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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Buchara; Bucharei; Bucharest; Buchau; Buchbeutel; Buchbinden

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Buchara - Buchbinden.

lung Rossettis und Swinburnes in einen unerquicklichen Federkrieg verwickelte. Weitere Schriften von B. sind: "St. Abe and his seven wives", eine Satire auf das Mormonentum (1872); mehrere Romane (z. B. "The shadow of the sword", 1876; "Martyrdom of Madeline", 1882, etc.); "Balther the beautiful. A song of divine death" (1877); "Ballads of life, love and humour" (1882) u. a. Seine "Poetical and prose works" erschienen 1874 in 5 Bänden.

Buchara, Staat und Stadt, s. Bochara.

Bucharei, ältere geographische Bezeichnung der von tatarischen Völkern bewohnten oder beherrschten Länder Mittelasiens zwischen dem Kaspischen Meer und den Grenzen Tibets und der Mongolei. Man unterschied: 1) Große B., die Länder zwischen dem Kaspischen Meer im W. und dem Bolor im O., umfassend die Staaten Bochara, Kunduz, Chokand und Chiwa, die Landschaft Hazara, die Hochländer Pamir, Darwas und Badachschan, das unabhängige Turkmenenland zwischen Chiwa und der Nordgrenze Persiens, das russische Turkistan zwischen dem Kaspischen und Aralsee, zusammen also ca. 1,652,000 qkm (30,000 QM.) mit etwa 6 Mill. Einw. Weiteres s. die einzelnen Länder. - 2) Kleine B. (Hohe B., chinesische Tatarei), s. v. w. Ostturkistan (Alti Schahar), s. Turkistan.

Bucharest, Stadt, s. Bukarest.

Buchau, 1) Stadt (ehemalige Reichsstadt) im württemberg. Donaukreis, Oberamt Riedlingen, unweit des Federsees, 9 km von der Eisenbahnstation Schussenried (Ulm-Friedrichshafen), hat eine kath. Pfarrkirche, eine Synagoge, Trikot- und Baumwollwarenfabrikation und (1880) 2398 Einw. (434 Juden). Die berühmte ehemalige Reichsabtei B., ein freiweltliches Frauenstift, welches schon im 8. Jahrh. bestand und im 13. gefürstet wurde, kam 1803 samt der Stadt als Entschädigung an den Fürsten von Thurn und Taxis, 1806 an Württemberg. Die Stiftskirche ist 1774 im Basilikenstil erbaut. Vgl. Schöttle, Geschichte von Stadt und Stift B. (Wildsee 1884). - 2) Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Luditz, mit einem Bezirksgericht, Schuhfabrikation, Mineralquelle und (1880) 1910 Einw. B. kommt urkundlich zuerst im 13. Jahrh. vor. Dabei die Ruinen des alten Bergschlosses Hartenstein auf dem Hungerberg.

Buchbeutel, ein aus Leder, Seide, Samt, Brokat und andern kostbaren Stoffen gefertigtes Säckchen, welches im Mittelalter an einer Schnur am Gürtel getragen ward und zur Aufbewahrung der wertvollen Gebetbücher (Horarien, Breviarien) diente.

Buchbinden, das Verfahren, die Blätter eines Buches zusammenzuheften und mit einem aus Rücken und Deckeln bestehenden Umschlag zu versehen, war zur Zeit des Zunftwesens und ist in kleinern Städten noch jetzt ein einfaches Handwerk, bei welchem jeder Buchbinder, vom Gesellen an, die Befähigung hatte, ein Buch in Goldschnitt und mit goldverziertem Lederdeckel durchweg selbständig anzufertigen. Neuerdings wird auch hier immer mehr und mehr Arbeitsteilung und Fabrikbetrieb mit Maschinen eingeführt.

In frühern Zeiten mußten die Bücher vor dem Einbinden verschiedenen zeitraubenden Operationen unterworfen werden. Das ungeleimte Papier wurde, um Dauerhaftigkeit und Festigkeit zu erhalten, planiert, d. h. die Bogen wurden mit sogen. Planierwasser (12 Lit. Wasser, in welchem ½-1 kg Leim und etwas Alaun aufgelöst sind) getränkt, getrocknet u. lagenweise auf dem Schlagstein, einer ebenen Stein- oder Eisenplatte, mit einem schweren Eisenhammer geschlagen. Die jetzigen Papiersorten machen das Planieren um so weniger nötig, als die Bogen schon in den Druckereien durch Satinierwalzen geglättet werden.

Das gewöhnliche Verfahren beim B. besteht nun im folgenden: Zuerst faltet man die Bogen je nach dem Format in zwei (für Foliobände), vier (für Quartbände), acht (für Oktavbände), zwölf (für Duodezbände) Blätter mittels eines Falzbeins und stößt die ausgestrichenen Bogen gleich, bis die vier Seiten möglichst gerade geworden sind. Um auch dieses Geschäft zu vereinfachen, sind mehrere Falzmaschinen ersonnen. Bei den gebräuchlichsten wird jeder Bruch oder jede Faltung durch eine Klinge hervorgebracht, welche sich geradlinig wiederkehrend und parallel mit sich selbst bewegt, und durch ein Paar Walzen vollendet. Der zu falzende Bogen wird auf einen Tisch unter die sich auf und nieder bewegende Klinge gelegt, beim Niedergang der letztern in der Mitte zusammengebrochen und sodann zwischen ein Paar rotierende Walzen geschoben, welche den einmal gefalzten Bogen an zwei endlose Bänder abgeben, um ihn einer zweiten, dann einer dritten ähnlichen Vorrichtung zuzuführen, bis das verlangte Format entstanden ist. Nach dem Falzen beginnt man mit dem Kollationieren, um sich sowohl von der Vollständigkeit des zu bindenden Buches als auch von der richtigen Aufeinanderfolge der Bogen zu überzeugen. Dann werden die geschichteten Bogen gleich gestoßen und in eine Presse gesetzt, um mehr Gleichheit zu erhalten. Hierzu eignen sich besonders doppelt wirkende Schraubenpressen und Differenzpressen. Haben die Bücher die gehörige Zeit in der Presse gestanden, so werden sie, um sie glatt und dünn zu machen, gewalzt, indem man je sechs Bogen zwischen zwei Blechtafeln legt und durch eiserne Walzen passieren läßt.

Nach dieser Arbeit folgt nun das Heften. Bücher, welche nur einen leichten Einband erhalten sollen, werden nur leicht, Bogen an Bogen, mittels eines durchgezogenen Fadens zusammengeheftet (Heften ohne Bunde). Nicht sehr verschieden von diesem Verfahren ist das sogenannte Holländern, wobei zwar die einzelnen Bogen auf die Heftlade oder sonst aufgespannte Schnüre geheftet, diese aber hernach wieder entfernt werden. Dieses Verfahren wird da angewendet, wo es sich darum handelt, Bücher, z. B. für den Buchhandel, massenweise zu broschieren. Für diese Art Heften wurde zu gleicher Zeit, als die Falzmaschinen aufkamen, eine Heftmaschine erfunden, welche sich indes nicht bewährt hat. Beim eigentlichen Büchereinbinden wendet man das Heften auf Bünde an, bei welchem Verfahren man sich insbesondere der Heftlade bedient, eines senkrecht stehenden Rahmens, in dem Schnüre oder Bindfäden, an welche die einzelnen Bogen demnächst befestigt werden, und die den Zusammenhang des fertigen Buches bewirken müssen, vertikal ausgespannt sind. Die Zahl dieser Schnüre (Bünde) ist verschieden und beläuft sich bei Foliobänden gewöhnlich auf sechs, bei Quart- und Oktavbänden auf zwei, drei oder vier. Das Heften erfolgt dadurch, daß man einen starken Zwirnfaden durch den mittlern Hauptfalz jedes Bogens neben der ersten Schnur hindurchzieht, ihn um die Schnur umschlägt, dann wieder durch das Papier zurücksteckt, ihn nun neben der zweiten Schnur hindurchzieht, um diese schlägt u. s. f., bis der Bogen an sämtlichen Schnüren mittels des umgelegten Zwirnfadens festsitzt, worauf der zweite Bogen auf dieselbe Art angeheftet wird. Statt die Bünde auf dem Rücken des Einbandes erhaben hervortreten zu lassen, sägt man gewöhnlich den Rücken des zu heftenden Buches