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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bruys; Bry; Brya; Bryaceen; Bryant; Bryaxis; Bryennios; Bryher; Brynmawr; Bryologie; Bryonia

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Bruys - Bryonia.

Bruys (spr. brüi, Bruis, Brusius, Bruzius), Pierre de, lebte im 12. Jahrh. in Languedoc und war der Stifter der Brusianer, auch Petrobrusianer genannt, einer religiösen Sekte. Er lehrte, daß die Taufe der Kinder vergeblich, das Abendmahl nicht zu wiederholen, das Kreuz nicht zu verehren sei, daß man keine Kirche zur Verehrung Gottes brauche, sondern ihn überall anrufen könne. Diese Lehren verbreitete er mit ausdauerndem Feuereifer 25 Jahre lang in Languedoc, Provence und Dauphiné und fand viele Anhänger; Kirchen wurden zerstört, Altäre umgestürzt, bis er um 1132 vom Pöbel verbrannt wurde.

Bry, Theodor de, niederländ. Goldschmied und Kupferstecher, geb. 1528 zu Lüttich, verließ sein Vaterland und gründete um 1570 in Frankfurt a. M. eine Buch- und Kunsthandlung, in welcher von ihm und seinen Söhnen mehrere Kupferwerke erschienen, deren bedeutendstes: "Collectiones peregrinationum in Indiam orientalem et occidentalem" (1590-1634, 25 Tle.; deutsch 1590-1630, 27 Tle.), nach seinem 1598 erfolgten Tod vom siebenten Teil an von seinen Söhnen Johann Theodor und Johann Israel und dem Kupferstecher Merian fortgesetzt wurde.

Brya Beauv., Gattung aus der Familie der Papilionaceen, kleine Bäume oder Sträucher des tropischen Amerika mit einzeln stehenden, einfachen oder gefiederten Blättern, Schmetterlingsblüten und zweigliederiger Hülse mit einem einzigen Samen. B. Ebenus Dec. (westindischer Ebenholzbaum) wird 6-12 m hoch, mit selten mehr als 10 cm starkem Stamm, langen, dünnen, dornigen Zweigen und kleinen, immergrünen Blättern. Die sehr zahlreichen Blüten sind orangegelb und riechen sehr angenehm. Das Holz ist grünlichbraun, sehr hart, schwerer als Wasser und politurfähig; es kommt als grünes Ebenholz in den Handel. Die süßlichen Blüten und Früchte dienen als Abführungsmittel.

Bryaceen, Familie der Laubmoose, s. Moose.

Bryant (spr. breiant), William Cullen, nordamerikan. Dichter, geb. 3. Nov. 1794 zu Cummington in Massachusetts, war der Sohn eines Arztes und veröffentlichte schon in seinem 14. Jahr eine gereimte politische Satire: "The embargo", die sogar eine zweite Auflage erlebte, sowie einen historischen Versuch: "Spanish revolution". Mit 16 Jahren bezog er das William's College, jedoch nur auf wenige Jahre, bereitete sich dann privat im für den Advokatenstand vor und siedelte nach bestandenem Examen nach Great Barrington in der Grafschaft Berkshire über, woselbst er als Stadtschreiber und Friedensrichter thätig war. Aus jener Zeit stammen viele seiner besten Gedichte, darunter das bekannte formschöne Naturbild "Thanatopsis", in welchem der Tod nicht als eine schreckliche Erscheinung und Strafe für Eines Menschen Sünde, sondern als eine allgemeine, ja sogar tröstliche Thatsache im Haushalt der Natur aufgefaßt wird. Das Gedicht erregte großes Aufsehen; es gilt als die erste bedeutende Leistung der amerikanischen Dichtung, welche auf Longfellow und andre Nachfolger Bryants von Einfluß war. Andre seiner namhaften Gedichte sind: "The waterfowl" und "The inscription for the entrance to the wood", die 1816 in der "North American Review" veröffentlicht wurden, wie auch sein größtes poetisches Werk: "The Ages" (1821), ein Lehrgedicht über die Fortentwickelung des Menschengeschlechts. Nachdem er sich in Great Barrington mit Miß Frances Fairchild verheiratet hatte, zog er 1824 nach New York mit der Absicht, sich journalistisch zu beschäftigen. Er ward erst Mitarbeiter und später Hauptredakteur der "Evening Post" und zeichnete sich in dieser Eigenschaft hauptsächlich als energischer Befürworter der Staatenrechte und der Freihandelspolitik aus; doch arbeitete er gelegentlich auch für andre Blätter, wie "The Talisman", den er mit Verplanck 1827-30 herausgab. B. veröffentlichte 1832 eine Auswahl seiner Gedichte, die in England nachgedruckt wurde, und unternahm sodann (1834) eine mehrjährige Reise nach Europa, der 1845 eine zweite. Reise nach dem alten Kontinent (bis Syrien und Ägypten) sowie im Lauf der Zeit noch drei andre (1849-50, 1857-1858 und 1866-67) nachfolgten. Die unmittelbaren Früchte dieser Reisen waren seine anziehenden Berichte darüber in der "Evening Post", die als "Letters of a traveller in Europe and America" (zuletzt 1869) auch als Buch erschienen, und denen sich später die "Letters from the East" (1869) anschlossen. Größer aber war ihre Bedeutung durch die Rückwirkung, die sie auf Bryants Muse hatten. Es erschienen: "The fountain, and other poems" (1842); "The whitefooted deer, and other poems" (1844) und eine letzte Sammlung von Gedichten: "Thirty poems" (1864). Auch als öffentlicher Redner ist B. bei mehreren Gelegenheiten mit großem Erfolg aufgetreten. Seinen politischen Grundsätzen nach gehörte er zu den Republikanern und zu den konsequentesten Bekämpfern der demokratischen Partei. Von seinen Werken sind noch die Kompilation "Library of poetry and song", ein Lieblingsbuch der Amerikaner, ferner seine wohlgelungene Übertragung des Homer (1870-72), die Sammlung seiner "Orations and addresses" (1873) und die mit Gay verfaßte "Popular history of the United States" (1878-82, 4 Bde.) zu erwähnen. Als Dichter nimmt B. unter der Poetenschar Amerikas einen der ersten Plätze ein. Der Lebenshauch seiner Dichtung ist ehrfurchtsvolle Liebe zur Natur, deren mannigfaltige Erscheinungen er mit warmem Interesse beobachtet und in charakteristischen und verständnisvollen Zügen darstellt. B. starb 12. Juni 1878 auf Long Island. Seine Werke erschienen in verschiedenen Ausgaben; die jüngste der "Poetical works" (New York 1883, 2 Bde.) sowie der "Prose writings" (das. 1884, 2 Bde.) besorgte Parke Godwin, der auch das Leben des Dichters beschrieb ("Life of B.", das. 1883, 2 Bde.). Deutsche Übersetzungen ausgewählter Gedichte lieferten Neidhardt (Stuttg. 1855) und Laun (Brem. 1863).

Bryaxis, Bildhauer aus Athen, Genosse des Skopas bei der plastischen Ausschmückung des Mausoleums zu Halikarnassos. Er schuf meist Götterbilder, darunter auch eine Statue des ägyptischen Gottes Serapis, dessen Typus er feststellte.

Bryennios, Manuel, griech. Musikschriftsteller, lebte zur Zeit des Kaisers Michael Paläologos des ältern (um 1320) und ist der Verfasser einer 1699 von Wallis in Oxford herausgegebenen Schrift: "Harmonika", in welcher die Musiklehre des Euklides und des Ptolemäos dargestellt und kommentiert ist.

Bryher (Brehar), Insel, s. Scillyinseln.

Brynmawr (spr. brönnmahr), Stadt in Brecknockshire (Wales), an der Grenze von Monmouthshire, mit (1881) 5344 Einw., Kohlengruben und Eisenhütten.

Bryologie (griech.), Lehre von den Laubmoosen.

Bryonia L. (Zaunrübe), Gattung aus der Familie der Kukurbitaceen, rankende Staudengewächse mit rübenartigem Wurzelstock, einfachen Ranken, abwechselnden, gestielten, handförmig gelappten Blättern, seitenständigen Trauben oder Büscheln kleiner Blüten mit glockig trichterförmiger Blumenkrone und kleinen, saftigen Beeren. B. alba L. (gemeine