (georgisch und franz., das. 1849, 2 Bde.), wozu 1851 "Additions et éclaircissements" kamen; ferner die "Histoire moderne de la Géorgie" (georg. und franz., das. 1856-57, 3 Bde.); die "Correspondance des rois de Géorgie avec les souverains russes" (das. 1861); "Les ruines d'Ani" (das. 1860-61, 2 Tle. mit Karten); die aus dem Armenischen übertragenen Werke: "Histoire de Siounie" (vom Metropoliten Stephannos, das. 1864) und "Histoire chronologique" (das. 1869); endlich "Deux historiens arméniens: Oukhtanès et Kiracos" (das. 1870, 2 Bde.) und "Collections d'historiens arméniens" (das. 1874-76, Bd. 1 u. 2). Außerdem lieferte B. zahlreiche Aufsätze in das Pariser "Journal asiatique" (1827-36) und die Veröffentlichungen der Petersburger Akademie und war Mitarbeiter an Tschubinows "Dictionnaire géorgien-russe-français" (Petersb. 1840 ff.). Über eine Reise nach Kaukasien, Georgien und Armenien (1847-48) berichtete er in "Rapports sur un voyage archéologique etc." (Petersb. 1849-51, mit Karten).

Broßmann, Karl Friedrich Gustav, Bildhauer, geb. 12. April 1830 zu Gotha, trat 1851 in die Dresdener Akademie und 1853 als Schüler in das Atelier Hähnels, wo er für das Relief: Simson und Delila prämiiert ward. Ein Auftrag des Prinz Gemahls Albert von England, die Poesie und die Geschichte in zwei Marmorbüsten darzustellen, setzte den jungen Künstler in den Stand, seine Studien zwei Jahre lang in Italien fortzusetzen, welcher Zeit das Modell zu dem vier Jahre später in Marmor ausgeführten Centaurenkampf-Relief seine Entstehung verdankt. 1862 gründete B. zu Dresden ein Atelier, aus welchem die sitzende Bohemia für den Böhmischen Bahnhof zu Dresden und der Nymphenbrunnen auf dem Moltkeplatz daselbst hervorgingen. 1867 folgten die allegorischen Kolossalfiguren der Geschichte und Architektur für das Museum zu Gotha. 1868 und 1869 entstanden die Marmorreliefs: Psyche, den Amor bekränzend, und der verwundete Amor, der Venus sein Leid klagend (nach Anakreon). Im Auftrag der Dresdener Hermanns-Stiftung führte er 1871 einen Schild auf die Einigung Deutschlands aus. Sein letztes hervorragendes Werk war Macbeth und die Hexe für das Hoftheater in Dresden.

Brot (Brod, lat. Panis, franz. Pain, engl. Bread; hierzu Tafel "Brotfabrikation"), das aus mehlartigen Stoffen, besonders aus Getreidemehl, bereitete Hauptnahrungsmittel des größten Teils des Menschengeschlechts, welches symbolisch auch die Gesamtheit der menschlichen Nahrungsmittel bezeichnet. B. enthält die Bestandteile des Mehls, aus welchem es bereitet wurde, aber zum Teil in mehr oder weniger veränderter Form. Der Zweck der Brotbereitung ist, das Mehl durch Abänderung seiner chemischen und physikalischen Beschaffenheit in einen Zustand zu versetzen, in welchem es leicht mit Speichel durchtränkt und verdaulicher wird. Man sucht deshalb den Teig auf irgend eine Weise zu lockern und erhitzt ihn dann so stark, daß das Stärkemehl in den aufgeschwollenen Zustand, in Kleister, übergeht, die Oberfläche des Brots aber geröstet wird und eine Rinde erhält, welche den charakteristischen Wohlgeschmack erzeugt und das B. längere Zeit ziemlich unverändert aufzubewahren gestattet. Die Erreichung dieses Ziels ist nun wesentlich abhängig von dem Gehalt des Mehls an Kleber und von der Beschaffenheit des letztern, welcher durch seine wasserbindende Kraft und die Eigenschaft, mit Wasser einen zähen, elastischen Teig zu bilden, die Entstehung einer lockern, schwammigen Masse allein ermöglicht. Deshalb erhält man aus Weizen und Roggen das schönste B., während Mais, Gerste, Hafer ein sprödes, oft großzelliges Gebäck liefern.

Nach der bei uns gebräuchlichsten Methode bewirkt man die Lockerung des Brotteiges durch ein Gärungsmittel und benutzt als solches gewöhnlich den Sauerteig (von einem frühern Gebäck herrührender, in starker Gärung begriffener Teig), für feineres Gebäck Hefe. Beim Anrühren des Mehls mit Wasser geht ein Teil des Stärkemehls in Dextrin und Zucker über, und letzterer wird durch das Ferment in Alkohol und Kohlensäure zersetzt. Dieser Zersetzung unterliegen etwa 1-2 Proz. des Mehls. Der Alkohol bleibt zumeist im Teig, aber die gas-^[folgende Seite]