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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Budytes; Budzanow; Buen-Ayre; Buenos Ayres

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Budytes - Buenos Ayres.

anstalt, ein bischöfliches Knabenseminar, eine Oberrealschule, eine gewerbliche Fortbildungsschule, zwei höhere Töchterschulen, ein Taubstummeninstitut und ein Waisenhaus. Im Stadtpark befindet sich ein Denkmal des um seine Vaterstadt verdienten Industriellen und Großhändlers Lanna. B. besitzt auch eine Gas- und Wasserleitung. In der Nähe der Stadt befinden sich zahlreiche Teiche, welche bedeutenden Fischertrag geben; ferner werden Braunkohlen (bei Steinkirchen) gewonnen. Nahe dabei der kleine Badeort Gutwasser mit eisenhaltiger Mineralquelle. B. ward 1256 vom König Ottokar II. angelegt, erhielt 1358 die Stapelgerechtigkeit, 1547 ein eignes Bergamt sowie eine Münzstätte und wurde von Ferdinand II. wegen seiner Anhänglichkeit an ihn unter die Zahl der privilegierten Städte sowie von Joseph II. 1783 zum Bischofsitz erhoben.

Budytes, s. Bachstelze.

Budzanow, Marktflecken in Galizien, Bezirkshauptmannschaft Trembowla, hat ein Bezirksgericht, ein Schloß, Bierbrauerei, Getreidehandel und (1880) 5217 Einw.

Buen-Ayre, Insel, s. Bonaire.

Buenos Ayres (spr. buenos aires), früher ein selbständiger Freistaat Südamerikas, seit 11. Nov. 1859 eine Provinz der Argentinischen Republik, deren Flächeninhalt offiziell auf 215,264 qkm (3913 QM.) berechnet wird, liegt zwischen dem Parana- und La Plata-Strom im N., dem Atlantischen Ozean im O., dem Rio Negro im S. und wird im W. von dem indianischen Gebiet begrenzt (s. Karte "Argentinische Republik"). Bei weitem der größte Teil des Landes ist weite, mit Gras und Kräutern bedeckte Ebene, die Fortsetzung der Pampas, die sich vom (nördlichen) Rio Salado zwischen dem Parana und der Sierra von Cordova ausbreiten und sich nach S. und SO. bis in die Wüsten Patagoniens und an den Ozean erstrecken und deren Einförmigkeit nur selten durch einen Baum oder dorniges Buschwerk unterbrochen wird. Die Pampas von B. bieten zwischen dem Parana und dem (südlichen) Rio Salado den schönsten Wiesengrund dar und gehen erst südlich vom Salado in die öden und unfruchtbaren, von Salzsümpfen und -Seen bedeckten Ebenen über, welche sich bis zur Südgrenze der Provinz erstrecken. Aus ihnen erhebt sich die am Kap Corrientes beginnende, nach NW. streichende Sierra de Volcan, weiterhin die Sierra de Tandil. Im äußersten Südwesten erreicht die Sierra Ventana eine Höhe von 1030 m. Zwischen beiden Höhenzügen liegt ein welliges, von zahlreichen Küstenflüssen durchschnittenes Gebiet, das sogenannte Teufelsland (huecuvu mapu). Bäume fehlen, außer an den Flußufern, wenn sie nicht angepflanzt sind, gänzlich; daher dient häufig der Mist des Viehs als Brennmaterial. Flüsse, welche allein diesen Namen verdienen, sind: der Parana, später Rio de la Plata genannt, der in die Bai von Samborombon fallende (südliche) Salado mit dem Rio de Flores, der Colorado, der Rio Negro und der Luxan, welcher dem Parana zuströmt. Die Küste von B. ist unsicher und hat nur wenige Landungsplätze; selbst der La Plata hat nur auf dem Gebiet von Uruguay in Montevideo einen sichern Hafen, außerdem bloß offene, durch die berüchtigten Westwinde (Pamperos) unsicher gemachte Reeden und Ufer, an welchen der vielen Sandbänke wegen kein größeres Schiff landen darf. An Seen sind mehrere kleine, meist salzige vorhanden. Das Klima ist mild, aber häufiger Temperaturschwankungen und heftiger Luftströmungen wegen keineswegs so angenehm, wie es der Name B. ("gute Lüfte") erwarten lassen sollte; die mittlere Temperatur beträgt im Winter 11° C., im Sommer 23,6° C.; dabei ist es, obschon feucht, doch gesund. Die Bevölkerung betrug nach der Zählung von 1882: 612,000 Seelen [ohne die 1880 aus der Provinz ausgeschiedene Hauptstadt B. mit (1884) 283,758 Einw.], von denen etwa ein Viertel eingewanderte Europäer (Italiener, Spanier, Franzosen, Engländer, Deutsche etc.) sind. Ihre Hauptbeschäftigung ist Acker- und Obstbau und Viehzucht, welch letztere auf den Pampas des Innern in großartigste Weise betrieben wird. Die Etablissements zum Viehschlachten und zur Fleischbereitung (saladeros) hatten früher einen weit großartigern Umfang, und in neuester Zeit hat man mit der Ausfuhr von Schaffleisch in Kühlschiffen begonnen. Nur zum Teil eignet sich das Land zum Ackerbau, dessen Ertrag bei weitem nicht den eignen Bedarf deckt, und noch lange Zeit wird die Viehzucht Hauptzweig der Landwirtschaft bleiben, aus welcher der große Reichtum der Provinz beruht. Man ermittelte 1881: 4,754,810 Stück Rindvieh, 2,397,787 Pferde, 57,838,073 Schafe; 68,5 Proz. der Bodenfläche dienten als Weide und nur 1,1 Proz. war bebaut, davon nahezu ein Drittel mit Mais und Weizen. Das Budget der Provinz berechnete für 1885 die Einnahmen mit 11,620,964, die Ausgaben mit 11,491,556 Pesos; die Schulden betrugen 31. März 1884: 32,271,290 Pesos. Die Bodenbeschaffenheit begünstigt die Anlage von Straßen, und der Bau von Eisenbahnen ist neuerdings lebhaft betrieben worden. Vier Linien gehen strahlenförmig von der Nationalhauptstadt B. aus. Die Provinz besaß 1881: 2351 km (zum Teil allerdings noch im Bau begriffener) Eisenbahnen, 5902 km Telegraphen, 121 Postämter. Für das intellektuelle Bedürfnis sorgten 6 täglich erscheinende Zeitungen, 32 periodische Zeitschriften und 38 öffentliche Bibliotheken; Schulen gab es 429 mit 629 Lehrern. Pro-^[folgende Seite]